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„Weder Streit noch fliegende Teller“

Teamtorhüter Robert Almer hat sich als erster ÖFB-Nationalspieler ausführlich nach dem frühen Aus bei der Fußball-EM in Frankreich geäußert. „Die Enttäuschung ist sehr groß, und ich werde sicher noch lange daran nagen“, sagte er in der Ö3-Sendung „Frühstück bei mir“ am Sonntag. Berichte über einen angeblichen Streit im Team wies der 32-Jährige entschieden zurück.

Allerdings sei die Stimmung nach der Niederlage im ersten Match gegen Ungarn logischerweise negativ gewesen, so der Austria-Torhüter. „Wir waren alle niedergeschlagen. Wenn man so verliert, ohne eine Chance zu haben, schwächt es auch das Selbstvertrauen. Insgesamt haben wir nicht die Passqualität der Qualifikation erreicht und konnten unsere Leistung einfach nicht abrufen.“

„Wirklich wie eine kleine Familie“

Gerüchten über Streit im Team widersprach Almer aber: „Wir sind wirklich wie eine kleine Familie und verstehen uns gut. Es hat weder Streit noch fliegende Teller gegeben.“ Natürlich würden sich der Altersunterschied und unterschiedliche Interessen - etwa zwischen ihm als 32-jährigem Familienvater und jungen Starspielern wie David Alaba - bemerkbar machen, gab Almer zu.

ÖFB-Goalie Robert Almer

APA/AFP/Martin Bureau

Trotz der Altersunterschiede war das Team bei der EM „eine kleine Familie“

„Ich habe außer Fußball nicht so viele Themen, über die ich mit den jungen Spielern sprechen kann. Bei denen geht’s um Mode, Musik, die neuesten Frisuren. Mir ist es nicht wichtig, ob ich ein T-Shirt von Gucci oder H&M anziehe - mir geht es darum, dass es meinen Kindern gut geht. Und ja, ich werde mit David nicht besprechen können, ob es besser ist, meinem Sohn um elf in der Nacht das Flascherl zu geben oder um eins in der Früh. Da sind wir sicher völlig unterschiedlich.“

Keine Ambition auf Kapitänsamt

Sein nach dem Ausscheiden abrasierter Vollbart ist schon wieder nachgewachsen. „Für mich war es ein Zeichen. Der Bart muss ab und jetzt wieder etwas Neues wachsen. Es war ein Schritt, der mich emotional auf Distanz gebracht hat zur Euro.“

Als künftigen ÖFB-Teamkapitän und Nachfolger von Christian Fuchs sieht sich Austria-Spieler Almer nicht. „Das sollen die Jungs machen, die keine kleinen Kinder haben und Schlaf nachholen müssen. Ich bin mit meiner Rolle sehr zufrieden, bin froh, wenn ich der Mannschaft mit meiner Ruhe raushelfen kann“, so Almer. Er würde aber trotz des Misserfolgs gerne auch noch bei der EM 2020 im Tor des Nationalteams stehen. „Diese Begeisterung der Fans bei einem Großereignis zu erleben ist gigantisch. Die Euro war trotz allem der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere.“

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