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Panthers verlieren Spiel und Superstar

Die neue Saison der National Football League (NFL) bleibt reich an Überraschungen. Am vierten Spieltag bezogen einige vermeintliche Titelfavoriten Prügel, allen voran die Carolina Panthers. Der Vizemeister wurde von den Atlanta Falcons mit 33:48 „abgewatscht“ und verlor zudem seinen Superstar Cam Newton. Eine historschie Pleite setzte es für die New England Patriots.

Nach dem dritten Spieltag waren Bill Belichick und seine Patriots noch mit Lob überschüttet worden. Ohne den gesperrten Starquarterback Tom Brady und ohne dessen verletzten Ersatzmann Jimmy Garoppolo fuhr New England mit den Houston Texans beim 27:0 Schlitten. Am vierten Spieltag kamen die Patriots nun selbst unter die Räder. Gegen die Buffalo Bills setzte es eine 0:16-Heimpleite.

Erster „Nuller“ im Gilette Stadium

Ein historisches Ergebnis: Zu null hatte der vierfache Super-Bowl-Sieger im 2002 eröffneten Gilette Stadium von Foxborough überhaupt noch nie verloren. Den letzten Nuller zu Hause fabrizierten die Patriots überhaupt im Jahr 1993. Damals verlor man gegen die New York Jets mit 0:6. Gegen Buffalo half auch die Magie von Trainer Belichick nichts, auch weil Quarterback-Rookie Jacoby Brissett mit einer Daumenverletzung gehandicapt war.

Zach Brown (Buffalo Bills) tackelt Quarterback Jacoby Brissett (New England Patriots)

AP/Steven Senne

Die Buffalo-Verteidigung hatte Patriots-Spielmacher Brissett im Griff

Buffalo hatte die Partie klar im Griff. Quarterback Tyrod Taylor erzielte 246 Yards Raumgewinn im Passspiel und warf auch den einzigen Touchdown-Pass der Partie auf Running Back LeSean McCoy. Den Rest besorgte Kicker Dan Carpenter. Brissett und Co. machten gegen die erneut starke Buffalo-Defensive keinen Stich. „Diesmal war gar nichts gut genug, auf keiner Position und in keiner Phase“, sagte Belichick. Buffalo gelang der erst zweite Sieg in den jüngsten 16 Partien in Foxborough.

Atlantas Duo demoliert Vizemeister

In Atlanta festigten die Falcons mit einem klaren Sieg über Vizemeister Carolina Panthers ihre Spitzenposition in der Southern Division der National Football Conference (NFC). Die Panthers, die die dritte Niederlage im vierten Spiel kassierten, fanden vor allem gegen Quarterback Matt Ryan und Widereceiver Julio Jones überhaupt kein Rezept. Ersterer warf Pässe für 503 Yards Raumgewinn und vier Touchdowns, Letzterer fing zwölf der Pässe für 300 Yards Raumgewinn - beides Teamrekorde.

Carolina konnte erneut in keiner Phase der Partie an die Leistungen der Vorsaison anschließen. Letztes Jahr verlor man in 16 Spielen im Grunddurchgang nur einmal - das dafür gegen Atlanta. Zum Drüberstreuen verloren die Panthers auch Superstar Cam Newton, der bei der Two-Point-Conversion zum 18:34 aus Sicht Carolinas eine Gehirnerschütterung - die erste seiner Profikarriere - erlitt. Newtons Ersatzmann Derek Anderson gelangen zwar noch zwei Touchdownpässe, mit zwei Pässen zum Gegner, einer davon führte zum Touchdown zum 48:33, gelang jedoch kein Comeback.

Quarterback Cam Newton (Panthers) liegt am Boden

AP/Rainier Ehrhardt

Newton musste in Atlanta nach einem Zusammenstoß vorzeitig vom Feld

Panthers-Coach Ron Rivera versuchte trotz der aktuell prekären Situation die Gemüter zu beruhigen. „Wir kennen die Situation“, sagte Rivera, „und vier Spiele machen noch keine Saison aus.“ Bereits vor zwei Jahren war Carolina vier Spiele vor Ende der Regular Season vermeintlich schon aus dem Rennen, sprang aber mit vier Siegen in Folge doch noch auf den Play-off-Zug auf und schaffte es dort sogar in die zweite Runde.

Rookie führt Broncos zum Sieg

Weiter unbesiegt sind hingegen die Denver Broncos. Der Titelverteidiger setzte sich bei den Tampa Bay Buccaneers sicher mit 27:7 durch und feierte damit den vierten Sieg im vierten Spiel. Die Broncos ließen sich auch nicht von einer Schulterverletzung ihres bisher sensationell aufspielenden Quarterbacks Trevor Siemian bremsen. Für den 24-Jährigen übernahm der erst 22-jährige Paxton Lynch, der heuer von Denver in der ersten Draftrunde gezogen wurde. Lynch agierte in seinem ersten NFL-Spiel allerdings wie ein alter Hase und warf sogar den ersten Touchdownpass seiner Profikarriere.

Zum zweiten Mal in Folge mussten Spieler und Zuschauer im Raymond James Stadium von Tampa Geduld beweisen. Denn die Partie musste im vierten Viertel wegen eines Gewitters für knapp eineinhalb Stunden unterbrochen werden. Schon am dritten Spieltag hatten Blitz und Donner beim Gastspiel der Los Angeles Rams in Tampa für eine mehr als einstündige Unterbrechung gesorgt - und das zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit.

Rams überrumpeln Arizona

Apropos Rams: Die Truppe aus Los Angeles sorgte dafür, dass mit den Arizona Cardinals ein weiterer vermeintlicher Titelkandidat einen Bauchfleck hinlegte. Angeführt von Quarterback Case Keenum, der zwei Touchdownpässe auf Brian Quick warf, setzten sich die Rams bei den Cardinals mit 17:13 durch und halten damit erstmals seit 2006 nach vier Spieltagen bei drei Siegen und nur einer Niederlage. Der entscheidende Touchdown gelang Los Angeles dabei 2:41 Minuten vor Schluss.

Arizona kassierte hingegen die dritte Niederlage im vierten Spiel und steht damit bereits früh unter Zugzwang. Die Cardinals schenkten gegen die Rams gleich fünfmal den Ball her und mussten zudem in der entscheidenen Phase Quarterback Carson Palmer vorgeben. Der 36-jährige Routinier musste mit einer Gehirnerschütterung vom Feld. Coach Bruce Arians versuchte dennoch keine Panik aufkommen zu lassen: „Der Himmel fällt uns noch nicht auf den Kopf. Wir sind natürlich sehr enttäuscht, aber am Donnerstag geht es weiter.“

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