Themenüberblick

Lumu erzielt Siegestreffer

SKN St. Pölten hat SV Guntamatic Ried am Samstag richtig in den Abstiegskampf verwickelt. Der Aufsteiger feierte zum Auftakt der 16. Runde der tipico-Bundesliga einen 2:1-Last-Minute-Sieg und rückte als Vorletzter dem Siebenten aus dem Innviertel bis auf drei Punkte nahe. Das Team von Coach Jochen Fallmann setzte damit den Aufwärtstrend fort, ist drei Partien unbesiegt und holte dabei zwei Siege.

Daniel Petrovic (53.) und Jeroen Lumu (90.) sorgten dafür, dass die Niederösterreicher nun in drei Runden mehr Siege gefeiert haben als im gesamten Saisonverlauf zuvor. Der Abstand auf Schlusslicht SV Mattersburg, das am Abend daheim gegen Cashpoint SCR Altach mit 1:2 verlor, konnte auf vier Zähler vergrößert werden.

Jubel von Jeroen Lumu (St.Pölten)

GEPA/Mathias Mandl

Lumu verschaffte St. Pölten etwas Luft im Abstiegskampf

Ried verliert erstmals nach 1:0-Führung

Interimstrainer Fallmann betreibt damit weiter Eigenwerbung im Kampf um einen Verbleib über das Jahr 2016 hinaus. Für die Rieder, die erstmals diese Saison nach einer 1:0-Führung verloren, war ein Treffer von Thomas Reifeltshammer (45./+2) zu wenig.

Fallmann hatte seine Mannschaft vor der Partie „auf Augenhöhe“ mit den Riedern gesehen. Das war dann auch in den ersten 20 Minuten gleich einmal so, da hatten die Niederösterreicher auch die besseren Momente und die in Hälfte eins einzige eigene Topchance. Nach sehenswertem Zusammenspiel zwischen Alhassane Keita und Lukas Thürauer rettete Thomas Gebauer in höchster Not (13.).

Ried - SKN St. Pölten 1:2 (1:0)

Runde, Ried, Keine Sorgen Arena, 2.549, SR Kollegger; Torfolge: Reifeltshammer (45.+2), Petrovic (53.), Lumu (90.)

Nach rund 20 Minuten übernahmen aber die Rieder das Kommando, waren aggressiver, stark in den Zweikämpfen und auch gefährlich. David Stec rettete nach einem Möschl-Kopfball glücklich zur Ecke (24.). In der 38. Minute kam der von Michael Huber wohl auch leicht gefoulte Marcel Ziegl im Strafraum nicht richtig zum Abschluss, Thomas Vollnhofer konnte parieren. Ein gut angetragener Zulj-Freistoß ging daneben (42.).

Ried geht nach Freistoß in Führung

Unmittelbar vor dem Pausenpfiff belohnten sich die Hausherren aber doch für ihren höheren Aufwand. Nach einer Bergmann-Freistoßflanke köpfelte Reifeltshammer ein (45./+2). St. Pölten zeigte also wieder Schwächen bei Standards des Gegners, zuletzt beim 2:2 gegen Mattersburg hatte man beide Gegentreffer nach ruhenden Bällen kassiert.

Dass auch Ried anfällig ist, wurde gleich nach dem Wiederbeginn deutlich. Nach einem kurz abgespielten Corner und einer weiten Holzmann-Flanke auf die zweite Stange konnte Petrovic einköpfeln, da sich Gebauer verschätzt hatte (53.). Ried wirkte etwas geschockt und konnte nicht mehr an die Leistung vor der Pause anschließen. St. Pölten war besser im Spiel, hatte aber auch Glück, dass Orhan Ademi alleine stehend vor Vollnhofer keine Goalgetter-Qualitäten zeigte (79.).

St. Pölten dominiert in Schlussphase

In der Schlussphase spielten nur noch die Gäste. Ein Lumu-Schuss wurde geblockt, beim Keita-Nachschuss war Gebauer auf dem Posten (82.). Unmittelbar nachdem der aktive „Joker“ Lumu danebengeschossen hatte (85.), verfehlte auch der vom starken Keita ideal bediente Thürauer aus bester Position das Tor (86.).

Jubeln durften die Niederösterreicher aber doch noch einmal. Nach idealem Martic-Pass passte ein Lumu-Flugkopfball genau (90.), Gebauer war ohne Chance. St. Pölten revanchierte sich damit für die 2:3-Liga-Niederlage in der NV Arena, in der sie in der zweiten ÖFB-Cup-Runde gegen Ried mit 2:1 gewonnen hatten.

Stimmen zum Spiel:

Christian Benbennek (Ried-Trainer): „Heute bin ich zum ersten Mal richtig sauer. Wir waren ganz gut in der ersten Hälfte, haben umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, aber wir machen daraus keine Tore. Das 1:0 war ein Standard, ein 0:0 zur Pause wäre vielleicht besser gewesen. Ich habe kein Verständnis für die Leistung in der zweiten Hälfte.“

„Wir sind zwar schon lange in der Liga, aber immer noch ein Underdog, da musst du eine Sache immer auf den Platz bringen, nämlich Herz und Leidenschaft. Das hat uns St. Pölten in der zweiten Hälfte vorgemacht, sie haben uns gezeigt, wie man ein Spiel dreht, und verdient gewonnen. Die zweite Hälfte können wir nicht so stehenlassen, solche Sachen muss man sofort abstellen.“

Jochen Fallmann (St.-Pölten-Trainer): „In der ersten Hälfte sind wir gut ins Spiel gekommen, haben dann aber den Faden verloren. Ich bin mit dieser Leistung überhaupt nicht zufrieden, wir haben viele Fehler im Aufbau gemacht. Auch wenn es seltsam klingt, ich war sehr froh, dass das Gegentor vor der Halbzeit gefallen ist. Wir haben in der Pause ein, zwei Dinge umgestellt und nach dem Ausgleich dann ein anderes Gesicht gezeigt. Es war notwendig, die Spieler aufzurütteln. Aufgrund der zweiten Hälfte war der Sieg verdient.“

Tipico-Bundesliga, 16. Runde

Samstag:

Ried - St. Pölten 1:2 (1:0)

Ried, Keine Sorgen Arena, 2.549 Zuschauer, SR Kollegger

Torfolge:
1:0 Reifeltshammer (45.+2)
1:1 Petrovic (53.)
1:2 Lumu (90.)

Ried: Gebauer - Bergmann, Reifeltshammer, Özdemir, Chessa - Ziegl, P. Zulj - Möschl (79./Egho), Walch (55./Fröschl), Honsak (31./Elsneg) - Ademi

St. Pölten: Vollnhofer - Dober (77./Martic), Huber, Petrovic, Stec - Schütz, Mader (23./Brandl), Ambichl, Holzmann (72./Lumu) - Keita, Thürauer

Gelbe Karten: keine bzw. Thürauer

Die Besten: Möschl, Reifeltshammer bzw. Keita, Holzmann, Lumu

Links: