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Klare Favoritin setzt sich durch

Serena Williams hat am Samstag das Schwesternduell um den Titel bei den Australian Open gewonnen. Die 35-jährige US-Amerikanerin besiegte Venus Williams nach 82 Minuten mit 6:4 6:4 und ist damit ab Montag wieder die Nummer eins der Weltrangliste. Serena feierte außerdem ihren bereits siebenten Melbourne-Titel und vor allem den 23. Grand-Slam-Triumph ihrer Karriere - jenen, der sie zur alleinigen Rekordhalterin macht.

Serena Williams ließ damit nämlich die deutsche Legende Steffi Graf (22 Major-Titel) endgültig hinter sich. Vor ihr liegt zwar noch Allzeit-Leaderin Margaret Court, die allerdings ihre 24 Major-Titel teilweise noch vor der „Open era“ bzw. der Profiära geholt hatte. Für den Titel kassiert Serena umgerechnet 2,61 Millionen Euro, Venus erhält immerhin stolze 1,34 Mio. Euro. Letztere stand in ihrem ersten Major-Finale seit Wimbledon 2009. Nach dem insgesamt 28. „Sister Act“ führt Serena Williams im Head-to-Head nun mit 17:11.

Serena Williams mit Pokal und ihrer Schwester Venus Williams

APA/AP/Aaron Favila

Serena Williams besiegte ihre Schwester und ist nun die Größte aller Zeiten

„Ich könnte hier noch eine Weile stehen. Das habe ich im vorigen Jahr vermisst“, sagte die strahlende Siegerin, nachdem sie aus den Händen der zweimaligen Titelträgerin Hana Mandlikova den Daphne Akhurst Memorial Cup erhalten hatte. Beim Siegerfoto streckte sie den rechten Zeigefinger aus - als Zeichen der Nummer eins. In ihrer Siegesrede lobte sie ihre Schwester: „Es ist unmöglich, dass ich ohne sie bei 23 Titeln wäre, oder überhaupt bei einem.“ Venus gratulierte fair: „Deine Siege waren immer meine Siege, immer wenn ich nicht da war, nicht da sein konnte, warst du da.“

Break-Festival im ersten Satz

Der erste Satz hatte in der vollbesetzten Rod-Laver-Arena gleich mit vier Breaks in Serie begonnen. Weder die klar favorisierte Serena (35) noch die um ein Jahr ältere Venus (36) fanden in der Anfangsphase ihren Aufschlagrhythmus. Letztere war es, die zum 3:2 erstmals ihr Service durchbrachte.

Historischer Triumph für Serena Williams

Der Sieg von Serena Williams bei den Australian Open ist ein historischer Erfolg. Die US-Amerikanerin holte ihren 23. Grand-Slam-Titel und überholte damit die deutsche Tennislegende Steffi Graf.

Nach 30 Minuten brach Serena erneut den gegnerischen Aufschlag zum 4:3 - das war die Vorentscheidung im ersten Durchgang. Die neue alte Weltranglistenerste servierte zum 6:4 und damit zur Satzführung aus. Bezeichnend für ihre gefundene Schlagsicherheit war, dass Serena dies im letzten Game souverän zu null gelang.

Jubel nach 82 Minuten „Sister Act“

Im dritten Spiel des zweiten Satzes wehrte Venus bei 0:40 gleich drei Breakbälle ab, um doch noch das 2:1 zu sichern. Überhaupt verlief das Finale doch ausgeglichener und umkämpfter, als so mancher Experte im Vorfeld der Partie befürchtet hatte. Hochklassig war das Match nicht unbedingt, was die Statistik der „unerzwungenen Fehler“ mit 17:17 zu diesem Zeitpunkt ausdrückte. Und wieder gab das Break zum 4:3 den Ausschlag zugunsten der neuen alleinigen Major-Rekord-Siegerin.

Die insgesamt unterlegene, aber mehr als tapfer dagegenhaltende Venus konnte noch einmal auf 4:5 verkürzen. Nach 82 Minuten war das Finale aber schließlich entschieden. Serena verwertete den ersten Matchball und schrieb „down under“ einmal mehr Tennisgeschichte. Dort, wo sie vor einem Jahr eine überraschende Finalniederlage gegen Angelique Kerber erlitten hatte, überholte Serena wieder die heuer schon im Achtelfinale gescheiterte Deutsche an der Spitze der WTA-Weltrangliste.

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