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Damen im ÖSV-Team in Überzahl

Gleich 16 Debütanten sind am Mittwoch vom Österreichischen Skiverband (ÖSV) für die WM in St. Moritz (6. bis 19. Februar) nominiert worden. Dass diesmal mehr Damen (14) als Herren (13) im WM-Aufgebot stehen, kam doch überraschend, das Fehlen der Routiniers Klaus Kröll und Elisabeth Görgl nach den bisher gezeigten Saisonleistungen hingegen nicht.

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Bei den Herren fehlt Slalom-Spezialist Marc Digruber, der in diesem Weltcup-Winter einen vierten Platz (Val d’Isere) geschafft hatte. Einen solchen kann auch der Vorarlberger Christian Hirschbühl (Wengen) vorweisen, der den Vorzug gegenüber dem Niederösterreicher erhielt. Speed-Spezialist Otmar Striedinger aus Kärnten wurde nach einer schwachen Saison ohne Top-25-Platz erwartungsgemäß nicht berücksichtigt.

WM-Kader seit 1989

2017 14 Damen 13 Herren
2015 10 Damen 15 Herren
2013 13 Damen 14 Herren
2011 10 Damen 14 Herren
2009 10 Damen 15 Herren
2007 10 Damen 16 Herren
2005 12 Damen 13 Herren
2003 11 Damen 16 Herren
2001 12 Damen 15 Herren
1999 11 Damen 14 Herren
1997 9 Damen 14 Herren
1995 9 Damen 15 Herren
1993 12 Damen 14 Herren
1991 11 Damen 13 Herren
1989 10 Damen 14 Herren

Im Damen-Team, das von den schweren Verletzungen von Riesentorlauf-Weltcup-Siegerin Eva-Maria Brem, Speed-Medaillenhoffnung Cornelia Hütter und Slalom-Spezialistin Carmen Thalmann schwer getroffen wurde, befinden sich gleich zehn WM-Neulinge. So auch Rosina Schneeberger, die mit einem neunten Weltcup-Platz in der Kombination in Val d’Isere das Ticket für St. Moritz löste.

„Haben mit 13 Plätzen genug“

„Wir haben uns zusammengesetzt mit den Damen. Wir haben 13 Herren bestimmt, weil die Einsetzbarkeit bei uns wesentlich besser ist als bei den Damen, weil wir mehrere Athleten haben, die mehr Disziplinen fahren können. Mit 13 Plätzen hat die Herren-Mannschaft genug“, erklärte ÖSV-Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher am Mittwoch.

Andreas Puelacher

GEPA/Daniel Goetzhaber

Herren-Chefcoach Andreas Puelacher kommt mit 13 Fahrern gut aus

„Es ist nie einfach, jemandem zu sagen, dass er nicht dabei ist, vor allem weil einige mit guten Ergebnissen dabei waren“, merkte der 52-jährige Tiroler an. „Sie haben es sportlich fair aufgenommen. Wir Trainer haben uns viel den Kopf zerbrochen, ich hoffe, dass wir die richtigen Leute mitnehmen nach St. Moritz.“

Schröcksnadel optimistisch

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ist davon überzeugt und bleibt in Sachen Medaillenerwartungen für Großereignisse seiner bisherigen Linie treu. „Sechs bis acht sind schon drin“, sagte der 75-Jährige. Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum ist dagegen in seinen Erwartungen zurückhaltend, Puelacher nicht.

ÖSV-Kader für St. Moritz nominiert

Angeführt wird das Team bei der Ski-WM von Marcel Hirscher, prominente Zuschauer sind unter anderen Elisabeth Görgl und Klaus Kröll. Sechs bis acht Medaillien wurden als Ziel gesetzt.

Die Damen haben durch die Ausfälle von Brem und Co. in diesem Weltcup-Winter erst vier Podestplätze errungen. Trotzdem ist Schröcksnadel nicht nur wegen des Überraschungssieges von Christine Scheyer in der Zauchensee-Abfahrt sowie den Stockerlplätzen von Stephanie Venier (2. Super-G Garmisch) und Anna Veith (3. Super-G Cortina) für die WM optimistisch: „Wir können auch bei den Damen was reißen. Selbst eine Mirjam Puchner hat in St. Moritz schon gewonnen. Das dort ist ein anderer, eigener Hang. Nicht sehr steil und gefährlich, also ist auch bei den Damen was drin.“

Junge ÖSV-Damen ohne Druck

Kriechbaum will nicht viel über Medaillen reden, ist doch der Großteil seiner WM-Teilnehmerinnen noch sehr jung. „Bei einem jungen Team braucht man sich nicht groß auf Medaillenspekulationen einlassen, und so gesehen ist der Druck jetzt nicht besonders groß. Man kann das Ganze voll auf Angriff angehen, das macht es eigentlich sehr angenehm und recht spannend“, meinte der 50-jährige Tiroler. Aber nach den zuletzt guten Platzierungen im Speed-Bereich sehe man, dass auch ein bisschen was drinnen sei. „Bei den großen Favoriten sind wir aber nicht dabei.“

Vorbereitungen auf Hochtouren

Am Dienstag werden in St. Moritz beim Damen-Super-G die ersten Medaillen vergeben. Das WM-Highlight ist die Abfahrt der Herren mit dem steilsten Start, den es im Skizirkus gibt.

Ganz anders sieht das im Herren-Lager aus, brachten es doch ÖSV-Star Marcel Hirscher und seine Teamkollegen bisher auf 21 Podestplätze in dieser Weltcup-Saison. „Wir haben in jeder Disziplin mit Ausnahme der Kombination gewonnen, wir sind in jeder Disziplin auf dem Podest präsent. Das ist wichtig, denn so wissen wir, dass wir zum erweiterten Medaillenkreis zählen. Unser Ziel muss sein, in jeder Disziplin Medaillen zu machen. Da nehme ich keine aus, das ist die Erwartungshaltung“, betonte Puelacher.

Dass es mit Hirscher (je zwei Riesentorläufe und zwei Slaloms), Max Franz, Hannes Reichelt (jeweils eine Abfahrt) und Matthias Mayer (ein Super-G) vier verschiedene Sieger in diesem Winter gibt, „das macht Spaß“, meinte der Herren-Cheftrainer.

ÖSV-Aufgebot für WM 2017

Damen (14):

Stephanie Brunner (22 Jahre/0 WM-Teilnahmen), Katharina Gallhuber (19/0), Ricarda Haaser (23/0), Michaela Kirchgasser (31/5), Mirjam Puchner (24/0), Christine Scheyer (22/0), Bernadette Schild (27/1), Nicole Schmidhofer (27/2), Rosina Schneeberger (23/0), Ramona Siebenhofer (25/0), Tamara Tippler (25/0), Katharina Truppe (21/0), Anna Veith (27/4), Stephanie Venier (23/0)

Herren (13):

Romed Baumann (31/5), Frederic Berthold (25/0), Manuel Feller (24/0), Max Franz (27/2), Christian Hirschbühl (26/0), Marcel Hirscher (27/3), Vincent Kriechmayr (25/0), Roland Leitinger (25/0), Michael Matt (23/1), Matthias Mayer (26/2), Hannes Reichelt (36/6), Philipp Schörghofer (34/4), Marco Schwarz (21/0)

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