Themenüberblick

„Vorbereitung vielversprechend“

Er ist Weltmeister und Gewinner von acht Medaillen bei Großereignissen. Doch vor der am Samstag in Ruka startenden Weltcup-Saison gab sich Bernhard Gruber mit Prognosen vorsichtig. „Die Vorbereitung war vielversprechend, aber ich halte den Ball niedrig“, sagte der Jungvater. Er wolle abwarten, wie sich die Situation nach dem ersten Vergleich der Elite darstelle.

Die Geburt seines Sohnes Benjamin im Oktober hat einiges verändert im Leben des 34-Jährigen. Der Leistungssport ist aber keineswegs zu kurz gekommen. „Ich habe echt gut und qualitativ hochwertig trainiert“, sagte der Gasteiner der APA. Dass die Ergebnisse im Sommer-Grand-Prix nicht berauschend waren, lag an missglückten Änderungen im Springen bei Bindung und Anlauf. „Das ist in die Hose gegangen“, gab Gruber zu.

Junger Norweger im Fokus

Doch mittlerweile hat sich der Großschanzen-Weltmeister von Falun 2015 im Springen wieder seiner starken Form angenähert. Angeführt von Mario Seidl sei die Leistung des Teams auf der Schanze sehr gut. „Ich hoffe, dass sich das Niveau auch im Weltcup zeigt“, sagte Gruber. Er selbst will gut in den Winter starten („Ich möchte die Sprünge vom Training auch im Wettkampf zeigen“), die WM in Lahti mit den Kombi-Bewerben ab 24. Februar sei vorerst noch kein Thema. Am 7./8. Jänner gibt es dort im Weltcup die Generalprobe.

ÖSV-Trainer Christoph Eugen

GEPA/M. Oberlaender

Chefcoach Christoph Eugen nimmt mit den österreichischen Kombinieren die Weltcup- und WM-Saison in Angriff

Als Dominator auf den Schanzen erwartet der Team-Olympiasieger von 2010 den Norweger Jarl Magnus Riiber. „Es kann sein, dass er die Konkurrenz zertrümmert“, sagte Gruber über den 19-Jährigen, der im Spezialspringen norwegischer Vizemeister wurde. Riiber führt das starke Norweger-Team (mit dem steirischen Sprungtrainer Nik Huber) an, die Deutschen stellen im 28-jährigen Olympiasieger Eric Frenzel den Weltcup-Gesamtsieger der vier vergangenen Saisonen und sind Gewinner des Nationencups.

Gute Mischung von Routiniers und Youngsters

Zu diesen zwei dominierenden Teams wollen die ÖSV-Kombinierer spätestens bis zur Heim-WM 2019 aufschließen, die Leistungen der Jungen wecken laut Cheftrainer Christoph Eugen Hoffnungen. Neben Gruber (sechs Siege) sind derzeit Lukas Klapfer und Wilhelm Denifl (je ein Sieg) die einzigen aktiven ÖSV-Athleten mit Weltcup-Erfolgen. Klapfer hat nach einem Schlüsselbeinbruch den Anschluss wieder gefunden, laut Cheftrainer Christoph Eugen fehlen dem 30-jährigen Steirer aber noch Sprünge auf der Großschanze.

Wilhelm Denifl

GEPA/M. Oberlaender

Wilhelm Denifl zählt im ÖSV-Team zur alten Garde

Der 36-jährige Denifl zählt im Springen weiter zu den Besten. Mario Seidl (23 Jahre) und Philipp Orter (22) sind im kommenden Winter Kandidaten für ihre ersten Podestplätze. Seidl war im Sommer-GP Gesamtzweiter hinter Jarl Magnus Riiber, dem dominierenden Springer. Der Salzburger hat sich auch dank der Herausforderung durch Riiber im Springen weiter gesteigert und auch im Langlauf technisch einen Schritt nach vorne gemacht.

Kein Druck vor Start

Orter hat sich der dritten Trainingsgruppe unter Günter Chromecek angeschlossen und war mit Junioren-Weltmeister Bernhard Flaschberger länger als die übrigen ÖSV-Weltcup-Teilnehmer in Finnland. Der Kärntner gewann am Wochenende in Rovaniemi die offenen finnischen Meisterschaften. Eine Steigerung erwartet Cheftrainer Christoph Eugen nach den Trainingsleistungen unter anderen auch von Franz-Josef Rehrl und David Pommer, der einen Schlüsselbeinbruch überwunden hat.

„Ich will die Jungen nicht unter Druck setzen, sie sollen einmal gut starten“, sagte der Steirer. Die Verbesserung im Springen unter Spartentrainer Christoph Bieler soll Früchte tragen. Riiber sorgt wegen seiner Stärke für kurzen Anlauf, davon könnten die Österreicher profitieren. „Das ist eine Chance, andere Nationen mit schwächeren Springern werden sich schwerer tun“, so Eugen.

Links: