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Norwegens Jungstar verzichtet auf Levi

Der Norweger Henrik Kristoffersen hat sich offenbar wegen eines möglichen Sponorenvertrags mit Red Bull mit seinem nationalen Skiverband angelegt. Der 22-jährige Slalom-Weltcup-Sieger hatte zwar nach langem Überlegen eine Athletenvereinbarung unterschrieben, will nun aber doch sein vermeintliches Recht auf einen Individualkopfsponsor einklagen.

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Wegen des Konflikts mit dem norwegischen Verband wird Kristoffersen auch nicht beim alpinen Weltcup in Levi an den Start gehen und damit einen Rückschlag im Kampf um den neuerlichen Slalom-Gesamtsieg in Kauf nehmen. Das gab der Konkurrent von Marcel Hirscher am Montag im norwegischen Rundfunk NRK bekannt. „Im Moment ist zu viel Lärm um mich. Es sind harte Zeiten, das muss ich zugeben“, sagte der norwegische Jungstar.


Henrik Kristoffersen und Marcel Hirscher

APA/AFP/Jure Makovec

In der vergangenen Saison lieferten sich Kristoffersen und Hirscher einen packenden Zweikampf um die kleine Kristallkugel im Slalom

Kristoffersen, der von seinem Vater Lars trainiert wird, wird sich deshalb vorerst abseits seiner Mannschaftskollegen alleine auf den Riesenslalom in Beaver Creek vorbereiten. Das Rennen auf dem WM-Hang von 2015 steht für den 4. Dezember im Kalender. „Ihnen soll möglich sein, zu tun, was sie wollen, ohne von der Situation, in die mich der Skiverband gebracht hat, beeinflusst zu werden“, sagte Kristoffersen.

Klage soll Lösung herbeiführen

Laut norwegischen Medienberichten hat Kristoffersen seit Längerem ein lukratives Angebot des Energy-Drink-Unternehmens Red Bull vorliegen, das auch Kristoffersens Landsmann Aksel Lund Svindal sponsert. Allerdings ist Kristoffersen diesbezüglich an den norwegischen Verbandssponsor (Telenor) gebunden.

Die nunmehrige Klage soll laut seinem Vater ermöglichen, doch noch eine andere Lösung herbeizuführen. Theoretisch könnte der norwegische Verband seinen Jungstar, der beim kommenden Slalom in Levi zu den Favoriten gehört hätte, auch sperren, wenn er sich nicht an die aktuelle Vereinbarung hält.

Nachteil gegenüber Hirscher

Allerdings habe der Hauptsponsor des Verbands seinem Vorhaben zugestimmt. Die Alpin-Sparte hätte durch den Deal mit Red Bull rund 2,7 Millionen Euro bekommen. Mit Blick auf den angestrebten Gesamtweltcup-Sieg sieht sich der Norweger im Vergleich zu Titelverteidiger Hirscher deshalb im Nachteil. „Wie soll ich gegen jemanden antreten, bei dem alle Voraussetzungen stimmen, und ich habe nicht einmal einen Sponsor, der mir helfen will?“, meinte Kristoffersen. „Es gibt einen Grund, dass Hirscher seit fünf Jahren der Beste der Welt ist. Das ist kein Zufall.“

Der sechsfache Junioren-Weltmeister Kristoffersen gilt als eines der größten Talente in der Alpinski-Szene und als potenzieller Kandidat auf einen baldigen Weltcup-Gesamtsieg. Vergangenen Winter gewann er erstmals den Slalom-Weltcup und wurde in der Gesamtwertung Zweiter hinter Marcel Hirscher. Kristoffersen wurde mit Bronze in Sotschi 2014 zum jüngsten Olympiamedaillengewinner im alpinen Skirennsport überhaupt und gewann danach zwei weitere Goldmedaillen bei der Junioren-WM.

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