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Siegestor zu Unrecht aberkannt

Nach dem 3:2-Auftaktsieg über Astra Giurgiu in Bukarest hat die Austria am Donnerstag ihren ersten Heimsieg in der Europa-League-Gruppenphase verpasst. Vor 16.500 Zuschauern im Wiener Ernst-Happel-Stadion trennten sich die Violetten und Viktoria Pilsen mit einem 0:0. Die Tabellenführung in der Gruppe E verlor die Austria damit an den Favoriten AS Roma, der einen 4:0-Heimsieg gegen Giurgiu feierte.

Vom Glück war die Austria gegen den tschechischen Meister nicht verfolgt, war man doch über weite Strecken des Spiels die bessere und aktivere Mannschaft. Ein reguläres Tor von Stürmer Larry Kayode in der zweiten Hälfte wurde den Gastgebern noch dazu fälschlicherweise wegen vermeintlichen Abseits aberkannt. Im Vergleich zur jüngsten Bundesliga-Heimpleite gegen die Admira präsentierte sich das Team von Trainer Thosten Fink wesentlich verbessert, musste letztlich aber verlorenen Punkten nachtrauern.

Nullnummer für Austria gegen Viktoria Pilsen

Nach dem Auftaktsieg gegen Astra Giurgiu in Bukarest verpasste die Austria den ersten Heimsieg in der Europa-League-Gruppenphase. Im Wiener Ernst-Happel-Stadion endete die Partie gegen Viktoria Pilsen torlos.

Austria nach Viertelstunde am Drücker

In der neuen Generali-Arena, die bis 2018 erneuert und vergrößert wird, würde die Zuschauerzahl für echte Europacup-Atmosphäre sorgen. Im großen Prater-Oval dagegen konnte man nicht von einem Hexenkessel sprechen. Nichtsdestoweniger stand für die Violetten viel auf dem Spiel und ging die Heimmannschaft dementsprechend ambitioniert ans Werk. Patrizio Stronati ersetzte in der Innenverteidigung den gesperrten Lukas Rotpuller. Tarkan Serbest, der auch für diese Position infrage gekommen wäre, spielte im defensiven Mittelfeld an der Seite von Raphael Holzhauser.

Spielszene der EL-Partie Austria - Pilsen

ORF.at/Christian Öser

Kayode und Co. bissen sich an der Abwehr von Viktoria Pilsen die Zähne aus

Dass Austria-Coach Thorsten Fink die Tschechen zu Recht als blendend organisierte, zweikampfstarke Mannschaft charakterisiert hatte, war schnell zu erkennen. Die „Veilchen“ rackerten und rannten - allerdings auch oft dem Ball hinterher. Erst nach einer Viertelstunde fanden Holzhauser und vor ihm im Offensivzentrum Alexander Grünwald Mittel und Wege, die Angriffe in den Strafraum zu tragen. Der erste Torjubel brandete in der 19. Minute auf, allerdings verfrüht. Denn Larry Kayode war bei einer Flanke von Grünwald, die sich ohne Zutun des Stürmers ins Tor verirrte, vor Pilsen-Goalie Matus Kozacik knapp im Abseits gestanden.

Führungstreffer will nicht fallen

Es war zumindest der Startschuss zu einer ersten violetten Drangperiode. Einen gefährlichen Weitschuss von Felipe Pires (24.) entschärfte Kozacik. Ein Kopfball von Stronati (30.) landete ebenfalls in den sicheren Händen des Torhüters der Tschechen. Sturmspitze Kayode tauchte auch das eine oder andere Mal im gegnerischen Sechzehner auf. Insgesamt lag das Führungstor der Wiener dezent in der Luft. Dann war Pause, und es blieb aus heimischer Sicht zu hoffen, dass die Austria die zunehmende Spielkontrolle in der zweiten Hälfte auch in Treffer ummünzen werde.

Nach dem Seitenwechsel bot sich weitgehend dasselbe Bild: Die Gastgeber taten mehr für das Spiel, Pilsen agierte eher destruktiv, das aber nicht schlecht. Zündende Ideen fehlten der Austria nach wie vor. Den Gäste reichte kompromissloses Zweikampfverhalten, um den offenbar anvisierten Punkt zu halten. Nach genau einer Stunde fand der aufgerückte Innenverteidiger Petar Filipovic eine Riesenchance auf die Austria-Führung vor. Nach einer Freistoßflanke von Holzhauser köpfelte der Defensivmann aber aus vollem Lauf knapp neben die rechte Stange. Seine Position wäre perfekt gewesen.

Kayode-Tor zu früh bejubelt

In der 64. Minute blieb den Austria-Fans auch der zweite Torjubel der Partie im Hals stecken. Wieder pfiff Schiedsrichter John Beaton aus Schottland Abseits, diesmal allerdings zu Unrecht. Kayode war bei einem Steilpass von Filipovic genau richtig gestartet, die TV-Zeitlupen zeigten beim Abspiel gleiche Höhe. Fink war in der Coachingzone verständlicherweise aus dem Häuschen. Mittlerweile wäre die Führung für die Austria tatsächlich hochverdient gewesen.

Das 0:0 blieb ein gefährlicher Spielstand, was ein brandgefährlicher Kopfball von Pilsen-Angreifer Tomas Poznar (70.) aus kurzer Distanz eindrucksvoll belegte. Der bis dahin kaum beschäftigte Austria-Keeper Robert Almer stand in dieser Sekunde goldrichtig. 20 Minuten hatten seine Teamkollegen noch, um den zweiten „Dreier“ der Gruppenphase einzufahren. Grünwald (78.) hatte ihn nach Doppelpass mit Pires auf dem Fuß, verzog aber von links aus spitzem Winkel weit. Drei Minuten vor Schluss jagte Grünwald noch einen Freistoß über die Latte, dann war die Nullnummer perfekt.

Harald Hofstetter, ORF.at

Europa League, zweiter Spieltag Gruppe E

Donnerstag:

Austria Wien - Viktoria Pilsen 0:0

Ernst-Happel-Stadion, 16.500 Zuschauer, SR Beaton (SCO)

Austria: Almer - Larsen, Filipovic, Stronati, Martschinko - Serbest, Holzhauser - Venuto (80./Tajouri), Grünwald, Pires - Kayode (86./Friesenbichler)

Pilsen: Kozacik - Mateju, Hejda, Hubnik, Limbersky - Petrzela (57./Kopic), Horava, Kace (91./Hromada), Zeman - Bakos (66./Krmencik), Poznar

Gelbe Karten: Filipovic, Serbest bzw. Limbersky, Mateju, Hejda, Kace, Krmencik

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