Themenüberblick

Optimistisch, aber nicht übermütig

Im DFB-Pokal ist RB Leipzig schon in der ersten Runde an Dynamo Dresden gescheitert, in der am Wochenende beginnenden deutschen Bundesliga will der Aufsteiger aber deutlich besser abschneiden. Coach Ralph Hasenhüttl hatte vergangene Saison mit dem damaligen Neuling Ingolstadt immerhin 40 Punkte und Rang elf erreicht. Ähnliches soll nun auch mit Leipzig gelingen.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die Leipziger waren vor dem Cup-Aus im Elfmeterschießen ungeschlagen durch die Vorbereitung gekommen. Das macht Mut für den Start ins Abenteuer Bundesliga. „Wir als Mannschaft haben uns keine Ziele wie Tabellenplatz oder Punkte gesetzt, weil es nichts bringt. Wir versuchen Fuß zu fassen in der Liga, das wird schwer genug“, sagte Defensivspieler Stefan Ilsanker.

Ilsanker blickt optimistisch voraus

Wichtig sei es, den eigenen Fußball weiter zu festigen. „Ich denke, wenn wir die Sachen, die wir bei den Topspielen in der zweiten Liga schon gut umgesetzt haben, auch in der ersten Liga umsetzen, dann sind wir absolut wettbewerbsfähig“, sagte der Salzburger und blickte optimistisch voraus. Der ÖFB-Teamspieler ist vorerst in der Innenverteidigung gesetzt, genauso wie Marcel Sabitzer in der Offensive.

Leipzig-Direktor Ralf Rangnick

GEPA/Roger Petzsche

Rangnick erwartet sich einiges vom ÖFB-Duo

Beide haben mit dem Aufstieg die nächste Stufe auf der Karriereleiter erreicht und dürfen sich erstmals außerhalb von Österreich in einer ersten Liga beweisen. „Beide haben absolut das Zeug für die Bundesliga“, so Sportdirektor Ralf Rangnick.

„Jeder Fehler wird gnadenlos bestraft“

Die Vorfreude ist groß, bei Ilsanker auch die Hoffnung, dass ihn Stars wie Robert Lewandowski oder Pierre-Emerick Aubameyang nicht schwindlig spielen. „Natürlich freue ich mich brutal auf so große Namen und Weltstars, dass ich mich mit denen messen darf. Es ist schon richtig geil, aber auf der anderen Seite harte Arbeit, denn von denen wird jeder Fehler gnadenlos bestraft“, weiß Ilsanker.

Persönlich möchte er noch einen Schritt nach vorne machen. „Ich bin auf einem guten Weg und jetzt gilt es, in einer Topliga zu bestätigen, dass ich auch da mithalten kann“, sagte der Salzburger. Im ÖFB-Nationalteam habe er das bereits in Duellen mit Stars wie Neymar, Zlatan Ibrahimovic oder Cristiano Ronaldo unter Beweis gestellt. „Jetzt gilt es, das Woche für Woche zu bestätigen und dann wird man sehen, ob mich das noch einmal auf ein anderes Level bringt“, sagte Ilsanker.

Schwieriger Auftakt

Als erste Prüfung wartet am Sonntagnachmittag das Gastspiel bei 1899 Hoffenheim. „Unser Startprogramm hätte leichter sein können, deshalb ist es wichtig, in Hoffenheim gleich zu punkten“, gab Rangnick die Marschroute vor.

Danach wartet das Heimspiel gegen Borussia Dortmund, gefolgt vom Gastspiel in Hamburg und der Heimpartie gegen Gladbach. Der Sportdirektor erwartet sich keinen Fehlstart, sollte es doch dazu kommen, würde man aber ruhig bleiben. „Gladbach hatte letztes Jahr fünf Niederlagen in Serie und ist nachher noch Vierter geworden“, sagte Rangnick.

„Die Euphorie ist riesengroß“

Neben der Ligapremiere am Wochenende fiebern die Leipziger auch dem Heimdebüt am 10. September entgegen. Der Dauerkartenverkauf wurde bei 20.000 gestoppt, das Duell mit dem BVB in der 42.959 Sitzplätze fassenden Red-Bull-Arena hätte laut Ilsanker „dreimal ausverkauft“ werden können. „Die Nachfrage ist riesengroß, die Euphorie ist riesengroß. Wir haben unglaublich tolle Fans, ich nehme an, dass jedes Heimspiel ausverkauft sein wird“, sagte er voller Vorfreude.

Die großen Highlights werden trotzdem auswärts stattfinden. „Ich freue mich riesig darauf, in Dortmund vor über 80.000 zu spielen, in München, auf Schalke, das werden unglaublich geile Spiele werden“, sagte Ilsanker. Im Titelkampf hat er neben den Bayern und Dortmund auch Leverkusen auf der Rechnung. Imponiert hat ihm zuletzt die Entwicklung von Mainz, das vergangenes Jahr lange um einen Champions-League-Platz kämpfte, am Ende Sechster wurde. „Das zeigt, wie eng die Liga ist, was möglich ist. Auf der anderen Seite sieht man bei Clubs wie Bremen oder Stuttgart, dass man mit einem schlechten Jahr schnell gegen den Abstieg spielt.“

Kein leichter Stand bei gegnerischen Fans

Das 2009 in einer Kooperation mit dem SSV Markranstädt in der fünften Liga gestartete Projekt „RB Leipzig“ ist am vorläufigen Höhepunkt angelangt. Angefeindet wird der Club von vielen Seiten nach wie vor.

„Dass einem in den gegnerischen Stadien natürlich nicht der rote Teppich ausgerollt wird, ist klar“, rechnet Ilsanker mit der einen oder anderen Verbalattacke. In Dresden blieb es zuletzt nicht bei verbalen Angriffen, Anhänger warfen da einen blutig abgetrennten Bullenkopf aus dem Sektor auf den Boden, um offenbar gegen Red Bull zu protestieren.

Links: