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Österreicher-Tag in Engelberg

Rechtzeitig vor dem ersten Saisonhöhepunkt haben Österreichs Skispringer noch einen Gang zugelegt. Michael Hayböck bestätigte am Samstag seinen Aufwärtstrend bei der Generalprobe für die Vierschanzentournee in Engelberg. Der Oberösterreicher gewann vor dem slowenischen Weltcup-Leader Domen Prevc und dem überraschend auf das Podest zurückgekehrten Tiroler Andreas Kofler.

Für den 25-jährigen Hayböck war es der erste Weltcup-Sieg seit Februar 2016 in Kuopio bzw. sein insgesamt fünfter Erfolg. Der 32-jährige Kofler landete sogar erstmals seit März 2014 in Trondheim auf dem Stockerl. Stefan Kraft als Sechster, Manuel Fettner als Elfter und Markus Schiffner als 23. komplettierten das starke ÖSV-Mannschaftsergebnis.

Hayböck triumphiert in Engelberg

Michael Hayböck hat seine starken Trainingsleistungen bestätigt. Der Oberösterreicher feierte beim ersten von zwei Springen in Engelberg den ersten Saisonsieg der ÖSV-Adler.

„Unglaublich, ich kann es nicht glauben“, meinte Hayböck in einer ersten Reaktion. „Vor zwei Wochen hatte ich noch solche Probleme in Klingenthal und bin nicht einmal in das Finale gekommen“, erinnerte sich der Oberösterreicher, der zuletzt einige Zeit mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte. „Das war ein perfekter Tag“, sagte Hayböck, der mit Sprüngen auf 138 und 134 Meter 3,1 Punkte vor Jungstar Prevc gewann.

ÖSV-Quartett in Weltcup-Top-Ten

Der 17-jährige Slowene baute seine Führung im Gesamtweltcup auf den Norweger Daniel Andre Tande auf 82 Punkte aus. Kraft schob sich mit 169 Zählern Rückstand auf Prevc auf Rang drei vor. Mit Fettner (8.), Hayböck (9.) und Kofler (10.) sind somit vier Österreicher in den Top Ten und damit am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF eins) im letzten Bewerb vor der Tournee fix qualifiziert.

Die Österreicher zeigten einmal mehr, dass ihnen die Schanze in der Schweiz liegt. Es war der insgesamt 16. ÖSV-Sieg in Engelberg. Auch Hayböck hat gute Erfahrungen auf dem Bakken, wovon zwei dritte Plätze 2014 sowie ein zweiter Rang 2015 zeugen.

Hayböck freut sich „irrsinnig“

Die ÖSV-Adler befanden sich nach den zwei Podestplätzen natürlich in einem Stimmungshoch, allen voran Hayböck: „Ich freue mich irrsinnig, weil es eigentlich kein besseres Timing gibt, als jetzt hier in Engelberg. An einem Ort, an den ich sehr gern herfahre, so knapp vor Weihnachten, vor der Tournee zu gewinnen, das ist perfekt.“

„Ganz erklären kann ich es mir auch nicht, weil ich so noch meine Zweifel gehabt habe und das Radl noch nicht so richtig ins Laufen gekommen ist“, sagte Hayböck. Er habe heuer schon öfters einen guten, aber eben keinen zweiten guten Sprung geschafft. Er bedankte sich auch bei den Trainern, die der körperlichen Genesung vor seinem Wunsch nach einem Zusatztraining Vorrang gegeben hatten. „Sie haben mich nicht springen lassen, das war gut.“

Michael Hayboeck und Andreas Kofler

GEPA/Christopher Kelemen

Hayböck und Kofler strahlten bei der Siegerehrung um die Wette

Kofler von Podestplatz „überwältigt“

Überglücklich war auch Kofler, der in der Entscheidung mit einem 139,5-Meter-Satz nur zwei Meter unter dem Schanzenrekord noch vom zehnten Zwischenrang auf Platz drei geflogen war. „Überwältigend. Ich hab so eine Freude, weil ich es nicht wirklich erwartet habe, dass ich da aufs Treppchen springen kann“, sagte der Routinier.

Zwar sei es auch im Training schon sehr positiv gelaufen, doch das letzte Quäntchen habe noch gefehlt. „Heute habe ich am richtigen Rädchen gedreht, damit ich dort hinfinde. Und der zweite Sprung war super, da sind die Emotionen rausgebrochen. Das tut richtig gut, dass man da wieder mal auf das Stockerl raufsteigen kann.“

Samstag-Springen in Engelberg

Endstand:
1. Michael Hayböck AUT 138,0 / 134,0 304,7
2. Domen Prevc SLO 132,0 / 137,5 301,6
3. Andreas Kofler AUT 128,0 / 139,5 293,7
4. Daniel Andre Tande NOR 132,5 / 133,0 288,9
5. Daiki Ito JPN 135,0 / 129,0 284,2
6. Stefan Kraft AUT 129,0 / 130,0 283,9
7. Markus Eisenbichler GER 123,5 / 137,0 283,8
8. Richard Freitag GER 140,0 / 126,5 282,3
9. Kamil Stoch POL 134,0 / 127,5 281,5
10. Severin Freund GER 128,5 / 131,0 279,2
11. Manuel Fettner AUT 125,0 / 128,5 278,2
12. Maciej Kot POL 125,5 / 132,0 277,8
13. Taku Takeuchi JPN 129,5 / 129,0 275,7
14. Stephan Leyhe GER 135,0 / 125,0 274,8
15. Andreas Wellinger GER 131,5 / 127,5 273,4
16. Stefan Hula POL 131,0 / 125.,5 270,2
17. Vojtech Stursa CZE 128,0 / 128,5 269,0
18. Jewgeni Klimow RUS 132,5 / 125,0 268,6
19. Vincent Descombe Sevoie FRA 129,0 / 124,0 268,4
20. Piotr Zyla POL 130,5 / 129,0 267,3
21. Noriaki Kasai JPN 123,5 / 127,5 266,8
22. Dawid Kubacki POL 135,5 / 119,0 265,0
23. Markus Schiffner AUT 128,0 / 128,0 264,7
24. Karl Geiger GER 126,0 / 123,5 263,6
25. Jurij Tepes SLO 128,5 / 124,5 260,4
26. Peter Prevc SLO 128,5 / 126,5* 258,5
27. Tom Hilde NOR 125,5 / 124,5 257,7
28. Denis Kornilow RUS 123,5 / 125,0 257.6
29. Anders Fannemel NOR 131,5 / 114,0 251,2
30. Cene Prevc SLO 123,0 / 117,5 249,9
* gestürzt

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