„Wir werden uns den Hintern aufreißen“
Im Schatten der Fußball-EM steigt die Admira bereits in die neue Europacup-Saison ein. Die Südstädter empfangen in St. Pölten am Donnerstag um 17.00 Uhr (live in ORF eins und im Livestream) - also vier Stunden vor dem ersten EM-Viertelfinale zwischen Polen und Portugal - den slowakischen Club Spartak Myjava.
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Angesichts der ungünstigen Terminisierung des Erstrundenhinspiels der Europa-League-Qualifikation ist in der NV Arena nicht gerade Massenbesuch zu erwarten - nur um die 1.000 Tickets wurden im Vorverkauf abgesetzt. Dennoch appellierte Trainer Oliver Lederer an die Fans der Südstädter: „Ich bitte sie, uns zu unterstützen. Wir können versprechen, dass wir uns den Hintern aufreißen werden. Und wir wollen Österreich würdig vertreten“, sagte der 38-Jährige.
Admira startet in Europa-League-Quali
Die Admira startet am Donnerstag mit dem Duell gegen Spartak Myjava ins Abenteuer Europa League. In der ersten Qualifikationsrunde spielen die Südstädter zwar zu Hause, trotzdem wird es eine Auswärtspartie.
Lederer erwartet „Gegner auf Augenhöhe“
Dass dem internationalen Auftritt seiner Mannschaft kein allzu großes Interesse entgegengebracht werden dürfte, stößt Lederer sauer auf. „Es ist schade, weil es an Wertschätzung für meine Spieler fehlt. Die Jungs haben in der letzten Saison eine Riesengeschichte geschafft. Dann spielt die Admira Europacup - und kaum jemand geht hin“, sagte der Wiener.

GEPA/Mario Kneisl
Trainer Oliver Lederer sieht Toni Vastic und Co. „sehr gut vorbereitet“
Mehr Aufmerksamkeit könnte es im Falle eines Aufstiegs in die zweite Runde geben, wo entweder FC Kapaz (AZE) oder Dacia Chisinau (MDA) - das Hinspiel endete mit 0:0 - der Gegner wäre. Der Weg dorthin sei aber beschwerlich, betonte Lederer. „Myjava ist eine sehr spielstarke Mannschaft“, so Lederer, der aber auch meinte: „Es ist ein Gegner auf Augenhöhe. Wir haben die Qualität, weiterzukommen.“
Vier Jahre Europacup-Abstinenz
Spartak Myjava beendete die abgelaufene Saison in der slowakischen Liga auf Rang drei. Betreut wird der Club aus der Westslowakei seit wenigen Wochen von Mikulas Radvanyi, der gegen Ende seiner Spielerkarriere auch bei Amateurclubs in Österreich engagiert war. „Der Trainerwechsel kann für uns einige Fragen aufwerfen, dadurch kann man nicht so perfekt vorbereitet sein wie in der Meisterschaft, wenn man viermal gegen einen Gegner spielt“, sagte Lederer, der sich durch Beobachtungen von Testspielen Informationen über den Europacup-Neuling verschaffte.
Sein Verein steht vor dem ersten internationalen Auftritt seit dem 9. August 2012, als man in der dritten Europa-League-Qualirunde gegen Sparta Prag ausschied. In den Monaten danach mussten die Niederösterreicher hart um den Klassenerhalt in der Bundesliga kämpfen.
„Die Meisterschaft hat absolute Priorität“
Lederer ist jedoch optimistisch, dass es der Admira diesmal besser ergehen wird, zumal der Kader mit Ausnahme der zu Rapid abgewanderten Christoph Schößwendter und Philipp Malicsek gehalten wurde. „Wenn wir viele Neue hätten integrieren müssen, wäre das eine zusätzliche Problematik gewesen. So aber denke ich, dass uns das Schicksal erspart bleiben wird, im Herbst einzubrechen.“
EL-Quali, 1. Runde, Hinspiel
Donnerstag, Beginn 17.00 Uhr
Live in ORF eins und im Livestream
Admira - Spartak Myjava
St. Pölten, NV-Arena, SR Jovic (CRO)
Mögliche Aufstellungen:
Admira: Siebenhandl - Zwierschitz, Lackner, Wostry, Wessely - Toth, Knasmüllner - Starkl, Grozurek, Spiridonovic - Monschein
Myjava: Hruska - Mehremic, Ostojic, Machovec, Beno - Duga, Kona, Bilovsky - Kukol, Kolar, Daniel
Auch das Training in den vergangenen Wochen sei eher auf die am 23. Juli beginnende Ligasaison als auf den frühen Europacup-Start ausgerichtet gewesen. „Die Meisterschaft hat absolute Priorität“, stellte Lederer klar. Trotzdem sei die Truppe schon jetzt gut in Schuss. „Vielleicht sind wir noch nicht bei 100 Prozent, aber wir fühlen uns sehr gut vorbereitet“, sagte der Coach.
Sollte es für den Aufstieg reichen, hätte die Admira vor dem Meisterschaftsauftakt schon vier Europacup-Partien in den Beinen. „Aber es gibt kein Jammern über die Doppelbelastung, wir haben nur das Ziel, so weit wie möglich zu kommen“, sagte Lederer und ergänzte: „Wir haben die ganze letzte Saison für den Europacup geackert. Und dann sollen wir plötzlich jammern? Jedes internationale Spiel ist für jeden die Chance, sich ins Rampenlicht zu spielen.“
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