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„Hätten mehr Tore machen können“

21 Jahre sind seit dem letzten Rapid-Cuperfolg vergangen, vor elf Jahren sind die Grün-Weißen zuletzt im Endspiel gestanden. Ein Umstand, der sich im kommenden Jahr ändern soll: Der erste Schritt wurde nun mit dem 3:1 in der ersten Runde gegen FC Karabakh am Freitag getan.

Neo-Trainer Mike Büskens versuchte nach dem ungefährdeten Sieg die Leistung einzuordnen. „Wir haben das Spiel über 90 Minuten unter Kontrolle gehabt“, sagte der Deutsche - und fügte kritisch hinzu: „Beim 1:3 waren wir zu leichtfertig. Wir hatten Möglichkeiten zu einem vierten, fünften und sechsten Tor. Ich hätte mir gewünscht, dass wir die auch gemacht hätten.“

Positiv strich der 48-Jährige hervor, dass sein Team nie Gefahr gelaufen sei, die Partie aus der Hand zu geben. Ebenfalls beeindruckte den Deutschen die Stimmung auf dem Sportclub-Platz. „Es war wie ein Heimspiel für uns, definitiv. Ich habe mir den Platz schon vorher angeschaut, weil ich nicht unvorbereitet sein wollte. Die Atmosphäre war Weltklasse - wenn man sich vorstellt, was dann erst in der Bundesliga abgeht.“

Trainer Mike Bueskens (Rapid)

APA/Hans Punz

Zufrieden mit der Dominanz, unzufrieden mit der Chancenverwertung im ersten Pflichtspiel: Rapids Neo-Trainer Büskens

Joelinton als Hoffnungsträger

Besonderes Lob von seinen Mitspielern bekam Joelinton in seinem Pflichtspieldebüt. Der Brasilianer, der auf Leihbasis vom deutschen Bundesligisten Hoffenheim zu den Rapidlern gestoßen war, stellte sich mit einem superben Fersler-Tor ein und machte eine gute Stunde lang gute Figur.

„Er ist einer, der hart arbeitet, der uns im Pressing unheimlich unterstützt. Er kann Tore machen und hält Bälle. Wir können sehr zufrieden sein mit ihm“, streute Rapid-Kapitän Steffen Hofmann - in der Folge ebenfalls Torschütze (zum 2:0) - seinem neuen Teamkollegen Rosen.

Verteidiger Christoph Schösswendter konstatierte, dass sich der 19-jährige Joelinton „gut in Szene gesetzt“ habe. „Man sieht im Training, dass er sehr gute Ansätze hat“, erklärte der Neuzugang von der Admira nach seinem ersten Pflichtspiel im Rapid-Trikot.

Zu viele Chancen vergeben

Fakt ist aber auch, dass die Grün-Weißen wieder in einer ihrer Lieblingsdisziplinen brillierten: im Chancenvergeben. „Wir hätten das eine oder andere Tor mehr machen können“, zeigte sich Hofmann einsichtig. Auch Büskens kritisierte die erneut beträchtliche Abschlussschwäche. Schösswendter stellte sogar fest, dass man „sehr leichtfertig“ mit den Möglichkeiten umgegangen sei. Das Einzige, was den Abwehrhünen noch mehr störte: „Das Gegentor - das ärgert mich, das muss nicht sein. Aber Hauptsache wir sind in der nächsten Runde.“

Der erste Schritt zum ersten Cuptitel seit 1995 ist jedenfalls getan. Kapitän Hofmann, seit 15 Jahren bei Rapid, fehlt der Pokal noch in seiner Titelsammlung. „Vielleicht schaffen wir es heuer. Oder nächstes Jahr“, sagte der 35-jährige Deutsche und deutete augenzwinkernd seinen Verbleib über 2017 hinaus an.

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