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Tristesse nach sieglosem November

Rapids anhaltender Negativlauf hat sich nun auch in der Tabelle niedergeschlagen. Nach dem enttäuschenden 1:1 bei Schlusslicht Mattersburg rangieren die Hütteldorfer nur noch an der siebenten Stelle. Der Rückstand auf Tabellenführer Cashpoint Altach beträgt nach 17 Runden bereits 15 Punkte. Ein Europacup-Platz ist zehn Zähler entfernt. Immerhin blieb mit zehn Punkten der Vorsprung auf das Tabellenende gleich.

Neo-Coach Damir Canadi steht nach dem vierten Spiel noch ohne Sieg da. „Es ist nicht mühsam, Rapid-Trainer zu sein, natürlich hätte ich es mir anders vorgestellt“, sagte Canadi, dessen Team im November sieglos blieb und nur am Monatsbeginn mit dem 2:2 in der Europa League bei Sassuolo sowie bei Mattersburg einen Punkt holte. Dazwischen setzte es vier Pleiten en suite. Die erste davon, das 0:1 im Heimspiel gegen den WAC, hatte Mike Büskens das Traineramt bei Rapid gekostet.

Mattersburg - Rapid 1:1 (0:0)

Pappelstadion, 3.100 Zuschauer, SR Ouschan; Tore: 1:0 Jano (72./Freistoß), 1:1 Malicsek (76.).

Chancenauswertung bleibt das Problem

Während Canadi seit seiner Amtsübernahme personell rotierte und mehrere Systeme ausprobierte, blieb das Problem unter dem Strich das gleiche wie unter Vorgänger Büskens - die Chancenauswertung. Ein Umstand, den auch der 46-jährige Wiener nach der Partie im Burgenland monierte. Kurz vor und nach dem Seitenwechsel sowie vor dem Schlusspfiff verschleuderte Rapid leichtfertig Topchancen.

„In der 45. Minute müssen wir finalisieren, und Kwilitaia versucht den Tormann zu überheben. Dann gehst du mit einem 1:0 in die Pause. Gleich nach der Pause hat Schaub die große Chance - dann steht es 2:0, und so gewinnst du solche Spiele. Und in der 92. Minute müssen wir den Stanglpass konsequenter spielen“, erklärte Canadi.

Giorgi Kvilitaia (Rapid) and Markus Kuster (Mattersburg)

GEPA/Philipp Brem

Giorgi Kwilitaia agierte mehr als Chancentod und nicht als im Sommer verpflichteter Torjäger

Diese Nachlässigkeit wurde erneut mit einem Rückstand, der aus einem Freistoß des Spaniers Jano in der 72. Minute resultierte, bestraft. Doch „Joker“ Philipp Malicsek stach und erzielte nur vier Minuten später das 1:1. „Positiv war, dass wir den Rückstand gleich ausgleichen konnten“, lobte Canadi zumindest die Moral des Teams.

Schlusslicht im zweiten Saisonviertel

Canadis Plan ist, mit den nötigen Punkten in die Winterpause zu kommen. Der erste volle Erfolg soll nun endlich am Samstag gegen den Vorletzten St. Pölten gelingen. Rapid ist allerdings auch in der Heimtabelle mit lediglich elf Punkten aus acht Spielen nur Siebenter. Und im zweiten Saisonviertel ist der Vizemeister mit bisher mickrigen fünf Zählern überhaupt das Schlusslicht.

Canadi führt den Negativlauf auch auf das fehlende Selbstvertrauen zurück, das bessere Leistungen verhindert. „Natürlich sind wir nicht zufrieden, man merkt die Verunsicherung im Kombinationsspiel. Die Mannschaft ist mehr verunsichert als erwartet, und dann muss man auch einmal einen Schritt zurückgehen, und ich werde der Mannschaft die Hilfestellung geben“, sagte der Rapid-Coach.

Damir Canadi (Rapid)

GEPA/Philipp Brem

Rapid-Coach Damir Canadi hat in den nächsten Wochen jede Menge Arbeit vor sich

Canadi wird „Lösungen anbieten“

Neben dem Selbstvertrauen fehlt Rapid aber die Kreativität und die spielerische Linie. Hinzu kommen aufgrund der Verunsicherung ein fehlerhaftes Kombinations- und Passspiel. Diesbezüglich bezeichnete Canadi Christopher Dibon, der gegen Mattersburg vor der Abwehr gespielt hat, als mögliche Lösung. „Er hat uns auf dieser neuen Position gute Impulse mit dem Ball in der Vorwärtsbewegung gegeben“, erklärte der Rapid-Coach.

Seine Aufgabe bei den Hütteldorfern sieht Canadi nicht als mühsam an, viel eher ist es eine Herausforderung für ihn. „Ich freue mich auf diese Aufgabe nach wie vor. In dieser Phase kann die Mannschaft sehr viel lernen und mitnehmen. Wir müssen diese Situation annehmen, und ich werde der Mannschaft Lösungen anbieten, dass es wieder besser wird“, erläuterte der Rapid-Coach, wie er den Abwärtstrend stoppen will.

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