Auftakt mit Capitals gegen Linz
Die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) startet am Donnerstag mit einem prestigeträchtigen Duell in die neue Saison. Die Partie zwischen den Vienna Capitals und den Black Wings Linz soll die Fans in Eishockey-Laune bringen. Am Freitag beginnt Titelverteidiger Red Bull Salzburg in einer Neuauflage des Finales bei Orli Znojmo die Mission EBEL-Titelhattrick.
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„Es ist das erste Spiel des Jahres. Jeder ist aufgeregt, muss erst seine Nerven unter Kontrolle bekommen. Ich erwarte ein knappes Spiel“, sagte Neo-Capitals-Trainer Serge Aubin. Beide Teams haben eine Vorbereitung auf Pflichtspielniveau hinter sich. Aus der Champions Hockey League (CHL) verabschiedeten sich beide als jeweils Letzter ihrer Gruppen. „Es war schade, dass wir es nicht in die nächste Runde geschafft haben. Aber das Wichtigste für mich ist: Es lag nicht am Einsatz der Spieler“, so Aubin.

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Die Capitals (Bild: Jamie Fraser) sind der erste Gastgeber der neuen Saison
Die Ziele der Wiener sind nach dem Viertelfinal-Aus im Vorjahr und einer enttäuschenden Saison bewusst vorsichtiger formuliert. „Ich habe nur ein Ziel: Täglich besser zu werden“, sagte Aubin. Der Kanadier sieht Titelverteidiger Salzburg in der Poleposition auf den Meisterpokal, betont aber: „Es wird auf die Konstanz ankommen. Eine Saison ist ein Marathon, kein Sprint.“ Aubin steht mit seiner Meinung nicht allein da - das Gros der Trainer sieht auch heuer die Salzburger in der Favoritenrolle.
Salzburg rüstet weiter auf
„Der Druck und die Erwartung ist da“, gibt auch Salzburg-Coach Greg Poss zu. Der US-Amerikaner, der ebenfalls in seine erste Saison mit den „Bulls“ geht, nimmt die Herausforderung auch aufgrund eines für die EBEL überragenden Kaders an. Die Salzburger haben die Dichte an potenziellen Topspielern noch einmal erhöht, mit Bernhard Starkbaum, Rückkehrer Thomas Raffl und Raphael Herburger kamen drei gestandene Teamspieler dazu.
„Es wird darauf ankommen, wie gut wir die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen, etwa die Akademie, zu nützen wissen“, sagte Poss. Mitfavoriten wollte der ehemalige Trainer der deutschen Nationalmannschaft keine nennen. Er will sich erst ein genaues Bild von der Liga und den Gegnern machen. Von seiner Mannschaft hat er klarerweise längst ein Zielprofil vor Augen: „Druckvolles und sehr schnelles Umschalten von Defensive auf Offensive“ lautet das Credo.

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Poss soll den Erfolgslauf seines Vorgängers Daniel Ratushny fortsetzen
Der Meister, der sich als einziger Vertreter in der CHL in die Runde der letzten 32 spielte, hat zu Beginn das schwierige Gastspiel in Znaim vor der Brust. Es gebe leichtere Partien, als bei Orli Znojmo zu starten, betonte Poss. Znojmo hat aber einige namhafte Abgänge - darunter Goalgetter Colton Yellow Horn - zu verkraften. Aus der CHL verabschiedeten sich die Tschechen punktelos.
KAC geht österreichischen Weg
Der KAC startet mit einem Heimspiel gegen Fehervar. Mit neuem Trainer (Mike Pellegrims), neuem Sportdirektor (Dieter Kalt jun.), neuem Goalie (Tomas Duba), neuem Kapitän (Manuel Geier) und einer an vielen Positionen veränderten Mannschaft müssen sich die Klagenfurter wohl auf eine Übergangssaison einstellen. Der KAC setzt dabei freiwillig auf den „österreichischen Weg“. Der Rekordmeister geht mit derzeit nur vier Legionären im Sturm in die neue Saison. „Das ist unser Weg, unsere Philosophie“, sagte Neo-Coach Pellegrims.
Obwohl der Belgier ein System, „aufgebaut auf viel Laufbereitschaft und viel Kampf“ spielen lassen will, verzichtet er selbst auf eine Kampfansage an die Konkurrenz. „Es gibt viele Bereiche, wo wir uns noch verbessern müssen“, sagte der Trainer und nannte explizit die zuletzt fehlende Aggressivität vor beiden Toren. Um den Pool an jungen österreichischen Spielern hochzuhalten, stellen die „Rotjacken“ in der neu gegründeten Alps Hockey League (AHL) ein Farmteam, das junge Talente auf den großen Sprung vom Nachwuchshockey in die EBEL vorbereiten soll.
Innsbruck baut auf gute Vorbereitung
Erzrivale VSV hat zum Auftakt beim Ljubljana-Gastspiel eine kurze Anreise. Für eine lange Saison sollen gleich elf Importspieler sorgen. Im Vorjahr standen die Villacher Adler unter Trainer Greg Holst im Halbfinale. Geht es nach dem Gesetz der Serie - beim VSV wechselten sich Semi- und Viertelfinale-Teilnahmen in der jüngeren Vergangenheit jährlich ab - dann droht heuer spätestens in der Runde der besten acht das Aus. Mit sieben neuen Legionären soll dieses Schicksal aber vermieden werden.
Die Innsbrucker Haie wollen ihre guten Leistungen in der Vorbereitung nun auch unter Pflichtspielbedingungen beim „Tiroler-Duell“ gegen HCB Südtirol, den EBEL-Meister von 2013/14, unter Beweis stellen. Unter dem früheren Fehervar-Trainer Rob Pallin bissen die Haie unter anderem gegen DEL-Club Straubing neunmal zu (9:3). Die wichtigeren Erkenntnisse zogen die Innsbrucker aber aus dem 0:5 gegen Bietigheim. „Ich glaube an das Prinzip harter Arbeit. Dann kommen auch die Resultate“, so Coach Pallin, der die Marschroute vorgibt.
Alles neu in Graz
Die Grazer wollen den Schwung der rundum erneuerten Merkur Eisarena mitnehmen und nach der letztjährigen Katastrophensaison erstmals seit 2012/13 ins Play-off einziehen. „Feuerwehrmann“ Ivo Jan wurde als Trainer behalten und konnte erstmals den Kader nach seinen Wünschen justieren. Er holte mit Oliver Setzinger einen Ex-Teamspieler und Führungsspieler, der die 16 weiteren Österreicher im Kader als Kapitän anführen soll. Zudem versuchen es die Steirer mit lokaler Verbundenheit: Zehn Cracks, die das Eishockey in der Murstadt erlernt haben, stehen im Roster. Sie sollen mit dem Trikotschriftzug „I bin a Grazer“ auch auf dem Eis auf den ersten Blick als solche erkannt werden.
Zum Auftakt müssen die Grazer nach Dornbirn. Die Vorarlberger blicken einer ungewissen Saison entgegen. Die Vorbereitung war von Verletzungen durchzogen, essenzielle Spielsituationen wie Powerplay und Unterzahl konnten lange Zeit nicht mit den vorgesehenen Spielern trainiert werden. „Die Wahrheit ist, dass wir nicht wirklich wissen, wo wir stehen“, sagte daher Trainer Dave MacQueen, der auch heuer wie in jedem Jahr seit dem Aufstieg an der Bande steht. Der neuerliche Einzug ins Play-off ist in Vorarlberg logischerweise das erklärte Ziel, aber trotz 13 Legionären kein Muss.
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