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„Weiß nicht, ob wir es verdient haben“

Trainer Zinedine Zidane ist nach dem späten Sieg zum Champions-League-Auftakt von Titelverteidiger Real Madrid selbst überrascht gewesen. „Das war ein unerwarteter Sieg“, so der Franzose nach dem 2:1-Heimerfolg gegen Sporting Lissabon. Erst die beiden Tore von Superstar Cristiano Ronaldo (89. Minute) und Alvaro Morata (95.) sorgten für den erfolgreichen Start der „Königlichen“ in der Königsklasse.

„Ich weiß nicht, ob wir es verdient haben oder nicht, aber wir haben bis zum Ende daran geglaubt“, sagte Zidane, nachdem seine Mannschaft am Mittwochabend vor heimischer Kulisse in der 48. Minute durch Bruno Cesar in Rückstand geraten war. „Solche Comebacks sind Teil dieses Stadionmythos, sollten uns aber auch eine Warnung für die Zukunft sein“, sagte Ronaldo nach seinem 350. Spiel im Dress der Madrilenen.

Cristiano Ronaldo (Real Madrid)

APA/AFP/Curto De La Torre

Ronaldo hätte sich gegen seinen Ex-Club ein Zitterspiel sicher gerne erspart

Dortmund trotz Torgala zurückhaltend

Vor allem mit Blick auf den 27. September, an dem Real in seinem zweiten Gruppe-F-Spiel beim deutschen Vizemeister Borussia Dortmund gastiert. Der BVB meldete sich mit einem 6:0-Kantersieg beim polnischen Meister Legia Warschau nach einem Jahr Pause eindrucksvoll in der Champions League zurück. Für Euphorie sorgte der höchste Sieg der Vereinsgeschichte im wichtigsten Europacup-Bewerb jedoch nicht.

Legia Warschau - Borussia Dortmund 0:6

Tore: Mario Götze (7.), Sokratis (15.), Marc Bartra (17.), Raphael Guerreiro (51.), Gonzalo Castro (76.), Pierre-Emerick Aubameyang (87.).

Kühl und sachlich kommentierte Sportdirektor Michael Zorc die einseitige Partie: „Wir müssen das richtig einordnen. Das war nicht Real Madrid. Dennoch tut das gut und gibt Selbstvertrauen.“ Dortmunds Trainer Thomas Tuchel war nach den Treffern von BVB-Heimkehrer Mario Götze (7.), Sokratis (16.), Marc Bartra (18.), Guerreiro (51.), Gonzalo Castro (76.) und Pierre-Emerick Aubameyang (87.) bester Laune.

„Schöner hätte die Premiere nicht verlaufen können. Hätten wir uns etwas wünschen dürfen, hätten wir uns wahrscheinlich nicht getraut, uns so einen Auftakt zu wünschen“, so Tuchel, der nach seinem triumphalen Champions-League-Debüt ins Schwärmen geriet.

Leicester feiert gelungenes CL-Debüt

Ein solches gab es auch für Englands Meister Leicester City mit dem 3:0-Sieg in Brügge. Österreichs Ex-Teamkapitän Christian Fuchs und seine Kollegen legten damit die Basis für das angepeilte Achtelfinale. Im Parallelspiel der Gruppe G sorgte der FC Kopenhagen mit einem verdienten 1:1 in Porto für eine Überraschung. Nichts zu holen gab es dagegen für Borussia Mönchengladbach: 24 Stunden nach der witterungsbedingten Absage schlitterten die Gladbacher bei Manchester City in ein 0:4-Debakel.

Jubel der Leicester-Spieler Luis Hernandez und Riyad Mahrez

Reuters/Eric Vidal

Leicester bestand den Härtetest in der Königsklasse mit Bravour

Den Unterschied in dieser Partie machte vor allem Sergio Agüero aus. Der Topstürmer aus Argentinien war mit seinem Triplepack (9., 28., 77.) der Matchwinner für die „Citizens“, für die in der Nachspielzeit noch Kelechi Iheanacho (91.) traf. „Sergio ist gut, weil er einfach gut ist. Er verfügt über einen natürlichen Torriecher. So etwas kann ich ihm nicht beibringen“, sagte Erfolgscoach Pep Guardiola, der seinen Vollstrecker lobte.

Leverkusen gibt 2:0 aus der Hand

Neben Gladbach wartet auch auf Bayer Leverkusen nach dem 2:2 im Heimspiel gegen ZSKA Moskau in der Champions League noch viel Arbeit. „Wir haben sehr einfach eine deutlich bessere Ausgangsposition in der Gruppe verpasst. Wenn uns am Ende der Gruppenphase zwei Punkte fehlen, dann wissen wir, wo wir die liegen gelassen haben“, sagte Roger Schmidt, der sein ÖFB-Legionärstrio Julian Baumgartlinger, Aleksandar Dragovic und Ramazan Özcan auf der Ersatzbank schmoren ließ.

Leverkusen verspielte eine 2:0-Führung durch die schnellen Treffer von Admir Mehmedi (9.) und Hakan Calhanoglu (15.) leichtfertig innerhalb von drei Minuten. Diese nutzten die Gäste aus Moskau durch Alan Dsagojew (36.) und Roman Eremenko (38.) zum Ausgleich und brachten die Gastgeber damit völlig aus dem Konzept. Im nächsten Match der Königsklasse am 27. September gastiert Leverkusen in Monaco.

Der Club aus der französischen Ligue 1 gewann sein Auftaktspiel vor der Champions-League-Rekordkulisse von 85.011 Zuschauern in London gegen Tottenham Hotspur (Kevin Wimmer nicht im Kader) mit 2:1 und übernahm damit die Tabellenführung in der Gruppe E. Hotspurs-Coach Mauricio Pochettino kritisierte nach der Partie vor allem die fehlende „Leidenschaft“ seiner Mannen.

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