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Schwarzer Tag für Almers Vertreter

Zum Auftakt der Europa League enttäuschend, in der Bundesliga überzeugend: Red Bull Salzburg hat nach dem bitteren 0:1 gegen Krasnodar am Sonntag in der Meisterschaft mit einem verdienten 4:1-Erfolg gegen die Wiener Austria die Jagd auf die Tabellenspitze fortgesetzt. Nach dem fünften Sieg in den jüngsten sechs Ligaspielen fehlen dem neuen Zweiten weiter nur zwei Punkte auf Leader Sturm Graz.

„Für die Austria war es nicht leicht, in der Europa League und in der Liga gegen uns zweimal in einer Woche auswärts zu spielen. Das wollten wir ausnützen. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagte Salzburg-Trainer Oscar Garcia. Erleichtert war auch der dreifache Torschütze und Matchwinner Jonatan Soriano: „Wir haben diesen Sieg dringend gebraucht, wollten auf den Donnerstag unbedingt eine Antwort geben.“

Trainer Oscar Garcia

GEPA/Felix Roittner

Viele Zuschauer waren nicht da, aber Garcia freute sich trotzdem mit ihnen

Bei den Salzburgern war von Müdigkeit keine Spur, auch da Spieler wie Konrad Laimer und Wanderson im Europacup eine Pause erhalten hatten. „Heute haben uns beide sehr geholfen, ich habe gewusst, dass sie der Austria wehtun können“, meinte Oscar. Wanderson sorgte mit seinem ersten Ligator in der 85. Minute vor 7.842 Zuschauern in der Red Bull Arena für den Schlusspunkt. Zuvor hatte einmal mehr der nicht ganz fit in die Partie gegangene Kapitän Soriano diese entschieden.

„Er braucht nicht viele Chancen“

Nach seinem beeindruckenden Triplepack (16., 49., 60. Minute) hält der 30-Jährige bei 117 Toren in bisher 136 Ligaspielen. „Als Stürmer will man immer Tore machen. Ein Hattrick gegen Austria ist etwas Besonderes“, jubelte Salzburgs Toptorjäger. Garcia hob einmal mehr die Bedeutung des Routiniers für seine Mannschaft hervor: „Er ist einfach eine Führungsfigur, wir wissen, dass er unser bester Spieler vor dem Tor ist, er braucht nicht viele Chancen, um zu treffen.“

Schuss aufs Tor

GEPA/Mathias Mandl

Der Freistoß zum 3:1 war, wenn auch haltbar, die Krönung der Soriano-Gala

Sorianos Triplepack kam aber dank tatkräftiger Mithilfe von Austria-Tormann Osman Hadzikic zustande. Der Vertreter des verletzten Robert Almer ließ einen Wanderson-Schuss aus und ermöglichte Soriano, zum 1:0 abzustauben. Auch beim 3:1 aus einem Freistoß sah der 20-Jährige nicht glücklich aus, genauso wie beim Schlusspunkt durch Wanderson. „Das erste Tor geht klar auf meine Kappe, bei den anderen habe ich nicht gut ausgeschaut. Mehr möchte ich dazu nicht sagen“, lautete das selbstkritische Resümee von Hadzikic.

Fink spricht Hadzikic Mut zu

Coach Thorsten Fink stärkte dem Talent, das beim 3:2 bei Astra Giurgiu stark gehalten hatte, den Rücken. „Er muss auch damit umgehen. Michael Jordan hat gesagt: ‚Ich habe 300 Spiele verloren und 9.000 Würfe verworfen und deshalb war ich so erfolgreich.‘ Er ist mental sehr stark, er muss sich einfach an die guten Leistungen, die er zuletzt gebracht hat, erinnern“, sagte der Deutsche.

Hadzikic wird auch am Mittwoch im ÖFB-Cup bei der Vienna und am Samstag gegen Admira das Austria-Tor hüten, da Almer noch nicht fit ist. Da dürfen sich die Wiener, die in Salzburg mit der jüngsten Startelf seit 1978 (Durchschnittsalter 23,18 Jahre) antraten, keine Ausrutscher leisten. In der Liga sind sie sechs Zähler hinter Sturm die Nummer fünf. „Es ist noch viel drinnen in dieser Saison. Wichtig werden die nächsten Spiele gegen Admira, St. Pölten und Mattersburg. Da sind neun Punkte möglich“, so Fink.

Dritte Austria-Pleite gegen „Big Four“-Team

Das Salzburg-Spiel, in dem für die Austria nur Alexander Grünwald nach einem Walke-Patzer traf (56.), galt es abzuhaken, im Gegensatz zum Rumänien-Gastspiel ging wenig gut. „Wir waren in den Zweikämpfen nicht da, haben lethargisch gewirkt und es nicht geschafft, gegen starke Salzburger anzugehen. Vielleicht war der Gegner auch zu gut“, so Fink. Zuvor hatte es für die Austria mit Rapid (1:4) und Sturm (1:3) auch gegen die restlichen Teams der „Big Four“ Niederlagen gesetzt.

„Da müssen wir den Hebel ansetzen“, so Grünwald, der mit 27 Jahren Älteste in der Startelf. Bei den Salzburgern war neben dem Sieg das Comeback von Christoph Leitgeb erfreulich. „Es war trotz nur fünf Minuten ein unglaubliches Gefühl“, sagte der 31-jährige Mittelfeldmann. Er kam (ab 87.) zum ersten Mal seit 15. August 2015 (2:0 gegen Altach) in der Liga zum Einsatz. „Ich wollte ihn seit einigen Spielen bringen, er hat hart am Comeback gearbeitet. Wir müssen aber vorsichtig mit ihm umgehen“, sagte Oscar.

Yabo brennt auf große Taten

Das gilt auch für Reinhold Yabo. Der Langzeitverletzte ist auch auf einem guten Weg. „Das Knie ist super und absolut stabil. Ich bin glücklich, dass ich wieder so nah dran bin und bald wieder auf dem Feld stehen kann“, sagte der Deutsche. Der 24-Jährige ist seit Sommer 2015 in Salzburg, blieb aber verletzungsbedingt bisher ohne Pflichtspieleinsatz. „Die Leute kennen mich noch nicht, aber das wird demnächst kommen“, so Yabo.

Salzburg bekommt es nach dem Cupgastspiel am Mittwoch in Mannsdorf zum Abschluss des ersten Saisonviertels auswärts mit dem Vierten Altach zu tun - wohl mit Soriano. „Das Knie schmerzt, aber ich bin zuversichtlich, dass es bis Altach geht“, so der fünffache Saisontorschütze. Die Partie geht wieder am Sonntag über die Bühne, in Sonntag-Partien sind die „Bullen“ 21 Ligaspiele unbesiegt.

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