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Von 0:1 auf 3:1 in neun Minuten

Rapid hat am Donnerstag einen erfolgreichen Start in die Europa League hingelegt. Die Hütteldorfer setzten sich zum Auftakt in Gruppe F gegen KRC Genk durch und feierten im Allianz Stadion vor 21.800 Fans einen 3:2-Sieg. Rapid lag dabei zur Pause nach einem Traumtor von Leon Bailey (29.) in Rückstand, mit einem furiosen Start in die zweite Hälfte drehten die Grün-Weißen die Partie innerhalb von neun Minuten mit drei Toren.

Stefan Schwab (51.) mit einem Weitschuss sowie Joelinton nach Energieanfall und sehenswertem Solo (59.) brachten Rapid in Führung. Das dritte Tor resultierte aus einem kuriosen Eigentor von Genk-Verteidiger Omar Colley (60.). Der Anschlusstreffer per Elfmeter von Bailey kam für das über weite Strecken stark spielende Genk zu spät (90.). Für Rapid geht die Europa League mit dem Gastspiel am 29. September bei Athletic Bilbao weiter. Der Gruppenfavorit verlor überraschend beim italienischen Club Sassuolo mit 0:3.

Rapid-Spieler jubeln

ORF.at/Dominique Hammer

Nach einem flotten Spiel durfte sich Rapid am Ende über drei Punkte freuen

Genk mit schnellem Umschaltspiel

Rapid konnte in Bestbesetzung in die Partie gehen. Innenverteidiger Christopher Dibon wurde rechtzeitig fit. Im Mittelfeld entschied sich Coach Mike Büskens für dieselbe Variante wie gegen Sturm Graz mit Kapitän Schwab und Ivan Mocinic im defensiven Mittelfeld. Tamas Szanto durfte nach seinem Premierentor in der Bundesliga gegen die Grazer in der offensiven Zentrale beginnen. Über die Flügel agierten rechts Louis Schaub und links Arnor Ingvi Traustason.

Rapid schlägt Genk nach Comeback

Rapid ist erfolgreich in die Gruppenphase der Europa League gestartet. Die Elf von Trainer Mike Büskens drehte einen Pausenrückstand gegen KRC Genk noch in einen 3:2-Sieg um.

Im Tor stand wieder Richard Strebinger, der in der ersten Minute schon eingreifen musste. Nach Fehlpass von Dibon gab Genk-Kapitän Thomas Buffel eine Hereingabe zur Mitte, die beim Rapid-Goalie landete. Die Hütteldorfer mussten jedenfalls hellwach sein, denn Genk begann überfallsartig, attackierte forsch und schaltete bei Balleroberung blitzschnell um. Eine Taktik, die die Belgier lange Zeit konsequent weiter verfolgen sollten.

Hohes Tempo in offener Partie

Unterstützt vom zwölften Mann kam Rapid besser ins Spiel und lancierte überwiegend Angriffe über die Flügel. Kopfbälle von Joelinton (8.) und Schaub (11.) waren aber nicht gefährlich genug. Ansonsten hielten sich Topchancen für die Hütteldorfer in Grenzen. Rapid versuchte stets eine gute Balance aus Offensive und Defensive zu haben, denn Genk war im Konter brandgefährlich. In genau so einen liefen die Wiener. Buffel kam alleine auf Strebinger zu, doch der Rapid-Goalie entschärfte mit einem Reflex die Situation (22.).

Die Fans bekamen eine flotte Partie zu sehen, es ging hin und her, wobei Schaub den Ausgleich auf dem Kopf hatte. Nach Flanke von Schwab kam der ÖFB-Teamspieler an den Ball, konnte ihn aber wenige Meter vor dem Tor nicht mehr drücken und köpfelte drüber (24.). Da bei Rapid die Staffelung im Mittelfeld nicht immer passte und auch Fehler passierten, boten sich Genk aber immer wieder Räume, in die sie mit ihren schnellen Spielern hineinstießen.

Bailey hämmert ins Kreuzeck

Die Folge war die Führung für die Gäste. Christoph Schösswendter attackierte an der Seitenlinie zu nachlässig. Mbwana Samatta setzte sich durch. Der Tansanier legte den Ball zurück an die Strafraumgrenze zu Bailey. Der 19-jährige Jamaikaner fackelte nicht lange und hämmerte den Ball aus gut 20 Metern unhaltbar für Strebinger ins Kreuzeck. Rapid zeigte sich nicht schockiert. Joelinton kam innerhalb kurzer Zeit zweimal zum Abschluss, der aber zu schwach ausfiel (31.).

