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Tödlicher Unfall und Herzstillstand

Der belgische Radsport hat Ende März innerhalb von 24 Stunden zwei tote Fahrer zu beklagen gehabt. Am 28. März erlag Antoine Demoitie seinen Verletzungen, nachdem er bei einem Rennen mit einem Begleitmotorrad kollidiert war. Am Tag darauf starb Daan Myngheer zwei Tage nach einem erlittenen Herzstillstand.

Beim Rennen Gent - Wevelgem kollidierte der 25-jährige Sprinter Demoitie derart heftig mit einem Motorrad aus dem Begleittross, dass er wenig später im Krankenhaus starb. Der Belgier war während des Rennens nach rund 150 Kilometern zunächst mit vier weiteren Fahrern gestürzt und danach mit einem Motorrad zusammengestoßen. Laut der französischen Sportzeitung „L’Equipe“, die sich auf Aussagen von Augenzeugen berief, soll Demoitie nicht einmal Zeit gehabt haben aufzustehen, bevor das nachfolgende Motorrad in die kleine Gruppe krachte und ihn am Kopf traf.

Auf der Intensivstation des Universitätskrankenhauses von Lille kämpften die Ärzte noch um sein Leben - erfolglos. Nach Angaben des Rennstalls waren Demoities Ehefrau und seine Familie bei ihm in der Klinik. Demoitie war erst diese Saison zum Team Wanty Gobert gewechselt. Der in Lüttich geborene Sprinter war zuvor von 2013 bis einschließlich 2015 für Wallonie-Bruxelles gefahren. Sein größter Erfolg war der Gewinn der Tour du Finistere 2014.

Zusammenbruch 25 Kilometer vor dem Ziel

Myngheer verstarb zwei Tage nach seinem Herzstillstand beim Criterium International. Der 22-Jährige aus dem französischen Team Roubaix Lille Metropole starb im Krankenhaus von Ajaccio, wie der Rennstall auf seiner Facebook-Seite mitteilte. „Er hat sein letztes Rennen verloren, nachdem er gekämpft hat wie ein Champion.“ Auch er verstarb im Beisein seiner Familie und Lebensgefährtin.

Daan Myngheer

APA/AFP/Belga/Dirk Waem

Daan Myngheer verstarb an den Folgen eines Herzstillstands

Etwa 25 Kilometer vor dem Ziel des Rennens auf Korsika hatte Myngheer nach Aussagen seiner Teamkollegen über Unwohlsein geklagt und sich aus einem abgeschlagenen Fahrerfeld zurückfallen lassen. Als er anhielt, brach er zusammen und musste vom medizinischen Dienst reanimiert werden. Um anderen noch das Leben zu retten, soll er Medienberichten zufolge wie auch Demoitie verfügt haben, seine Organe zu spenden.

„Wieder ein tragischer Verlust“, twitterte der britische Sprintstar Mark Cavendish und schrieb von „schrecklichen“ Tagen. „Ein schwarzes Osterwochenende“, konstatierte das Katjuscha-Team.

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