Trainer und Team nicht auf einer Linie
Der SKN St. Pölten hat nach der 1:5-Abfuhr gegen Red Bull Salzburg mit zwei Tagen Verspätung die Reißleine gezogen. Der Aufsteiger beurlaubte am Dienstag Cheftrainer Karl Daxbacher. „Die sportlichen Wege von Mannschaft und Trainer gehen nicht mehr wirklich in dieselbe Richtung“, begründete der Verein die Entscheidung. Jochen Fallmann und Thomas Nentwich betreuen das Team vorerst interimistisch.
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Daxbacher, der seit Sommer 2015 in St. Pölten auf der Trainerbank saß, hatte die Niederösterreicher erstmals in ihrer Geschichte in die Bundesliga geführt. Im Oberhaus lief es für die „Wölfe“ aber bisher nicht nach Wunsch. Nach zwölf Runden liegt St. Pölten mit sieben Punkten nur einen Zähler vor Schlusslicht Mattersburg. Seit zehn Spielen warten die Niederösterreicher auf einen Sieg. Die 1:5-Abfuhr am Sonntag gegen Meister Salzburg ließ das Fass überlaufen.

APA/Hans Punz
Die Schlappe gegen Salzburg war Daxbachers letzter Auftritt bei St. Pölten
Nach der Niederlage gegen Salzburg hatte sich Daxbacher niedergeschlagen und „schwer enttäuscht“ gezeigt. Der ehemalige Teamspieler mit ausgeprägter Austria-Vergangenheit stellte auch sein System infrage. Die Spielanlage seiner Mannschaft hatte er schon nach wenigen Runden abgeändert. Zuletzt agierte St. Pölten entgegen Daxbachers Grundidee mit vielen langen Bällen. Der Niederösterreicher war bereits bei seinen vorangegangenen Engagements als Trainer bei der Austria (Dezember 2011) und dem LASK (März 2015) vorzeitig entlassen worden.
Club traut Daxbacher Wende nicht zu
Unter der Überschrift „Wolfsrudel beurlaubt Leitwolf Karl Daxbacher“ verkündete der Club einen Tag vor dem Cupduell mit Sturm Graz die Trennung vom bisherigen Coach. „Nach zehn Spielen ohne Sieg steckt man im Tabellenkeller fest. Die Vereinsverantwortlichen sind aus diesem Grund nach reiflichen Überlegungen zur Erkenntnis gekommen, dass man Karl Daxbacher weder den Turnaround zutraut, noch die gesteckten Ziele zu erreichen“, begründete St. Pölten die Entscheidung.
„Das gesamte Wolfsrudel möchte sich bei Karl Daxbacher auf diesem Wege für seinen unermüdlichen Einsatz für den Verein sowie für seine großen Verdienste um die vergangenen Erfolge bedanken und wünscht ihm alles nur erdenklich Gute für seine Zukunft“, richtete der Club dem scheidenden Trainer aus. Fallmann/Nentwich werden den Verein bereits am Mittwoch gegen Sturm betreuen. Auch in der anstehenden Bundesliga-Partie am Samstag gegen Altach wird das Interimsduo auf der Bank sitzen.
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