Jubel von Leon Bailey (Genk)

ORF.at/Dominique Hammer

Leon Bailey bejubelt überschwänglich seinen sehenswerten Treffer

Die Partie blieb offen. Ein Freistoß (38.) und ein Weitschuss (41.) von Schwab fanden nicht wie erhofft das Ziel. Der Kapitän war dann auch an einer Großchance für Genk beteiligt. Wieder war es ein Ballverlust, nach dem die Belgier blitzschnell umschalteten. Genk-Spielmacher Pozuelo schickt Samatta auf die Reise, doch Strebinger verhinderte mit einer starken Fußabwehr den zweiten Gegentreffer (43.).

Rapid dreht nach der Pause auf

Beide Teams kamen personell unverändert aus der Pause, am Spielstand änderte Rapid jedoch umgehend etwas. Nachdem ein Joelinton-Abschluss einmal mehr zu schwach ausfiel, war es Schwab, der in der 51. Minute den umjubelten Ausgleich erzielte. Schaub spielte quer an die Strafraumgrenze, und von dort traf der Kapitän (51.) mit einem nicht unhaltbaren Schuss. Das 1:1 dreht auch schlagartig an der Dezibelschraube, es wurde noch lauter.

Das Momentum kippte in Richtung der Grün-Weißen, die jetzt noch aggressiver den Weg zum gegnerischen Tor suchten. Mit einem wahren Energieanfall sorgte Joelinton für den Führungstreffer. Der Brasilianer setzte sich gegen Omar Colley durch, schüttelte dann auch noch Wilfred Ndidi ab und traf mit links ins lange Eck (59.). Aber es kam noch besser, wobei beim dritten Tor auch Glück dabei war. Colley passte attackiert von Traustason zurück zu Marco Bizot. Unmittelbar vor dem Genk-Goalie versprang sich der Ball an einer Unebenheit. Bizot schlug ein Luftloch - und das 3:1 war perfekt (60.).

Unnötige Spannung in der Schlussphase

Kurz darauf kam unter dem Jubel der Fans Steffen Hofmann ins Spiel, der auch gleich die Kapitänsbinde von Schwab übernahm (63.). Mit seiner Routine hatte Hofmann nur wenige Minuten danach auch schon seine Beine bei einer guten Chance im Spiel. Nach seiner Vorlage wurde allerdings der Schuss von Schaub geblockt. Genk zeigte sich indes von der schnellen Wende im Spiel gezeichnet und ließ die Dynamik der ersten 45 Minuten vermissen.

Es brach die Schlussviertelstunde in der Allianz Arena an, die mit dem üblichen Klatschen begleitet wurde. Genk brauchte bis zur 84. Minute, um mit einem Schuss, der am langen Eck vorbeiging, gefährlich zu werden. Bei Rapid kam Stürmer Giorgi Kvilitaia ab der 87. Minute zu seinem Debüt, im Mittelpunkt stand aber die Abwehrarbeit, denn es wurde noch einmal brenzlig. Nach Foul von Mario Pavelic an Jere Uronen verwandelte Bailey den fälligen Elfer staubtrocken (90.). In der vierminütigen Nachspielzeit klärte Strebinger einmal im Nachfassen, ehe der niederländische Schiedsrichter Kevin Blom den Schlusspfiff ertönen ließ.

Christian Wagner, ORF.at

Europa League, Gruppe F, erster Spieltag

Donnerstag:

Rapid Wien - KRC Genk 3:2 (0:1)

Allianz Stadion, 21.800 Zuschauer, SR Blom (NED)

Torfolge:
0:1 Bailey (29.)
1:1 Schwab (51.)
2:1 Joelinton (59.)
3:1 Colley (60./Eigentor)
3:2 Bailey (90./Elfmeter)

Rapid: Strebinger - Pavelic, Schößwendter, Dibon, Schrammel - Mocinic, Schwab - Schaub, Szanto (63./S. Hofmann), Traustason (79./Murg) - Joelinton (87./Kvilitaia)

Genk: Bizot - Walsh, Dewaest, Colley, Uronen - Heynen (78./Susic), Ndidi - Bailey, Pozuelo, Buffel (66./Trossard) - Samatta (78./Karelis)

Gelbe Karten: Schwab, Hofmann bzw. Pozuelo

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