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Garcia nimmt Spieler in Schutz

Nach zwei Spieltagen in der Europa-League-Gruppenphase punktelos dazustehen war in den Plänen von Red Bull Salzburg nicht vorgesehen. Dass es dennoch so kam, sorgt trotzdem nicht für große Bedenken. „Wir werden nicht aufgeben“, versprach etwa ÖFB-Teamspieler Valentino Lazaro nach dem 1:3 bei Schalke.

Ein Grund für den Optimismus dürfte im Spielverlauf bei den kriselnden Deutschen liegen. Gegen die „Knappen“ wäre durchaus mehr möglich gewesen, als das Ergebnis ausdrückt. Trainer Oscar Garcia führte nicht zuletzt mangelnde Erfahrung ins Treffen und muss seine Truppe für den wichtigen Ligaschlager am Sonntag gegen Tabellenführer Sturm Graz einstellen.

Salzburg unter Zugzwang

Salzburg ist nach dem zweiten Spieltag in der Gruppenphase der Europa League unter Zugzwang. Das 1:3 gegen Schalke 04 war schon die zweite Niederlage, der Aufstieg in die K.-o.-Phase ist damit in weite Ferne gerückt.

Die Europa-League-Bilanz fällt für die aufstiegsverwöhnten „Bullen“ derzeit mager aus. Während Krasnodar und Schalke mit je sechs Punkten davoneilen, teilen sich Salzburg und etwas überraschend Nizza punktelos die hinteren Ränge von Gruppe I. Offensivmann Lazaro denkt freilich nicht ans Aufgeben. „Wir haben noch vier Spiele, und die wollen wir alle gewinnen. Natürlich ist es schwierig, wenn man die ersten beiden Partien verliert. Aber wir werden nicht aufgeben“, sagte der ÖFB-Teamkicker.

Trainer Oscar Garcia

GEPA/Felix Roittner

Salzburg-Trainer Garcia (r.) zeigte sich trotz der zweiten Niederlage „im Großen und Ganzen zufrieden“ mit der Leistung seiner Mannschaft

Keine Kritik vom Trainer

Dass Garcia den internationalen Auftritten eine nur untergeordnete Bedeutung beimisst, hatte er schon nach dem Heim-0:1 gegen Krasnodar kundgetan. Im Gegensatz zum Gruppenauftakt entschied sich der 43-Jährige auf Schalke aber dafür, seine nominell beste Elf aufs Feld zu schicken. Doch der Erfolg blieb aus. Oscar verzichtete dennoch auf Kritik.

„Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden“, meinte der Spanier und führte die Leistung nicht zuletzt auf die Jugend mancher Akteure zurück. „Es ist nicht einfach, mit Spielern hierherzukommen, die teilweise 17, 18, 19 Jahre alt sind“, befand Oscar - und fügte einen etwas kryptischen Nachsatz hinzu: „Das ist unsere Philosophie, so wollen wir weitermachen.“

Lazaro: „Es war viel mehr möglich“

Dass vor knapp 50.000 Zuschauern „auf Schalke“ zumindest ein Teilerfolg durchaus in Reichweite gewesen wäre, war nicht nur zu Beginn zu sehen. Selbst nach dem 1:3 durch Jonatan Soriano (72.) konnte das in der deutschen Bundesliga noch punktelose Schalke mit ÖFB-Teamkicker Alessandro Schöpf die Verunsicherung nicht völlig ablegen.

Auch Lazaro war sicher: „Man hat in der Anfangsphase gesehen, dass viel mehr möglich ist. Das 0:1 (15.) war vielleicht ein Knick, sie hatten dann mehr Spielanteile, was auch nicht geplant war. Wir können mehr, und das wollen wir ihnen auch in Salzburg zeigen.“

Valentino Lazaro (RBS) und Sead Kolasinac (Schalke)

GEPA/Felix Roittner

Salzburg-Offensivspieler Lazaro (l.) vermisste den einen oder anderen schnellen Seitenwechsel und kritisierte zu viele „leichte“ Ballverluste

Gerade im Offensivspiel ließ Salzburg einiges vermissen. „Wir hätten öfter versuchen sollen, vom engen Mittelfeld schneller auf die Seiten zu wechseln, damit wir über Wanderson oder mich sowie die Außenverteidiger die direkten Duelle suchen oder Überzahlspiele schaffen“, konstatierte Lazaro. „So wie es auch am Ende der Fall war. Das haben wir nicht schlau gemacht, auch was die Bälle hinter die Abwehr angeht. Da waren wir zu langsam und haben viele schnelle Ballverluste nach Balleroberungen gehabt.“

„Geile“ Kulisse als möglicher Hemmschuh

Dass mancher seiner Teamkollegen von der Atmosphäre in der Veltins-Arena übermäßig beeindruckt gewesen sein könnte, wollte Lazaro nicht ausschließen. „Das war für einige das erste Spiel in so einem Stadion gegen einen Gegner mit Topspielern, die auch die Erfahrung haben“, sagte der 20-Jährige, der freilich betonte, es „geil“ gefunden zu haben. „Für diese Partien wird man Fußballer.“

Mangelnde Erfahrung wollte Tormannroutinier Alexander Walke aber nicht gelten lassen. „Die Jungen haben bei uns schon teilweise 40 bis 60 Spiele gespielt. Auch wenn man jung ist, hat man dann schon eine gewisse Erfahrung“, merkte der 33-Jährige lapidar an und widersprach damit auch Garcia. Denn eines sei klar: „Schalke hat bis zum Tor fast Angst gehabt.“

Angst hat Oscar vor den verbleibenden vier Gruppenspielen offenbar nicht. „Ich habe immer schon gesagt, dass es für uns schwierig wird. Das hätte problemlos auch eine Champions-League-Gruppe sein können“, sagte der Katalane. Die nächste Gelegenheit bietet sich Salzburg am 20. Oktober im Heimspiel gegen Nizza und Mario Balotelli.

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