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Frankreich und Portugal müssen zulegen

Nach dem Fehlstart in der WM-Qualifikation 2018 hat Portugals Europameister-Coach Fernando Santos die Rückkehr zu alten Tugenden eingemahnt. „Wir müssen raus aus dem Europameister-Modus, dem Partymodus“, so Santos. Mit Andorra (Freitag) und den Färöern (Montag) warten nun ohnehin klare Außenseiter, auch Superstar Cristiano Ronaldo ist wieder fit. Frankreich will ebenfalls nach dem mühevollen Auftakt keine Punkte mehr verlieren.

Portugal-Coach Santos forderte einen Monat nach dem 0:2 in der Schweiz zum Qualiauftakt volle Konzentration. „Das darf nicht mehr passieren“, sagte der 61-Jährige. „Wir müssen uns klarmachen, dass die Qualifikation etwas anderes als ein Turnier ist. Wir haben nicht 50 Tage miteinander und das Zusammengehörigkeitsgefühl, das damit einhergeht.“ Während neben Ronaldo auch Bayern-Jungstar Renato Sanches wieder an Bord ist, mussten Mittelfeldmann Adrien Silva und Verteidiger Cedric Soares absagen.

Den Färöern, die in Gruppe B Lettland zum Auftakt der Qualifikation mit 0:1 unterlagen, sei zudem Respekt entgegenzubringen, verlangte Santos. Schließlich würden die Nordmänner einen ähnlichen Stil wie Island pflegen, das dem späteren Champion bei der EM-Vorrunde ein 1:1 abrang. „Sie sind ein gut organisiertes Team und werden uns Probleme machen, wir müssen auf der Hut sein“, so Santos, „wenn wir nicht vorsichtig sind, werden wir mit einem bitteren Nachgeschmack zurückbleiben.“

Deschamps warnt vor Bulgarien

Frankreich will nach dem 1:1 in Weißrussland in den Partien der Gruppe A gegen Bulgarien und in den Niederlanden die ersten Siege einfahren. „Wir werden dafür sorgen, dass wir gegen Bulgarien drei Punkte holen“, so Frankreich-Teamchef Didier Deschamps, der sich sich in Optimismus übte. Er warnte aber auch vor den Gastgebern. „Das ist ein konkurrenzfähiges Team“, sagte Deschamps. „Die werden wie die Niederlande ein Wort mitreden.“

Frankreich-Coach Didier Deschamps mit Spielern beim Training

APA/AFP/Franck Fife

Deschamps schwörte seine Spieler auf die kommenden Aufgaben ein

Beim Spiel gegen Bulgarien werden für die Franzosen Erinnerungen an einen der schwärzesten Momente der Verbandsgeschichte - die schmachvolle 1:2-Niederlage durch ein Last-Minute-Tor von Emil Kostadinow im November 1993, die Frankreich die WM-Teilnahme in den USA kostete - wach. Doch darauf wollte Deschamps nicht eingehen. „Ich habe wirklich keine Lust, davon zu sprechen. Man muss mit seiner Zeit leben“, sagte der 47-Jährige.

Niederlande empfangen Weißrussland

Auch die Niederländer, die nach dem Debakel der verpassten EM im September trotz dominanter Vorstellung in Schweden nur 1:1 spielten, stehen gegen Weißrussland zu Hause vor einem Pflichtsieg, ehe am Montag ebenfalls in Amsterdam der Kracher gegen den EM-Finalisten Frankreich wartet. Bondscoach Danny Blind muss in beiden Partien auf Bayern-Star Arjen Robben verzichten, der wegen einer Rippenprellung ausfällt. „Ich habe mit ihm gesprochen. Er ist nicht fit“, so Blind am Donnerstag.

Szene aus dem WM-Quali-Match Schweden - Niederlande

APA/AFP/Jonathan Nackstrand

Gegen Schweden reichte es für die dominanten Niederländer nur zu einem Remis

Nach dem Auftaktremis in Schweden hofft die „Elftal“ auf einen Heimsieg, um endlich in ruhiges Fahrwasser zu kommen. Zuletzt drohte der niederländische Fußball nach dem Abgang der prominenten Assistenztrainer Dick Advocaat (Fenerbahce Istanbul) und Marco van Basten (FIFA) sowie dem angekündigten Rücktritt von Verbandsdirektor Bert van Oostveen im Chaos zu versinken.

Schweiz trifft auf heimstarke Ungarn

Einen wichtigen Schritt in Richtung WM-Ticket könnte die Schweiz, derzeit Führender in Portugal-Pool B, mit einem weiteren Erfolg in Ungarn setzen. Die Gastgeber enttäuschten im September beim 0:0 auf den Färöern, sind allerdings seit 25 Monaten zu Hause unbesiegt. Bei den Schweizern kehrt Goalgetter Xherdan Shaqiri zurück, jedoch fehlen Granit Xhaka (gesperrt) und Johan Djourou (verletzt). „Wir haben erst einen von zehn Schritten hinter uns. Sie werden alles unternehmen, um das Unentschieden zu korrigieren“, sagte Schweiz-Coach Vladimir Petkovic, dessen Truppe am Montag in Andorra gastiert.

In Pool H wiederum wittert EM-Halbfinalist Belgien die Chance, mit zwei Siegen am Montagabend die alleinige Tabellenspitze zu übernehmen. Erst hat die Truppe von Neo-Trainer Roberto Martinez am Freitag im Duell zweier zum Auftakt siegreicher Teams Bosnien-Herzegowina zu Gast, am Montag geht man auswärts gegen Gibraltar zu Werke. Griechenland, das zum Auftakt ebenfalls siegte, könnte es Belgien mit Erfolgen gegen Zypern und in Estland allerdings gleichtun.

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