„Als Team stark auftreten“
Österreichs Damen gehen mit moderaten Erwartungen in den alpinen WM-Winter. Durch Eva-Maria Brem stellt man zum Auftakt am Samstag beim RTL in Sölden (10.00 Uhr, live in ORF eins) zwar eine Siegesanwärterin, mit Anna Veith muss man aber die stärkste Läuferin weiter vorgeben. Im Kampf um den Weltcup-Gesamtsieg sieht Cheftrainer Jürgen Kriechbaum daher eher wenig Chancen.
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Der Damen-Rennsportleiter hat für den zweiten Winter nach den Rücktritten von Kathrin Zettel oder Nicole Hosp eine optimistische und eine realistische Sicht: „Mit etwas Glück sind drei Kugeln machbar“, lautet die zuversichtliche Prognose, bei der wieder Brem sowie Speed-Spezialistin Cornelia Hütter, der vergangenen Winter wie Mirjam Puchner der erste Weltcupsieg gelungen ist, erfolgreich sein sollen.
Gesamtsieg machen sich andere aus
Weil Veith wegen ihrer schweren Knieverletzung noch länger nicht in den Weltcup zurückkehrt, sei die Gesamtsituation ähnlich jener im Vorjahr, ist Kriechbaum aber auch Realist. Die Schweizer Titelverteidigerin Lara Gut, US-Jungstar Mikaela Shiffrin, die Deutsche Viktoria Rebensburg, Tina Weirather aus Liechtenstein und US-Dauerbrenner Lindsey Vonn sind auf dem Papier die Kandidatinnen für den Gesamtsieg.

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Gut geht als Titelverteidigerin in den Kampf um die große Kugel
Österreichs Damenteam ist jung und echte Siegfahrerinnen noch rar gesät. „Wir können zwar als Team stark auftreten, der Kampf um die Kugel ist aber eine andere Geschichte“, fürchtet Kriechbaum. „Ich denke eher nicht, dass wir eine Rolle spielen werden.“
Brem mit Chancen auf RTL-Kugel
Nachdem Veith (damals noch Fenninger) im Vorjahr unmittelbar vor Saisonbeginn ausgefallen war, hatte Brem mit dem Gewinn der Riesentorlauf-Wertung für den einzigen Kugelgewinn im ÖSV-Damen-Lager gesorgt. „Eva hat echte Chancen, auch diesen Winter erneut die Kugel zu holen“, ist Kriechbaum überzeugt.
Hinter Brem klaffte im jungen Damen-Team aber rasch eine Lücke auf. Auch die routinierte Michaela Kirchgasser kämpft noch mit den Folgen ihrer Knieverletzung. Technik-Hoffnungen wie etwa Stephanie Brunner hätten zwar „gutes Potenzial“, brauchten aber noch etwas Zeit.
Auch mit Hütter ist zu rechnen
Im Speed hatte es im letzten Winter schon deutlich besser geklappt. Speziell die demnächst 24 Jahre alt werdende Hütter hat Begehrlichkeiten geweckt. „Sie hat mit acht Podestplätzen sowie ihrem Sieg gezeigt, was sie draufhat“, so Kriechbaum, der der Steirerin viel zutraut.

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Für Hütter könnte heuer einiges möglich sein
„Mit etwas Glück kann sie sowohl in Abfahrt als auch im Super-G um die Kugel mitkämpfen.“ Auch Hütter kann wegen einer Schuhrandprellung aber erst in Lake Louise einsteigen.
Umstellungen im Team
Im ÖSV-Lager ist vor der WM-Saison einiges umgestellt worden. So wurde das zu groß gewordene Technik-Team auf je sieben Läuferinnen aufgeteilt. Thomas Trinker leitet nun die Gruppe Riesentorlauf/Kombination, der u. a. Brem und - zumindest auf dem Papier - auch Veith angehören. Mit Brem mitgegangen ist Stefan Bürgler, der als Slalom-Chef von Johannes Zöchling abgelöst wurde.
Bezüglich der Februar-WM in St. Moritz folgt man bei den ÖSV-Damen weiterhin dem Plan, in jeder Disziplin prinzipiell Läuferinnen mit Medaillenchancen am Start zu haben. Solche habe man derzeit aber im Slalom noch nicht, fürchtet Kriechbaum. Große Einschränkung: „Auch im Vorjahr haben sie den größten Schritt beim November-Training in Vail gemacht. Es kommt jetzt viel auf den kommenden Monat an.“
Stärkste Kombiniererin ist in Abwesenheit von Veith wohl nach wie vor Kirchgasser. Kriechbaum traut der 31-jährigen Salzburgerin zu, dass das Beste noch kommt. „Sie hat sich als Persönlichkeit weiterentwickelt und ihre Herangehensweise ist nochmals konzentrierter geworden.“
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