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Match-Tiebreak hauchdünn verloren

Alexander Peya ist am Mittwoch in der ersten Doppelrunde der Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle ausgeschieden. Der angeschlagene Lokalmatador schied mit seinem Partner Mate Pavic gegen Guillermo Duran/Mariusz Fyrstenberg (ARG/POL) hauchdünn mit 3:6 6:3 10/12 aus. Eineinhalb Stunden wogte der Kampf hin und her, dann musste die österreichisch-kroatische Paarung die Segel streichen.

„Seit gestern kann ich überhaupt nicht mehr aufschlagen“, sagte Peya, der bei seinen Service-Games eigentlich nur den Ball ins Spiel bringen konnte – Druck auf die Gegner konnte er mit Aufschlägen von 150 km/h und weniger freilich nicht ausüben. Der Grund dafür ist eine hartnäckige Bauchmuskelzerrung, die ihn bereits seit mehreren Monaten behindert.

Hartnäckige Blessur

„Begonnen hat es bei Olympia in Rio. In Cincinnati war es dann nicht mehr gut, ganz schlimm war es dann bei den US Open“, resümierte Peya, als Nummer 20 bestgereihter heimischer Spieler in der ATP-Doppel-Rangliste. „Der Fehler war dann, dass ich auch noch den Asientrip gemacht habe“, gestand der 36-Jährige, der in Wien erstmals mit Pavic antrat.

Alexander Peya und sein Doppelpartner Mate Pavic

GEPA/Walter Luger

Peya (l.) und Pavic (r.) mussten sich nach hartem Kampf geschlagen geben

„Wir passen gut zusammen“, sagte Peya über den 23-jährigen Linkshänder aus Split, der heuer mit Michael Venus (USA) bereits die Titel in Auckland, Montpellier, Marseille und Hertogenbosch einfahren konnte und derzeit an der 32. Stelle rangiert. Auch für die erste Phase der Saison 2017 sei bereits eine Zusammenarbeit vereinbart, bestätigte Peya: „Das kann funktionieren.“

Peya liebt das Doppel

Peya outete sich als ausgesprochener Doppel-Fan. „Wenn ich die Wahl zwischen einem guten Einzel-Spiel und einem guten Doppel-Spiel habe, schaue ich mir bestimmt das Doppel an“, sagte der 14-fache Turniersieger, für den das Spannungsmoment im Doppel einfach höher sei: „Du bist ständig unter Druck.“ Das sei vor allem der „No-Ad-Regel“ geschuldet – im Doppel entscheidet bei Einstand ein einziger Punkt über Aufschlaggewinn oder Break.

Damit sei das Doppel zeitmäßig auch viel besser planbar, hob Peya hervor, der anregte, auch im Einzel diesen Modus einzuführen. „Das wäre für die TV-Anstalten interessant.“ Das Match-Tiebreak würde er dagegen im Einzel nicht unbedingt einführen, aber: „Ich persönlich schaue mir keine Fünf-Stunden-Partie mehr im Fernsehen an.“

Kein Ende in Sicht

Von einem Karriereende könne übrigens noch lange nicht die Rede sein, wiegelte Peya diesbezügliche Fragen ab. Sogar Olympia 2020 sei durchaus ein Thema: „Gleich nach der Viertelfinal-Niederlage in Rio habe ich daran gedacht“, sagte der Österreicher, der in seinem Landsmann Julian Knowle (42) ein ausgesprochenes Vorbild hat: „Wenn ich mir ihn anschaue, habe ich noch viele gute Jahre vor mir.“

Genaue Ziele wollte Peya nicht nennen, aber ein Grand-Slam-Titel oder die Masters-Teilnahme wäre natürlich reizvoll. Allgemein sei sein Hunger auf Tennis noch immer groß, auch als zweifacher Familienvater. „Das Reisen selbst macht keine Probleme“, so Peya, der aber einräumte: „Bei der Haustür geht man nicht gerne raus.“

Christoph Lüftl, ORF.at, aus der Wiener Stadthalle

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