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Koubek mit Auslosung „sehr zufrieden“

Österreichs Davis-Cup-Team trifft in der zweiten Runde der Europa-Afrika-Zone I 2017 von 7. bis 9. April entweder auf Rumänien oder auf Weißrussland. Die ÖTV-Equipe war bei der Auslosung am Donnerstag in London gesetzt und hat daher in der ersten Runde ein Freilos. Bei einem Erfolg ginge es für die Österreicher im September um den Aufstieg in die Weltgruppe.

Die Truppe von Kapitän Stefan Koubek ist gegen beide mögliche Gegner zu favorisieren. Sowohl die Rumänen als auch die Weißrussen stellen keinen Mann in den Top 150 der ATP-Einzel-Weltrangliste. Bestplatzierte Spieler sind Marius Copil (ROU/Nummer 179) bzw. Ilja Iwaschka (BLR/Nummer 170). Im Doppel verfügen sowohl Rumänien (Horia Tecau, Florin Mergea) als auch Weißrussland (Max Mirnyi) über Spezialisten.

Koubek, dessen Vertrag um ein Jahr bis Ende 2017 verlängert wurde, nahm die Auslosung mit Gelassenheit auf. „Beide Mannschaften sind überschaubar, ich bin mit dieser Auslosung sehr zufrieden und hoffe, dass wir mit dem besten Team antreten“, sagte der Kärntner, der beim bisher letzten Duell mit Rumänien 2002 (0:5 in Constanta) noch als Spieler dabei war. Unterschätzen dürfe man kein Team im Davis-Cup, fügte Koubek hinzu. Zudem wisse er selbst noch nicht, welche Spieler für ihn zur Verfügung stehen. „Aber grundsätzlich schaut das mit den Spielern, die wir haben, gut aus.“

Chancen auf Heimspiel

Gegen Rumänien (bisherige Davis-Cup-Bilanz 2:3) würde Österreich ein Heimspiel bestreiten, bei einem erstmaligen Duell mit Weißrussland entscheidet das Los über den Gastgeber. Die Erstrundenpartie von 3. bis 5. Februar muss also abgewartet werden, ehe klar ist, ob man wieder einmal vor eigenem Publikum antreten kann. In den letzten neun Länderkämpfen war der ÖTV nur einmal Gastgeber (2:3 gegen die Niederlande in Kitzbühel im Juli 2015).

Stefan Koubek

GEPA/Matthias Hauer

ÖTV-Kapitän Stefan Koubek hofft auf ein Heimspiel

Ein Zweitrundentermin im April ist für Koubek auch weit besser als jener heuer Mitte Juli. „Da kann man sich gut aussuchen, ob man noch auf Hartplatz spielt, oder schon auf Sand geht. Es wäre schön, wenn wir wieder einmal zu Hause spielen“, meinte der 39-Jährige.

Gespräche mit Thiem in der Stadthalle

Ob mit oder ohne den derzeitigen Weltranglistenzehnten Dominic Thiem, wird Koubek wohl erst später wissen. Im Zuge der Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle im Oktober wird es aber erste Gespräche geben. „Wichtig wäre - ich lehne mich jetzt ein bisserl weit aus dem Fenster -, dass er in der Relegation spielt, da wäre er natürlich Gold wert, da wartet sicherlich ein Brocken.“ Doch am liebsten wäre Koubek, wenn Thiem schon im April für Österreich einläuft. „Weil dann kann man sich da ein bisserl ruhiger hinsetzen“, sagte er und sprach damit auch seine Funktion auf der Betreuerbank an.

Zusätzlich gelte es, die Genesung von Andreas Haider-Maurer zu verfolgen, und auch bei Jürgen Melzer wisse man nicht, wie sein Comeback verläuft. „Ich habe in der Ukraine gesehen, dass man auch mit keinem Einser- oder Zweierteam ganz knapp dran ist an einer starken Mannschaft. Die können alle gegen Top-100-Leute gewinnen“, erinnerte Koubek an die knappe 2:3-Niederlage in Kiew.

Koubek kein Freund der geplanten Reform

Koubek, der selbst bis 2011 in 22 Davis-Cup-Länderkämpfen spielte, ist von den geplanten Änderungen des Internationalen Tennisverbands (ITF) nicht angetan. Geplant ist, das Finale auf neutralem Boden auszutragen und vorab zu fixieren, auch eine Reduktion auf „Best of three“-Sätze steht im Raum.

„Ich weiß nicht, heim und auswärts macht den Davis-Cup doch aus. Einmal hier und einmal dort, da muss auch teilweise ein bisserl das Glück seinen Lauf nehmen. Ich finde es nicht gut.“ Und gar auf maximal drei Sätze zu reduzieren? „Natürlich würde der eine oder andere Spieler eher spielen, aber Davis-Cup war immer ‚best of five‘ - ich finde es lässig. Sonst ist es ein Match wie jedes andere.“

Heurige Finalisten starten daheim

Die beiden diesjährigen Finalisten (25. bis 27. November in Kroatien) starten mit Heimspielen in die Weltgruppe 2017. Die top gesetzten Argentinier treffen von 3. bis 5. Februar auf Italien, Kroatien bekommt es mit Rückkehrer Spanien zu tun.

Die Schweiz, bei der noch nicht klar ist, ob mit US-Open-Sieger Stan Wawrinka und Roger Federer, muss in die USA fliegen. Weite Anreisen gibt es auch für die Briten rund um Andy Murray in Kanada, für die Tschechen in Australien und für die Franzosen in Japan. Deutschland hat ein Heimspiel gegen Belgien und Serbien empfängt - möglicherweise wieder mit Novak Djokovic - Russland.

Davis-Cup 2017

Weltgruppe, Erstrundentableau

Argentinien (1) Italien
Deutschland Belgien (7)
Australien Tschechien (4)
USA Schweiz (5)
Japan Frankreich (6)
Kanada Großbritannien (3)
Serbien (8) Russland
Kroatien (2) Spanien
Spieltermin: 3. bis 5. Februar

Europa-Afrika-Zone I, Erstrundentableau

Slowakei Freilos
Ungarn Freilos
Niederlande Freilos
Bosnien-Herzegowina Polen
Weißrussland Rumänien
Österreich Freilos
Israel / Schweden Portugal
Ukraine Freilos
Zweite Runde: 7. bis 9. April

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