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Leipzig auf dem harten Boden der Realität

Der FC Bayern bleibt die Nummer eins im deutschen Fußball. Mit einer meisterlichen Vorstellung entzauberten die Münchner den Senkrechtstarter RB Leipzig zum Abschluss der Hinrunde in der deutschen Bundesliga mit 3:0 (3:0) und bauten den Vorsprung in der Tabelle auf Leipzig damit auf drei Punkte aus. Als Dritter geht Hertha BSC nach einem 2:0-Heimsieg gegen Darmstadt in die Winterpause.

Der Rekordmeister spielte mit einem Doppelschlag der Spanier Thiago Alcantara (17. Minute) und Xabi Alonso (25.) schon vor der Roten Karte für den Leipziger Emil Forsberg (30.) nach einem groben Foulspiel an Philipp Lahm seine größere Klasse aus. In Überzahl legte in dem früh entschiedenen Bundesliga-Topspiel am Mittwoch vor 75.000 Zuschauern in der Münchner Arena Robert Lewandowski per Foulelfmeter (45.) noch nach.

Österreichs Fußballer des Jahres 2016, David Alaba, spielte bis zur 67. Minute als Linksverteidiger, bei Leipzig war der als Innenverteidiger aufgebotene Stefan Ilsanker über die volle Distanz auf dem Rasen. Offensivmann Marcel Sabitzer wurde in der 82. Minute ausgetauscht. „Der Abend war nicht so, wie wir uns ihn vorgestellt haben. Es war eine Lehrstunde für uns. Glückwunsch an die Bayern, es war eine Topvorstellung“, so der steirische Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl.

Emil Forsberg (Leipzig) sieht die rote Karte

Reuters/Michael Dalder

Für Forsberg war die Partie nach 30 Minuten vorbei

Die Bayern gehen nach der besten Saisonleistung mit 39 Punkten in die Winterpause, die am 20. Jänner mit einem Gastspiel in Freiburg endet. Trotz der zweiten Saisonniederlage können auch die Leipziger stolz sein auf ihr erstes Halbjahr in der Bundesliga. Mit 36 Zählern starten die Sachsen als Zweite und mit einem schönen Vorsprung auf die Verfolger als Champions-League-Aspirant in die zweite Hälfte.

Thiago zieht bei Bayern die Fäden

Der „Schlüssel“ zum Erfolg sei eine ausgewogene Balance zwischen Offensive und Defensive, hatte Bayern-Startrainer Carlo Ancelotti im Vorfeld der Partie erklärt. Entsprechend richtete er seine Aufstellung aus, in der er auf Arjen Robben und Douglas Costa neben Torjäger Lewandowski sowie einem kompakten Mittelfeld um Routinier Alonso vertraute.

Franck Ribery und Thomas Müller mussten im 4-2-3-1-System auf der Ersatzbank schmoren. Ancelotti setzte auf seinen Spielmacher Thiago - der auch prompt als Torschütze und Vorbereiter glänzte. Die Leipziger setzten zwar den ersten torgefährlichen Akzent, als Yussuf Poulsen nur knapp an einer Hereingabe von Timo Werner vorbeirutschte (4.), doch ansonsten konnten sie ihr Pressing nicht entfalten.

Alonso sorgt für Vorentscheidung

Taktisch hervorragend eingestellt und unglaublich konzentriert und fokussiert, gingen die personellen Entscheidungen Ancelottis voll auf. Nach einer tollen Kombination über Robben und Lahm traf Lewandowski nach Lahm-Pass nur den Pfosten, Thiago staubte zum 3.800. Bundesliga-Tor des FC Bayern ab.

Thiago Alcantara (Bayern)

APA/AFP/Christof Stache

Thiago brachte die Bayern vor Heimpublikum rasch auf die Siegerstraße

Vor dem 2:0 verlor Naby Keita in der Vorwärtsbewegung den Ball gegen den aggressiven Arturo Vidal. Der Chilene leitete weiter auf Lewandowski, der zu Thiago passte, der wiederum Alonso bediente - Leipzig wirkte regelrecht eingeschüchtert und beeindruckt.

Leipzig dezimiert nach Rot für Forsberg

Defensiv war der Aufsteiger dem Rekordmeister nicht gewachsen, offensiv kamen die Gäste nicht zur Geltung. Spätestens als Forsberg nach einem üblen Tritt gegen Lahm Rot sah (30.), war die Partie entschieden und büßte ein wenig von ihrem anfänglichen Reiz ein.

In der 45. Minute traf Lewandowski aus einem Elfmeter souverän zum 3:0. Selbst Leipzigs Torwart Peter Gulacsi agierte zu diesem Zeitpunkt unsicher, als er mit seinem zögerlichen Herauslaufen gegen Costa den Strafstoß erst ermöglichte. Polens Nationalspieler Lewandowski zog mit seinem 133. Treffer mit dem Brasilianer Giovane Elber auf Platz zwei der besten ausländischen Bundesliga-Torschützen gleich.

Nichts Neues nach Seitenwechsel

Nach dem Wechsel durfte Ribery für den vermutlich angeschlagenen Robben aufs Feld und fügte sich sofort in das harmonische Bild ein. Lewandowski hätte auf 4:0 erhöhen können, scheiterte aber an Gulacsi (52.) und setzte einen Heber zu hoch an (65.). In der Folge beschränkten sich die Bayern weitgehend auf die Kontrolle des Geschehens.

Die Leipziger bewiesen jedoch Moral und wehrten sich nach Kräften gegen eine höhere Niederlage. Gulacsi parierte einen Freistoß von Costa (86.), Ribery traf die die Latte (87.). Bei den Bayern kamen noch Juan Bernat und der frühere Leipziger Joshua Kimmich ins Spiel - nur Müller erlebte den erstaunlich einseitigen Abend 90 Minuten lang auf der Bank.

Köln remisiert gegen Leverkusen

Ein 1:1 (1:1) gab es am Mittwoch im Duell des 1. FC Köln mit Bayer Leverkusen. Die Truppe von Trainer Peter Stöger war durch den 13-fachen Saisontorschützen Anthony Modeste in der 21. Minute in Führung gegangen, der Brasilianer Wendell (44.) glich aus. Köln ist damit zum Jahresende Siebenter, Leverkusen vier Punkte dahinter nur Neunter. Bei der Werkself verteidigte Aleksandar Dragovic, Julian Baumgartlinger fehlte krankheitsbedingt, Ramazan Özcan fungierte wie gewohnt als Ersatzgoalie.

Wendell (Leverkusen)

APA/AFP/dpa/Jonas Güttler

Wendell sorgte noch vor der Pause für den Ausgleich Leverkusens

Auch der Fünfte Hoffenheim musste sich aufgrund eines späten Gegentors von Serge Gnabry (87.) mit einem 1:1 gegen Werder Bremen begnügen, ist damit aber weiter als einziges Ligateam ungeschlagen. Beim 15. Bremen fehlte der verletzte Florian Grillitsch weiterhin, Zlatko Junuzovic spielte durch, Florian Kainz saß nur auf der Bank.

Suttner trifft bei Ingolstadt-Pleite

Nur ein persönliches Erfolgserlebnis gab es für Markus Suttner. Bei der 1:2-Niederlage von Abstiegskandidat Ingolstadt gegen Freiburg erzielte der Ex-Austrianer aus einem Freistoß aus 17 Metern den Anschlusstreffer in der 53. Minute. Auch in der 13. Runde in Bremen hatte er einen Freistoß direkt verwandelt.

Zwei direkte Freistoßtore hat sonst noch niemand diese Saison geschafft. Fast wäre noch eines dazugekommen, sein Versuch aus 25 Metern ging aber knapp vorbei (56.). Lukas Hinterseer spielte bei den Verlierern bis zur 73. Minute. Das Frühjahr startet am 20. Jänner 2017.

Deutsche Bundesliga, 16. Runde

Mittwoch:

Bayern München - Leipzig 3:0 (3:0)

Tore: Thiago (17.), Alonso (25.), Lewandowski (45./Foulelfmeter)

Rote Karten: Forsberg (30./Leipzig)

Alaba (Bayern) bis 67. Minute bzw. Ilsanker (Leipzig) spielte durch, Sabitzer (Leipzig) bis zur 82. Minute

Köln - Leverkusen 1:1 (1:1)

Tore: Modeste (21.) bzw. 1:1 Wendell (44.)

Dragovic (Leverkusen) spielte durch, Özcan (Leverkusen) auf der Bank

Hoffenheim - Bremen 1:1 (1:0)

Tore: S. Wagner (26.) bzw. 1:1 Gnabry (87.)

Junuzovic (Bremen) spielte durch, Kainz (Bremen) auf der Bank

Hertha BSC - Darmstadt 2:0 (0:0)

Tore: Plattenhardt (53.), Kalou (66.)

Ingolstadt - Freiburg 1:2 (0:2)

Tore: Suttner (53.) bzw. Niederlechner (34./Foulelfmeter), Niederlechner (41.)

Hinterseer (Ingolstadt) bis zur 73., Suttner (Ingolstadt) spielte durch

Dienstag:

Dortmund - Augsburg 1:1 (0:1)

Tore: Dembele (47.) bzw. Ji (33.)

Hinteregger und Teigl (Augsburg) spielten durch

Hamburger SV - Schalke 2:1 (0:0)

Tore: N. Müller (61.), Wood (82.) bzw. Avdijaj (90.)

Gregoritsch (HSV) bis 88. Minute bzw. Schöpf (Schalke) bis 77. Minute

Frankfurt - Mainz 3:0 (1:0)

Tore: Hrgota (18.), Barkok (75., 85.)

Rote Karte: Cordoba (55./Mainz)

Lindner (Frankfurt) auf der Bank bzw. Onisiwo (Mainz) bis 46. Minute

Mönchengladbach - Wolfsburg 1:2 (0:1)

Tore: Hazard (52.) bzw. Caligiuri (3.), Gomez (57.)

Tabelle

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