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Tödlicher Absturz in Kärnten

Air-Race-Pilot Hannes Arch ist in der Nacht auf den 9. September bei einem Hubschrauberabsturz in Kärnten ums Leben gekommen. Ein zweiter Helikopterinsasse, ein 62-jähriger Deutscher, wurde schwerst verletzt. Das Unglück ereignete sich in einem schwer zugänglichen Gebiet nahe dem Großglockner.

Arch hatte mit seinem Hubschrauber einen Transportflug zur Elberfelder Hütte auf 2.346 Meter Seehöhe durchgeführt. Die Hütte kann nur aus der Luft versorgt werden. Kurz nach 21.00 Uhr wollte der 48-Jährige den Rückflug nach Salzburg antreten - gemeinsam mit dem Deutschen, der sich spontan entschlossen hatte, mitzufliegen. Schon bald nach dem nicht erlaubten Nachtstart zerschellte der Hubschrauber an einer Felswand und blieb in einer Felsrinne liegen.

Erster Air-Race-Weltmeister

Der gebürtige Steirer Arch hatte sich als Extremsportler einen Namen gemacht. Er war Bergsteiger, Pilot (Kunstflug, Stunt, Helikopter, Rennflugzeuge, Hängegleiter, Paragleiter) und Unternehmer. Er flog seit vielen Jahren beim Red Bull Air Race mit und holte als erster Europäer 2008 den Weltmeistertitel in dieser Rennserie. Langjährige Air-Race-Weggefährten konnten das Unglück kaum fassen. Der Australier Matt Hall erinnerte an einen gemeinsamen Paragleitflug.

Nachdem Arch 2009 und 2010 Vizeweltmeister geworden war, machte die wegen immer riskanterer Flugmanöver zu gefährlich gewordene Serie für drei Jahre Pause. Der längst auch zum Unternehmer gewordene Steirer überbrückte die Phase mit selbst konzipierten Flugshows wie „Rhythm & Air“. Bei der Aerobatik-WM 2012 gewann er Bronze in der Freestyle-Kategorie.

Seit 2014 wieder dabei

Als die schnellste Motorsportserie der Welt 2014 runderneuert zurückkehrte, war auch Arch wieder dabei. Er führte Mitte der WM überlegen und kam mit nur fünf Punkten Rückstand zum großen Showdown in Spielberg. Der Traum, beim Heimrennen in der Steiermark vor 50.000 Fans zum zweiten Mal Air-Race-Weltmeister zu werden, erfüllte sich aber knapp nicht.

2015 wurde Arch WM-Dritter, obwohl ziemlich viel danebenging. Deshalb stellte er für 2016 ein praktisch neues Team zusammen, das bereits den Fokus auf 2017 hatte. Arch war nach sechs von acht Saisonrennen dennoch Dritter in der WM, als am 8. September und damit nur vier Tage nach dem jüngsten Air-Race-Bewerb in Deutschland bei dem Helikopterflug das Unglück geschah.

„Österreich verliert großen Sportler und Pionier“

„Deine Seele, dein Herz, dein Style und deine Energie. Ich werde alles vermissen. Worte können nicht beschreiben, was ich fühle. Österreich hat einen großen Sportler und Pionier verloren, ich einen Freund“, schrieb etwa Segeldoppelolympiasieger Roman Hagara am Freitag. „Held. Freund. Worte können nicht beschreiben, was ich fühle. In diesen Stunden sind meine Gedanken bei deiner Familie. R.I.P.“, bekundete auch Hagaras Segelpartner Hans-Peter Steinacher.

Der Salzburger Red-Bull-Konzern reagierte mit Bestürzung auf Archs Tod. „Mit großer Betroffenheit haben wir vom tödlichen Unfall unseres langjährigen und engen Freundes Hannes Arch erfahren“, teilte das Unternehmen mit.

„Seit 25 Jahren Teil der Red-Bull-Familie“

„Hannes war seit 25 Jahren Teil der Red-Bull-Familie, galt als großartiger Alpinist, lebensfroher Abenteurer und erfolgreicher Red-Bull-Air-Race-Pilot. Wir werden seine Warmherzigkeit, Offenheit, seinen Sinn für Humor und seine unbändige Energie sehr vermissen.“ Das aufrichtige Mitleid gelte seiner Familie sowie seinen Freunden auf der ganzen Welt, so Red Bull weiter.

Auch Österreichs Fußballmeister Salzburg kondolierte: „Flieg weiter, Hannes Arch! Wir können uns glücklich schätzen, diesen charismatischen Menschen kennengelernt zu haben.“ Stratosphärenspringer und Extremsportler Felix Baumgartner war getroffen: „Wir haben einen der Besten in der Fliegerei verloren. Hannes Arch ist vergangene Nacht bei einem Helikopterunfall gestorben. Er war ein richtiger Held und ein Vorbild für alle. Aber viel wichtiger - er war mein Freund. Ich bin geschockt & weiß nicht, was ich sagen soll. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und bei Miriam. Flieg weiter, Hannes.“

„Im Herzen bin ich Bergsteiger und Abenteurer“, hatte Arch vor zwei Jahren zur APA gesagt. Ein „normales“ Leben sei ihm stets zu unaufregend gewesen. Seine Herangehensweise beschrieb Arch einst so: „Meine Skills sind, dass ich mich auf einen Moment, eine Aufgabe konzentrieren kann und immer offen über den eigenen Horizont schauen kann.“

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