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Viele Angebote, hohe Preise

Zum dritten Formel-1-Grand-Prix seit dem Comeback in Spielberg sind von Donnerstag bis Sonntag laut Veranstalter insgesamt 85.000 Besucher gekommen. Damit ist die Zahl weiter gesunken: Im Vorjahr waren noch 120.000 gekommen, 2014 zählte man sogar mehr als 220.000. Für manche liegt die Ursache in der Vielzahl der Veranstaltungen am Ring. Das Comeback der MotoGP im August ist fast ausverkauft.

Der voestalpine-Konzernchef Wolfgang Eder, einer der Sponsoren am Ring, meinte: „Ich glaube, das Angebot ist inzwischen so breit geworden, dass sich die Menschen mehr verteilen. Da gibt es den MotoGP, die DTM und jede Menge Spezialveranstaltungen. Die Menschen können nicht alle diese Veranstaltungen besuchen.“

Mehr Familienangebote?

Man werde sich daher überlegen müssen, „wie breit man sich aufstellen will“. Eventuell solle man sich auf weniger, aber eher größere Veranstaltungen konzentrieren. „Die Eintrittspreise sind nicht so, dass man sich drei oder vier Rennen als Familie leisten kann. Ich glaube, da muss man noch darüber nachdenken, was die richtige Struktur ist“, sagte Eder.

Gefüllte Zuschauertribüne in Spielberg im Jahr 2014

APA/Erwin Scheriau

Beim F1-Comeback 2014 platzten die Tribünen noch aus allen Nähten

Der Sponsorenvertreter räumte aber ein, dass sich die Veranstaltungen auch „abnutzen“: „Die mehr als 200.000 Zuschauer, die die Formel 1 in Spielberg im ersten Jahr hatte, waren wegen des Neuigkeitseffekts. Nun muss man schauen, dass sich das auf einem vernünftigen Niveau einpendelt. Obwohl die Eintrittspreise im internationalen Standard liegen, wie es immer heißt, sollte man vielleicht doch über spezielle Familienangebote nachdenken“, sagte Eder.

Preise „sicherlich fordernd“

Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer meinte zu den Ursachen des Besucherrückgangs: „Das Comeback war ein Highlight, alle wollten den neuen Red Bull Ring sehen. Aber abgesehen davon wird über die Formel 1 auch diskutiert, nämlich was liegt noch am Fahrer und was machen schon das Auto und die Technik aus. Ich glaube jene, die sich auskennen, werden die richtigen Konsequenzen ziehen.“

Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass die Übertragung in die ganze Welt ein unbezahlbarer Werbeeffekt sei: „Natürlich wären volle Tribünen noch einmal ein Qualitätsquantensprung für die Stimmung.“ Hinzu komme, dass früher am Ring nur die Formel 1 war und sonst das ganze Jahr fast nichts. Nun sei Spielberg das ganze Jahr belebt: „Das hat uns einen touristischen und wirtschaftlichen Aufschwung gebracht wie vorher noch nie“, so Schützenhöfer.

Schützenhöfers Stellvertreter Michael Schickhofer meinte, dass die Preise für die allgemeine Bevölkerung „sicherlich fordernd“ seien. Der MotoGP im August wird um die 200.000 Besucher haben und man wolle alles daran setzen, dass auch zur Formel 1 wieder mehr Gäste kommen. Als steirische Landespolitik habe man darauf aber nur wenig Einfluss. Da brauche es die „Marketingmaschine“ der Formel 1.

Tourismus-Chef bleibt realistisch

Erich Neuhold, Chef des Steiermark Tourismus, sah es ähnlich wie die steirischen Politiker: „Manche Sportarten boomen, dann sind sie wieder nicht so attraktiv, aber insgesamt entwickelt sich das Projekt Spielberg über das Jahr gesehen sehr toll.“ Natürlich sei es schade, dass für die Formel 1 heuer weniger Zuschauer nach Spielberg gekommen sind, aber man könne wenig gegensteuern.

„Man muss realistisch sein und sagen, dass die Zahlen wie beim Comeback 2014 nur schwer zu halten sind. Das war allen klar“, sagte Neuhold. Bei den Eintrittspreisen und mehreren interessanten Veranstaltungen hintereinander würden sich bestimmt viele überlegen, welche ein oder zwei Events sie sich leisten wollen. Bei drei werde es dann schon schwieriger, wenn man mit der ganzen Familie kommen möchte, meinte Neuhold im APA-Gespräch.

Unwetter als einziger Störfaktor

Laut den Einsatzkräften verlief das Wochenende sehr ruhig: Die Polizei sprach von einigen wenigen Diebstählen und Sachbeschädigungen. Gravierende Behinderungen bei der Anreise blieben aus. Das Rote Kreuz hatte am Samstag einige Besucher zu versorgen, die wegen der Hitze kollabiert waren, ansonsten waren aber nur kleinere Verletzungen zu versorgen. Die Feuerwehr hatte die meisten Einsätze wegen der Unwetter, die am Freitag und vor allem am Samstag niedergingen. Gegenstände, die der Sturm umgeworfen hatte, mussten beseitigt werden.

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