0:1-Niederlage gegen Angstgegner
Cashpoint SCR Altach hat am Sonntag in der zweiten Runde der tipico-Bundesliga den zweiten Saisonsieg gefeiert. Die Vorarlberger bezwangen Rapid daheim mit 1:0 und liegen vorerst punktegleich mit dem neuen Tabellenführer Austria auf Rang zwei. Eine schöne Kombination der beiden „Joker“ Patrick Salomon und Dimitri Oberlin sorgte in der 75. Minute für die Entscheidung.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Für Rapid war die Niederlage gegen ihren Angstgegner ein herber Dämpfer nach dem tollen Saisonstart, als SV Guntamatic Ried daheim mit 5:0 aus dem neuen Stadion geschossen wurde. Rapid hat bereits drei Spiele in Folge in Vorarlberg nicht gewonnen. Achtmal war Altach bisher insgesamt gegen Rapid erfolgreich - öfter als gegen jedes andere Team in der Bundesliga.
Siegestreffer durch Salomon
Altach setzte sich durch ein Tor von Patrick Salomon nach Vorlage von Dimitri Oberlin in der 75. Minute durch.
Die erste Chance in der Partie gehörte den Hausherren. Ein Kopfball von Martin Harrer ging über das Tor (1.). Auf der Gegenseite setzte Stefan Schwab einen Freistoß knapp außerhalb des Strafraums drüber (5.), Rapid-Neuzugangs Arnor Ingvi Traustason schoss auch zu hoch (9.) und Louis Schaubs Abschluss ging über das Gehäuse von Andreas Lukse (16.). Altach ließ in der Anfangsphase der Partie zudem zwei Ballverluste der Rapid-Abwehr ungenützt.
Stangenschüsse auf beiden Seiten
Die bis dahin beste Chance der Hausherren fand Harrer nach Hereingabe von Nikola Dovedan vor (20.), die Rapid-Abwehr konnte aber zur Ecke klären. Nur vier Minuten später versuchte Harrer Rapid-Goalie Jan Novota mit einem Volley zu überheben, sein 30-Meter-Bogenschuss landete an der linken Außenstange. In puncto Aluminiumtreffer glich Rapid wenig später aus: Thomas Schrammel zog aus spitzem Winkel von links ins lange Eck ab, traf aber ebenfalls nur die Stange (27.).
Abgesehen von zwei Freistößen von Schwab (33.) bei Rapid bzw. Harrer (37.) bei Altach, die beide über das Tor gingen, sowie einem Schuss von Schwab (41./knapp drüber) bekamen die 6.237 Zuschauer in der Cashpoint Arena in der ersten Spielhälfte kaum noch gute Torchancen zu sehen.
Traustason-Topchance und Harrer-Abseitstor
Unmittelbar nach der Pause holte Nikola Dovedan einen Freistoß aus rund 22 Metern für die Mannschaft von Trainer Damir Canadi heraus. Der Gefoulte trat auch an, setzte den Schuss aber in die Rapid-Mauer (47.). Danach setzte heftiger Regen ein und Rapid kam zu einer Topchance. Ein Einwurf wurde von Schaub ideal per Kopf auf Traustason in den Strafraum verlängert, sein Schlenzer ins lange Eck landete an der Stange (51.).
Danach gab es auf der Gegenseite kurzen Torjubel. Harrer (57.) rutschte in einen Stanglpass von Galvao und bezwang Rapid-Goalie Novota. Der Treffer wurde von Schiedsrichter Rene Eisner wegen Abseits aber nicht gegeben. Eine harte Entscheidung: Denn Dovedan, der das Abseits verursachte und vor Harrer zum Abschluss kommen wollte, berührte weder den Ball noch behinderte er Novota.
Eisner verweigert Altach Elfmeter
Elfmeteralarm im Rapid-Strafraum: Grahovac brachte Dimitri Oberlin zu Fall, Schiedsrichter Rene Eisner ließ aber weiterspielen (67.).
In der 67. Minute ärgerte sich Altach-Trainer Canadi über einen nicht gegebenen Elfmeter für Altach. Der eingewechselte Oberlin tankte sich auf der rechten Seite gegen Schrammel und Srdjan Grahovac in den Strafraum durch und wurde von Grahovac umgerissen. Referee Eisner ließ aber weiterspielen.
Zwei „Joker“ bringen Altach in Führung
In der 75. Minute kam es dann zur hochverdienten Führung für die Hausherren. Oberlin blieb zunächst in der Rapid-Abwehr hängen, konnte aber per Ferse auf den in den Strafraum startenden Salomon auflegen, der Novota bezwang (75.). Es war eine schöne Aktion zweier „Joker“. Oberlin wurde in der 60. Minute für Dovedan eingewechselt, Salomon kam in der 71. Minute für Daniel Luxbacher.

GEPA/Oliver Lerch
Salomon traf nur vier Minuten nach seiner Einwechslung
Rapid-Trainer Michael Büskens reagierte mit einem Doppeltausch auf den Gegentreffer. Der Deutsche wechselte Thomas Murg für Schaub und Maximilian Entrup für Grahovac (jeweils 77.) ein. Altach-Coach Canadi stärkte in der Schlussphase die Defensive und brachte Mittelfeldspieler Nikola Zivotic für Stürmer Harrer (82.). Die Hausherren brachten die knappe Führung über die Zeit und bejubelten nach dem Sieg zum Auftakt gegen den RZ Pellets WAC den zweiten 1:0-Heimerfolg im zweiten Spiel.
Peter Falkner, ORF.at
Stimmen zum Spiel:
Damir Canadi (Altach-Trainer): „Es ist schon schön, Rapid zu schlagen. Wir haben sehr viel umgesetzt. Das Abseitstor war aus meiner Sicht nicht klar zu erkennen. Das war schwierig zu entscheiden. Wenn man 1:0 gewinnt, ist es leichter, so eine Situation zu überstehen. Oberlin hat eine Riesenqualität. Er kann den Unterschied ausmachen, aktuell wenn er die letzte halbe Stunde kommt. Bei Red Bull sind sehr viele Individualisten, bei uns muss er im Team arbeiten.“
Mike Büskens (Rapid-Trainer): „Überrascht waren wir nicht. Wir wussten, dass sie hinten kompakt verteidigen. Wir haben uns in einigen Situationen nicht gut angestellt, zum Beispiel beim Gegentor. Da verlieren wir den Ball im Mittelfeld und spielen tief. Wir bekommen keinen Zugriff auf Oberlin und dann bist du hier in Rückstand. Das war unnötig, weil wir vorher in der ersten Hälfte und auch danach durch Traustason die Chance hatten, in Führung zu gehen.“
Tipico-Bundesliga, zweite Runde
Sonntag:
Altach - Rapid 1:0 (0:0)
Cashpoint Arena, 6.237 Zuschauer, SR Eisner
Tor: Salomon (75.)
Altach: Lukse - Lienhart, Jäger, Netzer, Zech, Galvao - D. Luxbacher (71./Salomon), Prokopic, Dovedan (60./Oberlin) - Ngwat-Mahop, Harrer (82./Zivotic)
Rapid: Novota - Pavelic, Schößwendter, M. Hofmann, Schrammel - Grahovac (77./Entrup), Schwab - Schobesberger, Schaub (77./Murg), Traustason (63./Szanto) - Joelinton
Gelbe Karten: Netzer bzw. keine
Mehr dazu in sport.ORF.at/fussball
Links: