Themenüberblick

„Müssen an unsere Grenzen gehen“

Die Austria setzt im ersten Auftritt in der Europa-League-Gruppenphase auch ohne ihren verletzten Kapitän Robert Almer auf ihre Stärken. Alle drei Auswärtsauftritte haben die Wiener in der Qualifikation für sich entschieden. Am Donnerstag (19.00 Uhr) baut sich mit Astra Giurgiu der rumänische Meister als Kontrahent auf. Gespielt wird im Nationalstadion von Bukarest.

Im Lager der Austria war die Vorfreude trotz des wenig prominenten Gegners groß. „Wir wollen in allen Bewerben, in denen wir dabei sind, gewinnen“, sagte Trainer Thorsten Fink in den vergangenen Wochen wiederholt. Vor dem Abflug nach Bukarest blieb der Deutsche dem Motto der Wiener treu. „Wir haben eine gute Stimmung, hatten gute Ergebnisse. Giurgiu ist eine erfahrene Mannschaft, wir müssen auf der Hut sein. Aber natürlich wollen wir gewinnen“, so Fink.

Austria-Coach Thorsten Fink

GEPA/Christian Ort

Austria-Trainer Fink glaubt an seine Mannschaft

Platz zwei hinter Roma als Ziel

Im Parallelspiel der Gruppe empfängt Viktoria Pilsen die AS Roma. Italiens Spitzenclub geht nicht nur da als Favorit ins Spiel. Hinter den Römern will die Austria aber um den zweiten Aufstiegsplatz kämpfen. „Das ist unser Ziel“, sagte Fink. Alexander Grünwald nötigte Astra indes Respekt ab. „Der rumänische Meister ist nicht irgendein Gegner“, so der Mittelfeldspieler. Dennoch sei die Mannschaft ehrgeizig und will laut Grünwald ihre Möglichkeiten ausschöpfen: „Wir können unser Ziel erreichen, aber nur wenn wir an unsere Grenzen gehen.“

Einen kleinen Rückschlag gab es in personeller Hinsicht am Tag vor dem Abflug. Almer zog sich im Training eine Adduktorenzerrung zu. Der ÖFB-Teamkeeper fehlt in Bukarest und ist auch für den Ligaschlager in Salzburg am Sonntag fraglich. Osman Hadzikic steht parat, der 20-Jährige ersetzte Almer bereits im Hinspiel der ersten Runde der Europa-League-Quali. Coach Fink hat keine Bedenken: „Osman hat gute Leistungen gezeigt.“

Europa League, Gruppe E

Donnerstag, 19.00 Uhr:

Astra Giurgiu - Austria Wien

Bukarest, Arena Nationala, SR Ekberg (SWE)

Mögliche Aufstellungen:

Astra: Lung Jr. - Sapunaru, Alves, Fabricio, Junior Morais - Ionita, Lovin, Seto, Teixeira - Alibec, Niculae

Austria: Hadzikic - Larsen, Rotpuller, Filipovic, Martschinko - Serbest, Holzhauser - Venuto, Grünwald, Pires - Kayode

Nicht im Flieger saßen auch Richard Windbichler, Dominik Prokop und Neuzugang Abdul Kadiri Mohammed. Larry Kayode hat seine Leistenblessur offenbar überwunden. Freuen durfte sich die Austria auch, dass ihr die etwas mehr als eine Stunde dauernden Anreise aus Bukarest nach Giurgiu erspart bleibt. Der Rasen im Stadion der Kleinstadt an der Donau wurde von der UEFA als nicht spieltauglich gesehen.

Astra bangt um Topstürmer

Astra Giurgiu bangt vor dem Duell um die Fitness von Stürmer Denis Alibec. Der rumänische Internationale musste nach dem Ligaspiel bei Steaua Bukarest (0:1) am vergangenen Sonntag aufgrund einer Muskelzerrung kürzertreten. Am Dienstag trainierte er individuell, Trainer Marius Sumudica war jedoch „zuversichtlich, dass er spielen kann“.

„Er ist ein guter Spieler, wir brauchen ihn“, sagte Sumudica am Mittwoch gegenüber der Sportzeitung „Fanatik“. Alibec kämpfte bereits zu Saisonbeginn mit den Folgen einer Knieverletzung, die er sich im letzten EM-Gruppenspiel gegen Albanien (0:1) zugezogen hatte. Sein Comeback gab der 25-Jährige im Play-off-Hinspiel zur Europa League gegen West Ham United und traf beim 1:1 dabei gleich.

Mit Austria auf Augenhöhe

Für die Partie gegen die Austria erhoffte sich Sumudica naturgemäß einen Sieg. „Wir haben die Chance, es in Europa bis ins Frühjahr zu schaffen“, sagte der Astra-Coach mit Blick auf die K.-o.-Phase. „Wir spielen gegen zwei Mannschaften, die auf Augenhöhe sind, und die Roma, von der man nicht weiß, inwiefern sie an diesem Bewerb interessiert ist“, so Sumudica.

Die Austria hat jedoch in der Europa League so etwas wie einen Lauf. In drei Qualirunden haben sich die „Veilchen“ ihre insgesamt dritte Teilnahme in der Europa League hart erarbeitet. Auswärtssiege gab es dabei sowohl gegen Kukesi (4:1), Spartak Trnava (1:0) und zuletzt Rosenborg Trondheim (2:1). Am Donnerstag könnten die Violetten diesbezüglich sogar eine Premiere schaffen.

Astra nicht in Hochform

Aktuell läuft es für die „Dracii Negri“ (Schwarzen Teufel) insgesamt nicht nach Wunsch. Nach sieben Runden liegt Astra mit nur einem Sieg auf dem elften Tabellenrang der rumänischen Liga 1. In elf Pflichtspielen in dieser Saison gelangen der Mannschaft erst zwei Siege. Die Austria beobachtete Astra letzten Sonntag im Ligaspiel bei Steaua Bukarest eben im rund 55.000 Zuschauer fassenden Nationalstadion. Astra verlor 0:1.

Die Austria hat in drei Europacup-Auftritten in Rumänien gegen Steaua Bukarest (Meistercup 1961/0:0, Cupsieger 1967/1:2) sowie zuletzt 2011 gegen Gaz Metan Medias (EL-Play-off/0:1) allerdings noch nicht gewonnen. Auf einen österreichischen Gegner traf Astra bereits einmal. In der Europa-League-Gruppenphase 2014 setzte es gegen die damals makellosen Salzburger zwei Niederlagen. Davon blenden lassen sollte sich die Austria nicht.

Links: