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Auch im Slalom nicht zu bezwingen

US-Superstar Mikaela Shiffrin hat nach den beiden Riesentorläufen auf dem Semmering auch den Slalom gewonnen. Die 21-Jährige setzte sich Donnerstagabend trotz zahlreicher Fehler in beiden Läufen 0,64 Sekunden vor der Slowakin Veronika Velez-Zuzulova durch. Platz drei belegte die Schweizerin Wendy Holdener (+ 1,54).

Die Entscheidung war nichts für schwache Nerven. Wie schon im ersten Durchgang hatte Shiffrin einige Fehler und Schreckmomente zu überstehen, lag bei den oberen Zwischenzeiten schon klar zurück, ehe sie im Schlussteil erneut aufdrehte und Velez-Zuzulova noch klar abhängte. „Es war schon verrückt. Es war ein Kampf, ich glaube, dass ich heute gut schlafen werde. Es ist sicher eines meiner besten Jahre bisher, aber ich lerne noch immer weiter“, sagte Shiffrin, die mit dem siebenten Slalom-Sieg in Serie ihre Weltcup-Gesamtführung auf die Schweizerin Lara Gut auf 215 Punkte ausbaute.

Schild fährt knapp am Podest vorbei

Über ihr bestes Saisonergebnis und den dritten Top-Ten-Platz in Serie freute sich Bernadette Schild, die als beste Österreicherin Platz fünf (2,01) belegte. Nur 0,45 Sekunden blieb sie hinter Holdener und dem Podest. Ricarda Haaser schwang auf dem 16. Rang (3,65) ab, Stephanie Brunner wurde 20. (4,26), Katharina Liensberger 22. (4,40) - die 19-jährige Vorarlbergerin holte in ihrem erst vierten Weltcup-Rennen die ersten Punkte.

Shiffrin lässt sich nicht beirren

Mikaela Shiffrin bleibt unschlagbar. Nach den beiden RTL-Rennen gewinnt die US-Amerikanerin auch den Slalom ganz souverän - trotz einiger Fehler.

„Vor allem der Schlussteil war gut, oben hatte ich noch Probleme. Da fuhr ich sehr verhalten. Aber in Summe bin ich zufrieden“, bilanzierte Schild, die als Elfte in die Entscheidung gestartet war und letztlich noch für das beste Slalom-Resultat der ÖSV-Damen in dieser Saison sorgte. Auch Haaser war happy. „Die Piste liegt mir. Ich habe gleich den Rhythmus gefunden und bin ruhig geblieben. Es taugte mir einfach“, sagte die 23-Jährige, die wie Liensberger erstmals in einem Weltcup-Slalom anschrieb.

Damen-Slalom am Semmering

  • 1. Mikaela Shiffrin (USA)
  • 2. Veronika Velez-Zuzulova (SVK)
  • 3. Wendy Holdener (SUI)

Weniger gut erging es den übrigen Österreicherinnen: Michaela Kirchgasser, Katharina Huber, Chiara Mair, Julia Grünwald und Katharina Truppe fielen bereits im ersten Durchgang aus. „Bei den Technikerinnen braucht es einfach noch ein bisschen Zeit“, nahm ÖSV-Sportdirektor Hans Pum seine größtenteils jungen Athletinnen in Schutz. „Gerade da braucht es Geduld. Ich bin mir so sicher, dass uns die Mannschaft noch viel Freude machen wird.“

Siege am laufenden Band für Shiffrin

Shiffrin dagegen setzte ihre imposante Siegesserie im Slalom fort. Alle zwölf Slaloms, bei denen sie zuletzt am Start stand, konnte sie für sich entschieden. Saisonübergreifend hält Shiffrin nun bei sieben Siegen in Folge, womit nur noch einer auf die Bestmarke von acht in dieser Disziplin fehlen. Aufgestellt haben diese Rekordserie übrigens die Schweizerin Vreni Schneider (in den Jahren 1988/1989) und die Kroatin Janica Kostelic (2000/2001).

Wie Shiffrin an drei Tagen hintereinander an einem Ort zu gewinnen war zuletzt ihrer Landsfrau Lindsey Vonn gelungen. Die 32-Jährige setzte sich im Dezember des Vorjahres im kanadischen Lake Louise bei zwei Abfahrten und einem Super-G durch. Das gleiche Kunststück hatte Vonn auf ihrer Lieblingsstrecke bereits 2011 und 2012 geschafft. In Haus im Ennstal gewann Vonn im Jänner 2010 ebenfalls an drei Tagen in Folge zwei Abfahrtsläufe und einen Super-G.

Den Weltcup-Rekord für Siege hintereinander an einem Ort hält allerdings noch Annemarie Moser-Pröll. Die Salzburgerin schaffte von 9. bis 11. Jänner 1975 in Grindelwald sogar vier Rennsiege an drei Tagen, weil damals noch eine Kombination aus Abfahrt und dem zuvor ausgetragenen Riesentorlauf als separater Bewerb gewertet worden war.

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