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EBEL sieht Perspektive für Jugend

Das blamable Abschneiden des österreichischen Nationalteams hat die Diskussion um die Einsätze der heimischen Spieler in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) neu angeheizt. Ein neues Format im Schatten der EBEL soll jungen Österreichern nun eine neue Perspektive geben. Die Verantwortlichen erwarten sich von der Sky Alps Hockey League einiges.

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ÖEHV-Teamchef und Sportdirektor Alpo Suhonen, dessen Zukunft noch in den Sternen steht, sparte nach dem Olympiaauftritt mit 1:8- und 0:6-Schlappen gegen Lettland und Deutschland nicht mit Kritik - vor allem an der EBEL. Das Alarmsignal solle langsam ankommen, meinte der Finne und verwies auf die geringen Einsatzzeiten junger österreichischer Spieler. „Wenn sie nicht spielen, wie sollen sie dann besser werden?“, fragte Suhonen. Die EBEL habe „andere Ziele als wir. Das ist ein Konflikt.“

Österreichs Teamspieler nach dem Eishockey-Olympiaqualifikationsspiel Deutschland gegen Österreich

APA/Herbert Neubauer

Das Nationalteam soll langfristig von der AHL profitieren

Drei Nationen in AHL

Die Liga hält mit der Sky Alps Hockey League, kurz AHL, nun ein Projekt entgegen, das möglichst rasch einen qualitativ hochwertigen Unterbau der EBEL bilden soll. Insgesamt 16 Clubs, davon sieben aus Österreich, acht aus Italien und der slowenische Vertreter Jesenice nehmen an der Meisterschaft ab 17. September teil. Organisatorisch und marketingtechnisch wird die neue zweite Liga ebenfalls von der EBEL betreut, Sky wird für zumindest drei Jahre fix als Namensponsor fungieren.

Aus Österreich sind hauptsächlich Teams vertreten, die in der vergangenen Saison in der Inter-National-League (zweite Liga) gespielt haben, aus Italien stoßen gleich acht frühere Erstligisten dazu. Die italienischen Teams sind es auch, welche die bisherige Kluft zwischen Österreichs erster und zweiter Liga verringern sollen. Österreichs Champion Salzburg und Rekordmeister KAC stellen jeweils ein Farmteam.

Ausbildungslizenzen für einfachen Wechsel

„Es wurde damit eine Struktur geschaffen, die wenig Ausreden lässt, nationale junge Talente nicht spielen zu lassen“, sagte EBEL-Geschäftsführer Christian Feichtinger. Der Ligamanager betonte, dass die AHL „keine zweite Liga in dem Sinn“ sein solle. Feichtinger und die Liga sehen darin eher „eine junge EBEL, wo junge Spieler nach der Young-Star-League (Juniorenliga, Anm.) auch wirklich noch eine Chance haben, Eishockey zu spielen.“

Mit Ausbildungslizenzen soll es Spielern unter 24 Jahren laut Feichtinger unbürokratisch möglich sein, „vertikal“ und „horizontal“ zwischen drei Vereinen aus EBEL, AHL und Juniorenliga hin und her zu wechseln. Praktisch können aus österreichischer Sicht während der Saison aber nur die Salzburger und der KAC diese Option einfach nützen - Stichwort Farmteams.

AHL-Clubs 2016/17

Österreich:
Red Bull Hockey Juniors
KAC II
EC Kitzbühel
EHC Lustenau
EC Bregenzerwald
VEZ Feldkirch
EK Zell/See

Italien:
Asiago Hockey
AHC Neumarkt
HC Pustertal
HC Fassa
HC Gherdeina (Gröden)
Ritten
S.G. Cortina
WSV Sterzing

Slowenien:
HK Jesenice

Der ewige Kritikpunkt

Derzeit haben es aber auch Cracks ab 24 Jahren schwer damit, bei Österreichs Erstligisten unterzukommen. Den Hauptgrund dafür sehen Kritiker weiterhin in der Punkteregelung - eine Vorgabe der Liga, wonach eine Mannschaft auf dem Spielbericht maximal 60 Punkte haben darf. Legionäre - ausgenommen U24-Cracks - zählen vier Punkte, arrivierte Österreicher werden ähnlich bewertet.

Es bleibt den Clubs überlassen, wie viele Importspieler sie verpflichten. In der Vorsaison kamen bei den acht österreichischen Teams 103 Legionäre zum Einsatz, im Schnitt waren das fast 13 pro Team. Damit wurde das erlaubte Punktekontingent schnell erreicht. In den meisten Fällen werden junge Österreicher zur Auffüllung der Kader verpflichtet, für Österreicher über 24 Jahren findet ein beinharter Verdrängungswettbewerb auf dem Eishockey-Arbeitsmarkt statt.

Für die Liga ist die Punkteregelung nach wie vor der Weisheit letzter Schluss. „Es ist der einzige Grund, warum es die EBEL in dieser Form, in dieser Ausgeglichenheit gibt“, sagte Feichtinger. Auch die immer wieder diskutierte Begrenzung der Transferkartenspieler sei aufgrund der Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU nicht möglich. „Jeder Nordamerikaner, der zum Beispiel bereits in Deutschland gespielt hat, ist faktisch wie ein Europäer zu behandeln“, sagte Feichtinger am Montag.

Neuer Verbandsboss hat andere Pläne

ÖEHV-Verbandspräsident Gernot Mittendorfer sieht das offenbar anders. Er hat eine numerische Schranke für Legionäre vor Augen. „Es geht im Wesentlichen um die Liga und die Vereine, wie die untereinander das sehen. Man kann natürlich einen Schwerpunkt setzen und wenn man das will, hat man mit den Regularien keine Probleme“, sagte Mittendorfer am Dienstag bei der Pressekonferenz zum Saisonstart der Liga in Wien.

Als ein Vorbild dient Mittendorfer Nachbar Italien. „Die Italiener haben vor zwei Jahren damit begonnen vier Transferkartenspieler in der Liga zu haben“, so Mittendorfer, der erst im Juni Langzeitpräsident Dieter Kalt nachgefolgt ist. Der Oberösterreicher erwartet bereits für die kommende Spielzeit erste Änderungen und zeigte sich zuversichtlich, „auf Sicht mit vier, fünf, sechs Ausländern pro Verein auszukommen“. Er betonte aber: „Es muss natürlich gewährleistet sein, dass wir ausreichend gute Spieler haben.“

Auch die Liga zeige sich gesprächsbereit. „Das Präsidium der Eishockey-Liga hat sich auch dazu kommittiert, eine Reduktion in Auftrag zu geben und für die nächste Saison vorzubereiten“, sagte Mittendorfer. Feichtinger rief bereits am Montag bei einem Meeting zwischen Liga, Trainern und Kapitänen der beiden Ligen dazu auf, heimischen Spielern das nötige Vertrauen zu schenken. „Seid Teil einer Lösung, nicht eines Problems“, sagte der Liga-Manager dort.

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