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Aufholjagd als Hoffnungsschimmer

Zu einem Podestplatz hat es für Vorjahressieger Sebastian Vettel am Sonntag beim Grand Prix von Singapur nicht gereicht. Seine Aufholjagd vom letzten Startplatz auf Rang fünf ließ die Verantwortlichen bei Ferrari aber zumindest durchatmen.

Tatsache ist aber auch, dass der Deutsche und sein am Sonntag viertplatzierter Teamkollege Kimi Räikkönen nun schon seit einem Jahr auf einen Sieg in der Königsklasse warten. Vettel sagte nach dem Rennen erneut, was er in den vergangenen Monaten schon häufig gesagt hatte. „Wenn wir alles hinbekommen, wissen wir, dass wir ein starkes Paket haben. Wir glauben an uns“, beteuerte der vierfache Weltmeister. „An einem gewissen Punkt habe ich gehofft, die Jungs auf dem Podium noch zu attackieren. Die Lücke war aber zu groß.“

Sebastian Vettel

APA/AP/Yong Teck Lim

Vettel konnte mit seiner Vorstellung in Singapur zufrieden sein

Wirklich alles hat die „Scuderia“ in dieser Saison aber nur selten hinbekommen. Nach drei Siegen in seiner ersten Saison für Ferrari konnte Vettel heuer bisher keinen weiteren folgen lassen. Seit Singapur im vergangenen Jahr wartet er auf seinen 43. Grand-Prix-Erfolg. Vom versprochenen Angriff auf Mercedes ist nichts zu sehen. „Wir haben Vertrauen. Wir sind da, um zu kämpfen“, gibt sich Vettel aber weiter zuversichtlich.

Durchhalteparolen von Arrivabene

Das Umfeld von Ferrari muss sich weiter gedulden. „Für uns ist das Wichtigste, dass wir versuchen, Rennen zu gewinnen“, hatte Teamchef Maurizio Arrivabene auch im Rahmen des Nachtrennens am Wochenende wiederholt. „Wir wollen die Saison auf eine gute Weise abschließen.“ Dazu gehört aber, die Konstrukteurs-WM zumindest auf Platz zwei hinter dem unantastbaren Mercedes-Team zu beenden. Doch auf den Zweiten Red Bull fehlen nach 15 von 21 Rennen 15 Punkte.

Red Bull derzeit die zweite Kraft

Und die „Bullen“ befinden sich im Aufwind. Daniel Ricciardo liegt als WM-Dritter schon 26 Zähler vor Vettel, in Singapur kam er Sieger Nico Rosberg im Finish noch bis auf wenige Meter nahe. „Wir haben alles getan, was wir konnten. Ich denke, es war fast ein perfektes Rennen“, bilanzierte Red-Bull-Pilot Ricciardo zufrieden. „Wenn es etwas gegeben hat, das noch perfekter hätte laufen können, war es der Start, aber Nico ist gut weggekommen.“

Daniel Ricciardo

APA/AFP/Roslan Rahman

Für Ricciardo ist ein GP-Sieg in dieser Saison durchaus noch in Griffweite

Ricciardo traut seiner Mannschaft heuer nach dem Coup von Max Verstappen in Barcelona noch einen weiteren Sieg zu. „Nach dem Rennen habe ich zu dem Team gesagt, dass wir noch irgendwo gewinnen werden“, sagte der 27-Jährige. Regen würde dabei freilich helfen. Fest steht jedenfalls, dass aus dem nach der Motorenreform 2014 strauchelnden Rennstall von Dietrich Mateschitz wieder ein Team mit Riesenpotenzial geworden ist. Motorsportberater Helmut Marko geht davon aus, Mercedes 2017 ernsthaft fordern zu können. Und das ist eine Rolle, die eigentlich Ferrari für sich vorgesehen hatte.

Grand Prix von Singapur

Endstand nach 61 Runden (308,828 km):
1. Nico Rosberg GER Mercedes 1:55:48,950
2. Daniel Ricciardo AUS Red Bull + 0,488
3. Lewis Hamilton GBR Mercedes 8,038
4. Kimi Räikkönen FIN Ferrari 10,219
5. Sebastian Vettel GER Ferrari 27,694
6. Max Verstappen NED Red Bull 1:11,197
7. Fernando Alonso ESP McLaren 1:29,198
8. Sergio Perez MEX Force India 1:51,062
9. Daniil Kwjat RUS Toro Rosso 1:51,557
10. Kevin Magnussen DEN Renault 1:59,952
11. Esteban Gutierrez MEX Haas 1 Runde
12. Felipe Massa BRA Williams 1 Runde
13. Felipe Nasr BRA Sauber 1 Runde
14. Carlos Sainz ESP Toro Rosso 1 Runde
15. Jolyon Palmer GBR Renault 1 Runde
16. Pascal Wehrlein GER Manor 1 Runde
17. Marcus Ericsson SWE Sauber 1 Runde
18. Esteban Ocon FRA Manor 2 Runden

Out: Nico Hülkenberg (GER/Force India), Romain Grosjean (FRA/Haas), Valtteri Bottas (FIN/Williams), Jenson Button (GBR/McLaren)

Schnellste Runde: 1:47,187 (Ricciardo/49. Runde)

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