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Veith bei Comeback glücklos

Lara Gut bleibt in dieser Saison im Super-G weiter unschlagbar. Die Schweizerin feierte in Garmisch-Partenkirchen am Sonntag ihren dritten Sieg im dritten Saisonrennen und rückte im Gesamtweltcup US-Star Mikaela Shiffrin wieder ein Stück näher. Wie eine Siegerin durfte sich aber auch die zweitplatzierte Stephanie Venier fühlen: Die Tirolerin fuhr erstmals auf ein Weltcup-Podest.

Venier fehlten am Ende nur 0,67 Sekunden auf die Bestzeit von Gut, die in 1:17,92 Minuten auf der Kandahar-Piste zu ihrem insgesamt 22. Weltcup-Sieg und dem elften in einem Super-G raste. Platz drei ging mit 0,86 Sek. Rückstand an Tina Weirather. Die Liechtensteinerin schaffte es nach zwei zweiten Plätzen auch im dritten Saison-Super-G auf das Podest.

Lara Gut (SUI)

Die Schweizerin Lara Gut holt in Garmisch ihren dritten Super-G-Sieg in Serie nach Val d’Isere und Lake Louise.

Nur 0,21 Sek. hinter Weirather belegte Nicole Schmidhofer als zweitbeste Österreicherin Rang vier. Eine starke Leistung bot erneut Ricarda Haaser. Die 23-jährige Tirolerin raste mit der hohen Nummer 36 ex aequo mit Francesca Marsaglia aus Italien auf den zehnten Platz und egalisierte damit ihr Ergebnis aus der Abfahrt vom Samstag. Die Abfahrtssiegerin von Zauchensee Christine Scheyer landete unmittelbar vor Elisabeth Görgl auf Rang 13.

Super-G in Garmisch:

Gut und Venier überraschen sich selbst

Gut schlug damit einen Tag nach ihrem zweiten Platz in der Abfahrt zurück. Und das, obwohl sie mit ihrer Fahrt trotz Bestzeit unmittelbar nach der Zieldurchfahrt nicht zufrieden gewesen war. „Ich bin eigentlich gestern besser, als heute gefahren. Aber trotzdem sind es diesmal 100 Punkte“, sagte die Schweizerin, „ich bin nicht hundert Prozent auf dem Ski gestanden und war oft Passagier. Ich habe nicht so gearbeitet, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Im Gesamtweltcup verkürzte Gut den Rückstand auf Shiffrin nach dem Gewinn von insgesamt 180 Punkten in Garmisch wieder auf 235 Zähler.

Auch Venier hatte mit ihrer Platzierung nicht gerechnet. In der Vorbereitung auf die Rennen in Garmisch-Partenkirchen hatte die 23-Jährige noch mit Fieber gekämpft. „Es war aber schwierig, ich war von Montag bis Mittwoch krank und in der Abfahrt war es mit der Kraft schon zäh. Aber ich habe heute noch einmal das Letzte aus mir herausgeholt, und es hat gepasst“, sagte Venier, die ihre eigenen Erwartungen bei Weitem übertreffen konnte: „Ich nehme mir nie zu viel vor, dann kann ich nie so enttäuscht werden.“

Stephanie Venier (AUT)

Die 23-jährige Stephanie Venier glänzte als Zweite und durfte sich damit über das erste Weltcup-Podest ihrer Karriere freuen.

Veith hält Druck nicht stand

Für Anna Veith endete ihre Rückkehr in den Speed-Disziplinen, so wie ihr Comeback im Riesentorlauf Ende Dezember auf dem Semmering, mit einem Ausfall. Die Salzburgerin erwischte nach der zweiten Zwischenzeit ein Tor nicht mehr. Bis dahin war Veith sensationell unterwegs gewesen. Bei der zweiten Zeitmessung lag die 27-Jährige nur 0,07 Sek. über der Bestzeit von Gut.

„Im Moment fehlen einfach noch die letzten Kleinigkeiten. Ich habe Skifahren nicht verlernt“, sagte Veith im ORF-Interview. Beim Ausfall habe sie dem Druck nicht mehr standhalten können, so die Salzburgerin. „Aber es war wieder eine wichtige Erfahrung. Ich versuche, das Positive mitzunehmen, und muss aber weiter hart arbeiten. Es fühlt sich so an, als ob die Dinge neu auf mich einwirken würden, so als ob ich erst anfange. Aber es macht extrem viel Spaß“, blickte die Weltmeisterin nach vorne.

Anna Veith (AUT)

Die Salzburgerin Anna Veith schied bei ihrem Speed-Comeback nach der langen Verletzungspause aus.

Kein weitere Vonn-Sensation

Lindsey Vonn, die am Samstag in der Abfahrt in ihrem zweiten Rennen nach ihrem Comeback sensationell zum Sieg gerast war, hatte diesmal mit dem Kampf um die Spitzenplätze nichts zu tun. Die Amerikanerin verlor bei ihrem ersten Super-G-Einsatz nach ihrem Oberarmbruch sukzessive Zeit und musste sich am Ende mit Platz neun zufriedengeben. „Ich habe mich vom Kopf her gut gefühlt, aber ich muss doch noch mehr am Super-G arbeiten“, sagte Vonn.

Der selektive Kurs auf der Kandahar-Piste forderte noch weitere prominente Opfer. So kamen etwa die Italienerin Sofia Goggia, heuer bereits siebenmal auf einem Weltcup-Podest, und die Abfahrtsdritte Viktoria Rebensburg aus Deutschland nach einem Torfehler nicht in die Ergebnisliste. Mit Tamara Tippler und Mirjam Puchner schafften es auch zwei weitere rot-weiß-rote Hoffnungsträgerinnen nicht ins Ziel.

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