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ÖOC nimmt freie Quotenplätze an

Das österreichische Olympiateam für Rio de Janeiro hat sich von 68 auf 71 Athleten vergrößert. Weil der Kanuweltverband einige russische Sportler infolge des Dopingskandals suspendierte, wurden Quotenplätze frei. Österreichs Olympisches Comite (ÖOC) beschloss in Absprache mit dem Kanuverband, jene im Kajak-Einer für Yvonne Schuring und im Kajak-Zweier für Viktoria Schwarz und Ana Roxana Lehaci anzunehmen.

„Es war immer unsere Linie, Quotenplätze, die Österreich aufgrund von Dopingsperren zugesprochen werden, zu akzeptieren. Dieser Linie bleiben wir treu“, wurde ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel in einer Aussendung zitiert. Schuring meinte gegenüber dem ORF-Fernsehen, sie sei froh, dass mit den Suspendierungen russischer Athletinnen Gerechtigkeit einziehe. „Ich habe fast nicht mehr damit gerechnet, aber natürlich weitertrainiert“, sagte die 38-Jährige.

Das Rio-Team ist damit das größte Österreichs seit 2004 in Athen, als 74 Aktive nominiert waren. 2008 in Peking und 2012 in London waren es jeweils 70.

Yvonne Schuring

GEPA/Markus Oberlaender

Schuring wird für Österreich in Rio im Kajak-Einer um eine Medaille kämpfen

Fragezeichen hinter Schwarz

Der Fitnesszustand von Schwarz ist derzeit aber fraglich, sie hatte sich Ende Mai bei einem Schlafwandlersturz vom Balkon mehrere Knochenbrüche zugezogen. Schwarz war im Krankenhaus Linz operiert worden, sie hatte sich die linke Schulter, die Nase und ein Fersenbein gebrochen. Bevor Schwarz grünes Licht für Rio bekommt, muss sie sich noch einer sportmedizinischen Untersuchung durch ÖOC-Chefarzt Alfred Engel unterziehen. Sie weilt derzeit in Sao Paulo in Brasilien und soll die Untersuchung ehestmöglich absolvieren.

Beide österreichischen Boote hatten die Olympiaqualifikation nur knapp verpasst. Im Hinterkopf blieb die Möglichkeit einer Doch-noch-Teilnahme, wie auch Flachwasser-Sportkoordinator Günther Briedl gegenüber der APA bestätigte. „Sie haben weitergearbeitet, weitertrainiert. Ana und Yvonne waren zuletzt auch bei den Staatsmeisterschaften am Start. Ich hoffe, sie geben Gas in Rio.“ Die nachträgliche Startgenehmigung sieht er als „versöhnliches Ende mit sehr viel Anlauf“. Aber wenn Leute dopen, dann müsse auch die Gerechtigkeit irgendwann einmal siegen, so Briedl.

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