Themenüberblick

Körperlich nicht in Bestform

Dominic Thiem hat sich auch beim siebenten Antreten beim Generali Open in Kitzbühel seinen Titeltraum nicht erfüllt. Der 22-jährige Weltranglistenneunte war mit großen Zielen nach Tirol gekommen. Das Stadion war erstmals seit 1993 ausverkauft, doch Thiem konnte den hohen Ansprüchen diesmal nicht gerecht werden und musste sich überraschend Jürgen Melzer geschlagen geben.

Thiem wirkte bei der 3:6 5:7-Niederlage nicht so spritzig wie sonst und war auch emotional zurückhaltend. Doch der Druck des haushohen Favoriten, das betonte Thiem, habe ihn nicht belastet. „Druck habe ich bei jedem Turnier. Nächste Woche kann ich richtig viele Punkte machen, hier eigentlich gar keine. Hier kommen viele Leute wegen mir, dort bin ich einer unter vielen. Druck hat man jede Woche. Ich bin das gewöhnt und kann gut damit umgehen.“

Dominic Thiem

APA/Barbara Gindl

An diesem Tag war für Thiem gegen Melzer nichts zu holen

Die Leistung des 35-jährigen Melzer wollte Thiem keinesfalls schmälern, doch auch seine Fans konnten sehen, dass er weit von seiner Bestform entfernt war. „Es mag für Außenstehende eine Riesensensation sein. Aber wenn man selbst spielt, weiß man, wenn man die Leistung nicht gut rüberbringt, dann reicht das gegen viele Spieler nicht“, erklärte Thiem.

„Schnell abgehakt“

In seinem ersten Einzel nach dem Wimbledon-Aus und danach zwölf Tagen Trainingspause wegen einer Stirn- und Nebenhöhleneiterung fühlte sich Thiem, der in diesem Jahr schon vier Turniere gewonnen hat, einfach nicht wohl. „Es gibt Niederlagen, die extrem wehtun, und manche, die auch wehtun, aber die jetzt schnell abgehakt sind. So eine ist das heute, weil ich einfach keine gute Leistung erbracht habe.“

Günter Bresnik sprach nach dem Match lange mit seinem Schützling, aber der sonst so kritische Coach war zurückhaltend. „Ich kann jemand nicht dafür kritisieren, wenn er nicht beieinander ist. Ich habe das die ganze Woche betont, dass er für mich körperlich meilenweit vom Normalzustand entfernt ist“, erklärte Bresnik. Er wolle nun abklären, ob im Körper noch ein Entzündungsherd vorhanden ist. „Welchen Zustand er vermittelt hat, ist halt für mich ungewohnt. So sehe ich ihn in drei Jahren wahrscheinlich nur einmal.“

Noch viel vor in diesem Jahr

Vor seiner Abreise zur Übersee-Tournee nach Toronto will sich Thiem in Wien noch gesundheitlich durchchecken lassen. Für die bevorstehende Hartplatzsaison hat sich Österreichs Nummer eins aber doch einiges vorgenommen. „Ich habe eigentlich das ganze (restliche) Jahr wenig Punkte zu verteidigen. Ich kann fast nur Plus machen. Mein größtes Ziel ist es, den Top-Ten-Platz zu festigen, da sind einige gute Chancen dabei.“

Thiem spielt nach Toronto statt bei den Olympischen Spielen beim neuen ATP-Turnier in Los Cabos (Mexiko), danach Cincinnati und die US Open. Im Herbst sind Metz, voraussichtlich Tokio, Schanghai, Wien und Paris geplant. Bresnik glaubt übrigens nicht daran, dass Thiem die Qualifikation für das Saisonfinale der besten acht Spieler des Jahres schaffen wird. „Das ist Schwachsinn, das sage ich von Anfang an. Es sind noch vier Masters-1000-Turniere und die US Open“, sagte Bresnik.

Links: