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„Keine Torchancen zulassen“

Ein Betriebsausflug wird Salzburgs Reise nach Liepaja nicht. Da es im Hinspiel der zweiten Qualirunde zur Champions League trotz Überlegenheit nur zu einem 1:0 reichte, müssen die „Bullen“ am Dienstag (18.00 MESZ, live in ORF eins und im Livestream) höchst konzentriert zu Werke gehen. „Für ein Auswärtstor sind wir immer gut“, meinte Routinier Christian Schwegler vor dem Duell mit dem Außenseiter.

Trotz des Cupspiels am Freitag trat Salzburg am Montag den Flug in die 80.000-Einwohner-Stadt an der Ostsee gut ausgeruht an. Trainer Oscar Garcia hatte beim 3:1-Erfolg über Vorwärts Steyr mit Ausnahme Bernardos alle Akteure vom CL-Qualihinspiel geschont. Der breite Kader könnte in einer langen Saison noch zum wichtigen Faktor werden. Am Dienstag jedenfalls ist im wenige Meter vom Strand entfernten 5.000er-Oval namens Daugava wieder eine A-Truppe des Triple-Double-Gewinners zu erwarten.


Oscar Garcia

GEPA/Felix Roittner

Garcia will sich auf dem Weg in die dritte Qualirunde nicht stoppen lassen

„Sehr kompakt und zweikampfstark“

Schließlich will Salzburg gegen einen im Hinspiel extrem tief stehenden Kontrahenten keine Blamage und damit das völlig Europacup-Blackout in dieser Saison riskieren. „Ich erwarte Liepaja ähnlich wie schon im ersten Spiel. Sie haben gezeigt, dass sie defensiv sehr kompakt stehen und zweikampfstark sind. Aber natürlich brauchen sie, um weiterzukommen, ein Tor. Das wollen wir mit allen Mitteln vermeiden“, sagte Garcia .

Champions League, Qualifikation

Zweite Runde, Rückspiel

Dienstag, Beginn 18.00 Uhr:

Live in ORF eins und im Livestream

Liepaja - Salzburg

Daugava-Stadion, SR Lardot (BEL)

Mögliche Aufstellungen:

Salzburg: Walke - Schwegler, Miranda, Hinteregger, Ulmer - Laimer, Bernardo, Berisha - Lazaro, Soriano, Dabbur

Liepaja: Dorosevs - Kluk, Ivanovs, Gorkss, Klava, Karklins - Brtan, Torres, Strumia - Kamess, Mickevics

Hinspiel: 0:1

Auch sein Pendant, Viktors Dobrecovs, der im Hinspiel „keinen riesigen Unterschied“ zwischen den Teams erkannt haben wollte, schonte am Samstag einige seiner Kicker. Gegen die unterklassige Truppe von Caramba Riga reichte das zu einem 5:2-Erfolg.

Kein Platz für Unkonzentriertheiten

Verteidiger Schwegler sieht den Schlüssel zum Erfolg in der Defensive: „Wichtig wird es sein, dass wir, so wie schon im Heimspiel, defensiv gut stehen und keine Torchancen zulassen“, meinte der Routinier. Dass ein Abwehraussetzer fatal sein kann, hätte man in Salzburg fast in der Schlussphase erleben müssen, als ein Schuss von Valerijs Afanasjevs nur knapp neben die Stange ging. Mit den eigenen Möglichkeiten verfuhr die Garcia-Elf recht sorglos.

Soriano machte mit dem späten Treffer (83.) immerhin seine bis dahin ungewohnt nervöse Vorstellung im Abschluss vergessen. „Wir müssen mit unseren Chancen noch konzentrierter als im Hinspiel umgehen“, mahnte Schwegler. Das vom Schweizer angesprochene Auswärtstor - tatsächlich erzielte man zuletzt beim 0:0 in Graz am 2. März keinen Treffer in der Fremde - ist prinzipiell nicht nötig. Es würde schon reichen, die saisonübergreifende Serie von 17 Pflichtspielen ohne Niederlage weiter auszubauen.

Jonatan Soriano (RB Salzburg) gegen Kaspars Gorkss und Pavels Dorosevs (FK Liepaja)

APA/Krugfoto

Soriano brauchte mehrere Anläufe, um den wichtigen Heimsieg zu fixieren

Dem Aufsteiger winkt ein Duell mit Ungarns Meister Ferencvaros Budapest, bei dem neben Ex-Austrianer Emir Dilaver seit diesem Sommer auch Salzburgs Leihspieler Marco Djuricin engagiert ist. Das Team des deutschen Trainers Thomas Doll hat nach dem 1:1 im Auswärtshinspiel beim albanischen Club Partizani Tirana die besseren Karten. Gewissheit bezüglich ihres Gegners in der dritten Qualirunde haben die Salzburger aber erst am Mittwochabend.

Ausflug in die jüngere Vergangenheit

Die Reise nach Lettland ist für Salzburg zugleich ein Trip in die jüngere Vergangenheit und damit die Prä-Rangnick-Ära. Unter Trainer Ricardo Moniz feierte man im Juli 2011 in der Europa-League-Qualifikation beim damals noch als Metalurgs Liepajas firmierenden Gegner einen souveränen 4:1-Sieg im Hinspiel. Mit einem lupenreinen Hattrick in der ersten Hälfte ging damals der Stern des 2015 nach China abgewanderten Brasilianers Alan auf.

Inzwischen sind Personal wie Philosophie freilich ganz anders. Vom damaligen Kader sind neben Schwegler nur noch Martin Hinteregger, Andreas Ulmer, Alexander Walke und Christoph Leitgeb mit an Bord. Die Namen etwa von Petri Pasanen, Leonardo und Rasmus Lindgren sind hingegen längst verblasst.

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