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„Habe das noch nicht erlebt“

Die diesjährigen US Open verlaufen für Topstar Novak Djokovic höchst eigenartig: Nach seinem Viersatzsieg zum Auftakt über den Polen Jerzy Janowicz musste sein Zweitrundengegner Jiri Vesely wegen einer Handgelenksverletzung das Match gegen Djokovic absagen. Auch am Freitag profitierte der „Djoker“ beim Stand von 4:2 von der Aufgabe des Russen Michail Juschni wegen einer Rückenverletzung.

Damit hat Djokovic seit seinem Erstrundensieg nur 31 Minuten spielen müssen, um nun bereits im Achtelfinale zu stehen. „Es ist schwer, Worte zu finden. Ich glaube, ich habe das in meiner Karriere noch nicht erlebt. Ich wünsche Michail eine schnelle Genesung“, sagte Djokovic nach dem Kurzauftritt. Er selbst könne nur versuchen, das Positive aus den sechs gespielten Games mitzunehmen.

Michail Juschni wird wegen einer Verletzung behandelt

APA/AFP/Getty Images/Elsa

Für Juschni war das Spiel wegen einer Rückenverletzung bald vorbei

Djokovic wollte die Zeit nun nützen, um ein zusätzliches Training zu absolvieren. „Es gibt immer viel an meinem Spiel zu arbeiten“, sagte Djokovic und entschuldigte sich bei den Fans im Arthur Ashe Stadium für das kurze Match. Im Achtelfinale sollte der zwölffache Grand-Slam-Sieger und Titelverteidiger dann endlich wieder gefordert werden.

Nadal ohne Satzverlust weiter

Rafael Nadal erreichte indes mit einer beeindruckenden Leistung gegen Andrej Kusnezow das Achtelfinale. Der als Nummer vier gesetzte Spanier ließ dem Russen beim 6:1 6:4 6:2 keine Chance und qualifizierte sich ohne Satzverlust für die vierte Runde. In dieser trifft Nadal am Sonntag auf den Franzosen Lucas Pouille, Fünfsatzsieger über Roberto Bautista Agut aus Spanien. Nadal nähert sich nach seiner zweieinhalb Monate dauernden Pause wegen einer Handgelenksverletzung wieder seiner Bestform.

Im letzten Game erfreute Nadal das Publikum mit einem sensationellen „Tweener-Lob“, also einem mit dem Rücken zu Kusnezow durch die Beine gespielten Lob. Dazwischen verlor er sogar kurz das Racket. Die Fans im Arthur Ashe Stadium tobten noch ehe der Ballwechsel vorbei war. „Ich habe heute wirklich gut gespielt, besonders im ersten Satz. Das war sehr hohes Niveau“, so Nadal, der sich über seine Leistung freute. „Ich bin glücklich, dass ich wieder auf der Tour spielen kann, und ich spiele jeden Tag mit weniger Schmerzen im Handgelenk. Das ist das Wichtigste“, so der 14-fache Major-Sieger.

Geheimfavorit Cilic ausgeschieden

Einer der Geheimfavoriten schied dagegen überraschend bereits in der dritten Runde aus. Der als Nummer sieben gesetzte Kroate Marin Cilic, der mit dem Finalsieg über Andy Murray beim Masters-1000-Turnier in Cincinnati starke Form bewiesen hatte, war gegen den US-Amerikaner Jack Sock in 101 Minuten beim 4:6 3:6 3:6 chancenlos.

Handschlag von Marin Cilic (CRO) mit Jack Sock (USA)

APA/AFP/Jewel Samad

Cilic hatte vor zwei Jahren in New York einen sensationellen Lauf mit dem ersten und bisher einzigen Grand-Slam-Titel gekrönt. Zuletzt war Cilic wieder in die Top Ten zurückgekehrt. Sock steht indes damit jetzt zum zweiten Mal nach den French Open 2015 im Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Der Weltranglisten-27. trifft nun auf den als Nummer neun gesetzten Jo-Wilfried Tsonga. Der Franzose gewann souverän gegen den Südafrikaner Kevin Anderson mit 6:3 6:4 7:6 (7/4).

Keys mit Kraftakt - Kerber locker weiter

Bei Weitem nicht so mühelos, aber doch kam Socks Landsfrau Madison Keys ins Achtelfinale. Die als Nummer acht gesetzte US-Amerikanerin lag gegen die Japanerin Naomi Osaka schon aussichtslos mit 1:5 im dritten Satz zurück, ehe sie sich noch mit 7:5 4:6 7:6 (7/3) durchsetzte. Keys trifft im Achtelfinale auf die ehemalige Nummer eins, Caroline Wozniacki. Die Dänin besiegte die Rumänin Monica Niculescu sicher mit 6:3 6:1.

Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber hatte das erwartet leichte Spiel. Die Nummer zwei des Turniers ließ der 17-jährigen US-Amerikanerin Catherine Bellis beim 6:1 6:1 keine Chance. Sie trifft nun im Linkshänderinnenduell auf Petra Kvitova (CZE-14). In bisher acht Duellen der beiden steht es 4:4, es wird das erste auf Grand-Slam-Ebene. Übrigens: Schon seit 1992 (Monica Seles) hat es bei den US Open keine Linkshänderin mehr gegeben, die den Titel geholt hat.

Vinci schlägt Deutsche Witthöft

Johanna Konta, die britische Nummer 13 des Turniers, zeigte keine Auswirkungen ihres körperlichen Zusammenbruchs aus der Vorrunde mehr und ließ Belinda Bencic (SUI-24) nur drei Games. Konta trifft nun auf die Lettin Anastasija Sevastova, die nach der French-Open-Siegerin Garbine Muguruza nun auch Kateryna Bondarenko aus der Ukraine ausschaltete.

Vorjahresfinalistin Roberta Vinci hatte nur im ersten Satz leichtes Spiel mit der Deutschen Carina Witthöft, setzte sich aber mit 6:0 5:7 6:3 durch. Die als Nummer sieben gesetzte Italienerin spielt nun gegen Lesia Zurenko. Die Ukrainerin bezwang überraschend Dominika Cibulkova, die als Nummer zwölf gesetzte Slowakin, in drei Sätzen.

Sieg und Niederlage für ÖTV-Doppel

Sieg und Niederlage gab es am Freitag aus österreichischer Sicht im Herren-Doppel: Dominic Thiem, der mit dem zuletzt erstmals in die Top 100 im Doppel vorgestoßenen Tristan-Samuel Weissborn erstmals seit der Jugend vor über zehn Jahren angetreten ist, schlug sich gut für sein Drittrundeneinzel am Samstag (17.00 Uhr MESZ) gegen Pablo Carreno Busta (ESP) ein.

Das Duo bezwang die höher eingestufte Paarung Colin Fleming/Mariusz Fyrstenberg (GBR/POL) mit 6:4 6:7 (3/7) 6:2. Das Duo trifft nun auf Jeremy Chardy/Sam Groth (FRA/AUS).

Dominic Thiem und Tristan-Samuel Weissborn

GEPA/Matthias Hauer

Thiem/Weissborn feierten einen perfekten Auftakt im Doppel-Bewerb

Für den gesundheitlich angeschlagenen Oliver Marach, der nach Fieber derzeit Antibiotika schluckt, kam in der zweiten Runde mit seinem Partner Fabrice Martin (FRA) das Aus. Das als Nummer 15 gesetzte Duo unterlag Thiem-Gegner Carreno Busta sowie dessen spanischen Landsmann Guillermo Garcia-Lopez mit 5:7 7:6 (7/2) 3:6.

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