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Grandiose Stimmung im neuen Stadion

Im ganz großen Stil hat Rapid am Samstag seine neue Heimstätte eröffnet. Neben musikalischen Stargästen und dem fußballerischen Leckerbissen mit dem Match gegen Chelsea sorgten - wie auch schon im alten Hanappi-Stadion - vor allem die Fans vom „Block West“ für die großen Stimmungshighlights.

Bereits bei der Anreise nach Hütteldorf waren Vorfreude und Spannung nahezu greifbar. Von Kopf bis Fuß in Grün-Weiß gewandete Gestalten aller Geschlechter und Altersklassen nickten einander auf den Bahnsteigen der Schnellbahn anerkennend zu. Wildfremde Menschen versicherten einander, wie sehr sie sich seit zwei Jahren den Eröffnungstag herbeisehnten und das Kribbeln genießen würden - und zwar in vollen Zügen, sowohl im übertragenen als auch im buchstäblichen Sinn dank der Sperre der U4.

„Danke“ - „Bitte“

28.600 Besucherinnen und Besucher - das hat Hütteldorf noch nicht erlebt. Mussten sich Fans im alten Gerhard-Hanappi-Stadion bei vollem Haus „nur“ durch rund 17.000 Fans kämpfen, erhöhte sich nun das Aufkommen mit dem Neubau um mehr als die Hälfte. Aufgrund des über einen ganzen Nachmittag verteilten Eröffnungsprogramms hatten die Verantwortlichen die Herausforderungen, die derartige Menschenmassen mit sich bringen, aber gut im Griff.

Zumindest die Stehplatzreihen des „Block West“ waren bereits zum Spiel der beiden Special Needs Teams von Rapid und Chelsea um 15.30 Uhr, das die Gastgebermannschaft mit 3:2 gewann, fast vollzählig mit rund 8.500 Fans besetzt. Andy Marek ließ es sich nicht nehmen, zwischen den einzelnen Programmpunkten immer wieder ein ins Mikrofon gebrülltes Danke einzustreuen, auf das das obligatorische Bitte von den Rängen schallte.

Emotionale Stimmung bei Verantwortlichen und Fans

„Wir können alle gemeinsam stolz sein auf dieses Projekt. Es war sehr stressig in den letzten Wochen“, fasste Projektleiter Harry Gartler die Stimmung im grün-weißen Team zusammen. Die Erleichterung über die Vollendung ihres „Jahrhundertprojekts“ war den Beteiligten anzusehen. Gartler ließ sich im Freudentaumel zu einer Gesangseinlage hinreißen und schmetterte „Rapid Wien – Lebenssinn“ zur Melodie des 70er-Jahre-Schmachtfetzens „Tornero“ ins Mikrofon. Wäre Gartler, der sich vorrangig bei seiner Frau für deren Geduld bedankte, nicht schon verheiratet, man hätte schwören können, er würde ihr gleich einen Heiratsantrag machen.

Als sich die Zuschauer schon zu fragen begannen, was eigentlich Roman Gregory gerade macht, stand der Alkbottle-Frontman und bekennende Rapid-Fan schon auf der eigens aufgebauten mobilen Bühne. Auch die bereits im Vorfeld angekündigten Wiener Sängerknaben gaben zwei Lieder zum Besten. Für den stimmungsvollen und vielumjubelten Abschluss der musikalischen Feierlichkeiten sorgte Kurt Ostbahn, ehe Altbundespräsident Heinz Fischer unter großem Beifall der Zuschauerinnen und Zuschauer das Stadion offiziell für eröffnet erklärte.

Heinz Fischer

APA/Hans Punz

Joelinton schießt Premierentor

Die Ehre des ersten Treffers im neuen Zuhause wurde Rapid-Neuzugang Joelinton zuteil. Der 19-jährige Brasilianer erlöste die Fans bereits nach etwas mehr als sieben Minuten, die nun endlich eindrucksvoll zeigen konnten, welches akustische Potenzial in der „Grünen Wand“ des Allianz Stadions steckt. In der Schlussphase sorgte Tomi mit seinem Tor zum 2:0-Endstand dann noch einmal für Gänsehautstimmung auf den Rängen. Ob der Enge der Arena, des flachen Dachs, der steilen Ränge und nicht zuletzt des kurz vor Spielbeginn einsetzenden Sprühregens wähnte man sich schon fast in Großbritannien.

Der Sound überraschte nicht nur mit grandioser Lautstärke und Kraft, sondern auch mit seiner Feinheit: Könnte man Italo-Englisch, hätte man auch jedes Wort von Chelseas Neo-Trainer Antonio Conte verstanden, der ab der ersten Minute wild gestikulierend an der Seitenlinie auf und ab marschierte und seine Anweisungen in die Arena brüllte. Die Chelsea-Delegation zeigte sich ebenfalls via Twitter von dem „very noisy Allianz Stadion“ schwer beeindruckt.

Linda Ellerich, ORF.at

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