Themenüberblick

Kirchgasser beste ÖSV-Läuferin

Die erste Kombination des WM-Winters hat am Freitag eine im Vorfeld unerwartete Siegerin gebracht. Ilka Stuhec schlug nach ihren zwei Abfahrtssiegen in Lake Louise auch als Kombiniererin zu und feierte ihren dritten Weltcup-Sieg. Die Slowenin, Dritte nach der Abfahrt, hielt im Slalom die Schweizerin Michelle Gisin um 0,12 Sek. auf Distanz. Sofia Goggia aus Italien wurde Dritte.

Stuhec fing mit einer beherzten Fahrt Gisin, die von Rang 21 nach der Abfahrt erstmals in ihrer Karriere den Sprung aufs Stockerl schaffte, noch ab. Goggia hatte in einem spannenden Rennen als Dritte nur 0,16 Sek. Rückstand auf die Siegerin. Österreichs Damen blieben auch im zehnten Saisonrennen ohne Stockerlplatz. Zuletzt starteten die ÖSV-Frauen vor 36 Jahren derart schlecht in die Saison. Als beste Österreicherin klassierte sich Michaela Kirchgasser auf Rang fünf (+0,63), Rosina Schneeberger landete auf Platz neun (+2,33) - so weit vorne, wie noch nie im Weltcup.

Stuhec weiter in Topform

Ilka Stuhec hat erneut ihre Topform unter Beweis gestellt. Die Abfahrtssiegerin von Lake Louise holte sich auch bei der ersten Kombination der Saison den Sieg.

„Hoffe, dass es so weitergeht“

„Es ist für mich keine große Überraschung“, sagte Siegerin Stuhec im ORF-Interview, „es ist im Slalom zuletzt recht gut gegangen, ich habe gewusst, ich muss mich nur entspannen und Spaß haben. Es ist nicht leicht, alles zu trainieren, aber wenn die Zeit bleibt, versuchen wir es. Ich hoffe, dass es so weitergeht.“ Von den starken Slalom-Zeiten ließ sich Stuhec nicht beeindrucken: „Ich habe mich voll konzentriert und bin einfach Rennen gefahren.“

Damen-Kombination in Val d’Isere

  • 1. Ilka Stuhec (SLO)
  • 2. Michelle Gisin (SUI)
  • 3. Sofia Goggia (ITA)

Keine Punkte gab es überraschend für die große Favoritin. Lara Gut, nach der Abfahrt nur auf Rang sieben, riskierte im Slalom alles und schied im Mittelteil aus. Die Schweizerin verpasste es damit in der Gesamtwertung, Boden auf Mikaela Shiffrin gutzumachen. Die US-Amerikanerin hatte die Rennen in Val d’Isere aufgrund von Müdigkeit ausgelassen. In der Weltcup-Wertung liegt Shiffrin damit weiter 105 Punkte vor Titelverteidigerin Gut, die hinter Goggia auf Rang drei zurückfiel. Die Italienerin rangiert 91 Zähler hinter Shiffrin.

„Es ist unglaublich, dass ich heute auch in der Kombi das Podium gemacht habe. Ich bin superglücklich und zufrieden“, sagte Goggia, die nur „zwei, drei Slalom-Trainingstage“ hatte. Nach einer Verletzung zurückgeworfen, arbeite sie bereits „zwei Jahre dafür, auf das Level zu kommen, auf dem ich schon war“. Auf den Gesamtweltcup schielt sie dennoch nicht, wie sie im ORF-Interview erklärte. „Überhaupt nicht. Ich schaue von Rennen zu Rennen. Vielleicht kann ich in der Abfahrt wieder etwas Großartiges machen.“

Scheyer zeigt auf

Kirchgasser, nach einer soliden Abfahrt auf dem 22. Rang, riskierte im Slalom wie erwartet alles und lag auch lange auf Bestzeitkurs, ein Fehler im Steilhang verhinderte jedoch einen noch größeren Sprung nach vorne. Die 31-Jährige hatte schon in der Kombi-Abfahrt mit einem Fehler wertvolle Zeit liegen gelassen. „Der Slalom war an und für sich nicht so schlecht, der Fehler tut natürlich richtig weh“, sagte die Salzburgerin, die in den vergangenen Tagen vor allem an ihrem Schwung im Flachen gearbeitet hatte.

Eine Überraschung aus österreichischer Sicht lieferte Christine Scheyer. Die 22-jährige Vorarlbergerin klassierte sich mit der hohen Nummer 38 in der Abfahrt auf Rang fünf und durfte sich nach dem Slalom mit Platz elf über ihr bestes Ergebnis im Weltcup freuen. Für die österreichischen Speed-Spezialistinnen gab es im Slalom wie erwartet nichts zu holen. Ramona Siebenhofer belegte in der Kombination nach Platz sieben in der Abfahrt am Ende Rang 13. Cornelia Hütter, nach der Abfahrt noch Zweite, rutschte auf Rang 18, unmittelbar vor Sabrina Maier zurück. Mirjam Puchner und Stephanie Venier belegten die Ränge 20 und 21.

Weiter geht es in Val d’Isere am Samstag mit der Abfahrt (10.30 Uhr, live ORF eins und im Livestream), Hütter ist nach der starken Kombi-Abfahrt bereit. „Ich bin schon wieder annähernd da, wo ich hin will. Ein bisserl geht noch ab. Ich glaube aber, das war ganz gut. Nach Lake Louise war wichtig, den Anschluss daran zu finden, wo ich schon war“, meinte die Steirerin.

Links: