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Konzentration auf die Kombination

Zu starker Wind hat die Weltcup-Herren-Abfahrt im italienischen Santa Caterina verhindert. Nachdem die Organisatoren bereits den Start nach unten verlegt und das Rennen um eine Stunde verschoben hatten, erfolgte Mittwochmittag die Absage.

„Es fliegt alles durch die Gegend, es wäre ein perfekter Tag zum Kitesurfen. Schade, denn die Piste wäre super beieinander gewesen“, sagte Herren-Renndirektor Markus Waldner. Laut Internationalem Skiverband (FIS) wird die Abfahrt in dieser Saison auch nicht mehr nachgetragen. „Der Kalender ist komplett voll“, erklärte Waldner.

Absage der Abfahrt in Santa Caterina

Zu starker Wind sorgte für eine Absage der Herren-Abfahrt in Santa Caterina, am Donnerstag steht eine Kombination auf dem Weltcup-Programm.

Für Donnerstag (10.30 und 14.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) hält die FIS an der alpinen Kombination aus Super-G und Slalom in Santa Caterina fest. Bis dahin müssen aber die Steine in der Piste „Deborah Compagnoni“ beseitigt werden. Das Wetter soll sich in der Nacht beruhigen.

Die im Vorfeld diskutierte Option der Nachtragung der Abfahrt am Freitag kam laut Waldner aufgrund der fehlenden Einigung der TV-Rechteinhaber mit dem Organisationskomitee nicht zustande. „Leider, die Abfahrt ist definitiv weg.“ Für die Kombination ist er aber zuversichtlich. „Das Wetter sollte besser werden, der Wind beruhigt sich.“ Auch auf die Strecke gewehte Steine könne man problemlos entfernen, so Waldner.

Gemischte Gefühle im Fahrerlager

Im Fahrerlager begrüßte man einerseits die Absage der Abfahrt aufgrund der widrigen Bedingungen, kritisierte jedoch die ersatzlose Streichung. „Es wäre überhaupt kein faires Rennen gewesen, teilweise auch ein Risiko bei den Sprüngen. So weh es tut, ist es voll in Ordnung“, meinte Reichelt, bedauerte aber auch den Wegfall. „Es ist echt schade, wir haben eh auf der Speed-Seite schon so wenig Rennen und dann findet sich leider keiner, der das Rennen austragen kann.“

Besonders bedauerlich sei es für ihn persönlich, betonte der Super-G-Zweite des Vortages. „Vor allem nach dem Training, wo ich gut dabei war, ist es für mich fast noch ärger, weil ich in Form gekommen wäre. Aber Sicherheit und Fairness gehen vor, vielleicht findet sich jemand, der das Rennen nachträgt“, so Reichelt, der in der Kombination nicht antreten wird.

Nächste Abfahrt in Wengen

Auch Vincent Kriechmayr teilte die Meinung des Salzburgers. „Das ist schade, weil wir doch schon weniger Speed-Rennen haben. Ich wäre froh, wenn wir ein bisschen mehr hätten. Ich glaube, ich spreche im Sinne aller Speed-Fahrer, das entspricht nicht gerade der Fairness, aber wir müssen es eh so nehmen“, sagte Kriechmayr. Auch er versteht nicht, warum es keinen Ersatz gibt. „Sonst hat sich ja auch immer ein Platzerl gefunden, vielleicht schaffen wir es in Zukunft, dass man Ausweichorte findet.“

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel weinte dem Rennen angesichts der zuletzt starken Vorstellungen seiner Speed-Piloten nach. „Wir wären im Aufwind, uns hätte es gut gepasst“, stellte Schröcksnadel im ORF-Radio Ö3 klar. Die nächste Abfahrt ist erst am 13. Jänner in Wengen geplant. Die bisherigen beiden hatten in Val d’Isere Kjetil Jansrud und in Gröden Max Franz gewonnen.

Positiv für Svindal und Hirscher

Die Absage der Abfahrt kam Aksel Lund Svindal entgegen, der Santa Caterina ausließ, um seinem lädierten Knie eine Pause nach den Anstrengungen der vergangenen Wochen zu gönnen. Der Norweger führt den Abfahrtsweltcup mit insgesamt 140 Punkten weiter vor seinem Landsmann Jansrud (122) an, der in Santa Caterina am Dienstag seinen bereits dritten Saisonsieg im Super-G gefeiert hatte. Gröden-Sieger Franz liegt mit 110 Zählern auf Platz drei.

Freuen dürfte sich über die ersatzlose Streichung der Abfahrt auch Marcel Hirscher. Der Weltcup-Titelverteidiger war im Super-G als 47. leer ausgegangen. Aufgrund der Abfahrtabsage führt Hirscher im Gesamtklassement weiterhin 151 Punkte vor Jansrud.

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