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Kampl sorgt für Entscheidung

Bayer Leverkusen nimmt direkten Kurs auf das Champions-League-Achtelfinale. Mit dem ersten CL-Auswärtssieg seit zwei Jahren haben sich die Leverkusener die Chance darauf hart erarbeitet - und das bei Tottenham Hotspur im Londoner Wembley-Stadion. Beim schwer erkämpften 1:0 (0:0)-Erfolg erzielte der frühere Salzburg-Star Kevin Kampl am Mittwoch in der 65. Minute den entscheidenden Treffer. Kevin Wimmer war bei den Gastgebern nicht im Kader.

Glück hatten die Leverkusener, bei denen Julian Baumgartlinger durchspielte, sieben Minuten vor Schluss, als Eric Dier mit einem Freistoß nur die Latte traf. Nach zuletzt drei Unentschieden in der Gruppe E verbesserte sich der Bundesligist mit sechs Punkten auf Platz zwei der Tabelle hinter AS Monaco (acht) und vor Tottenham (vier) und ZSKA Moskau (zwei), das 0:3 in Monaco verlor. Am 22. November steht nun das Auswärtsspiel in Russland für Bayer an.

Jubel bei Leverkusen

Mit etwas Glück gelangte der Ball zu Kevin Kampl, der ruhig blieb und trocken zur Leverkusen-Führung abzog.

„Wir freuen uns sehr, in diesem tollen Stadion zu spielen und wollen den Rahmen nutzen, um ein Topfußballspiel zu zeigen“, hatte Bayer-Trainer Roger Schmidt unmittelbar vor dem Anpfiff gesagt. Mit der Motivation und der positiven Grundstimmung nach dem glücklichen Bundesliga-Sieg in Wolfsburg spielten die Leverkusener (Aleksandar Dragovic und Ramazan Özcan saßen auf der Bank) engagiert und offensivfreudig auf - allerdings ohne anfangs richtig gefährlich vor dem Tor zu werden.

Anfänglich bescheidenes Niveau

Die Gastgeber hatten nach einer guten halben Stunde die erste Chance. Doch Bayer-Schlussmann Bernd Leno wehrte den Schuss von Christian Eriksen mit beiden Fäusten ab (33.). Ansonsten stand die Leverkusener Abwehr mit den zuletzt angeschlagenen Innenverteidigern Ömer Toprak und Jonathan Tah recht sicher. Der frühere Bayer-Stürmer Heung-Min Son trat als Spurs-Spitze kaum in Erscheinung. Auf der Gegenseite hätte Javier Hernandez in seinem 50. Europapokal-Spiel die Deutschen in Führung bringen können, sein Schuss wurde aber vom Belgier Jan Vertonghen in letzter Sekunde abgeblockt (43.).

Insgesamt sahen die Zuschauer eine eher zerfahrene als hochklassige Partie. Ein Treffer des eingewechselten Vincent Janssen (45.+1) wurde vom schwedischen Schiedsrichter Jonas Eriksson zu Recht wegen eines vorangegangenen Fouls nicht anerkannt. „Für uns wäre ein Unentschieden gut. Wenn wir mit einem Punkt hier rausgehen, können wir zufrieden sein“, hatte Bayer-Coach Schmidt als Ziel ausgegeben.

Glück auf der Seite der Leverkusener

Tatsächlich wurde Tottenham nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg nach dem Wechsel stärker. Eriksen kam im Strafraum zum Schuss, traf aber nur den Außenpfosten (48.). Außenverteidiger Kyle Walker setzte wenig später zu einem Solo kurz hinter der Mittellinie an, verfehlte aber am Ende ebenso knapp das Tor der Leverkusener (59.).

Die Partie wurde nun lebendiger und unterhaltsamer. Hernandez scheiterte noch an Tottenham-Torwart Hugo Lloris (61.), doch vier Minuten später schloss Kampl eine sehenswerte Kombination mit glücklichem Abfälschen der Spurs-Abwehr zum 0:1 ab.

Drei Tage vor der Bundesliga-Partie gegen Darmstadt 98 versuchte Schmidt mit der Hereinnahme von Hakan Calhanoglu für Julian Brandt nach 70 Minuten noch einmal frische Akzente zu setzen. Nach den bisherigen drei Unentschieden in der Gruppenphase wollten die Gäste unbedingt den ersten Sieg und drängten eher auf das zweite Tor, als dass sie ihren Vorsprung verteidigen wollten. Mit Glück und Geschick rettete Bayer das 1:0, überstand auch die fünfminütige Nachspielzeit und holte den ersten Champions-League-Auswärtssieg seit dem 4. November 2014 und dem 2:1 bei Zenit St. Petersburg.

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