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Altbekannte Stärken ausspielen

Wenn ein Trainer einen Club übernimmt, findet er im Normalfall eine angeschlagene Mannschaft vor. Nicht so Martin Scherb bei Cashpoint SCR Altach - die Vorarlberger haben sensationell als Tabellenführer der Bundesliga überwintert. Der Verbesserungsbedarf dürfte sich daher in Grenzen halten.

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„Es ist schon etwas anderes, wenn man zu einem Team kommt, das alle Ziele verfehlt hat. Dort ändert man alles. Bei Altach ist das Gegenteil der Fall, deswegen muss man behutsamer sein“, erklärte Scherb vor dem Wiederbeginn der Meisterschaft am Wochenende.

Damir Canadi, der im November zu Rapid wechselte, und danach der nun wieder ins zweite Glied gerückte Interimscoach Werner Grabherr haben die Vorarlberger auf Platz eins geführt. Um dort möglichst lange zu bleiben, müsse man altbekannte Stärken weiterhin ausspielen. „Wir wollen wieder auf das körperliche Niveau vom Herbst kommen und den Teamspirit leben. Wenn uns das in der täglichen Arbeit gelingt, werden wir erfolgreich sein“, gab der neue Trainer die Richtung vor.

„Sensationelle Arbeit“ im Herbst

Erfolg wird beim SCR Altach nicht allein durch die Tabellenplatzierung definiert. „Wir haben eine gute Ausgangsposition, weil im Herbst sensationell gearbeitet wurde. Auf dieser guten Position wollen wir uns weiterentwickeln“, betonte Scherb und ergänzte: „Wir messen den Erfolg nicht in Zahlen. Es hilft nichts, wenn wir sagen, wir wollen Erster, Zweiter oder Dritter werden, es hilft nur die Arbeit auf dem Trainingsplatz.“

Bernhard Janeczek und Martin Scherb (Altach)

GEPA/Oliver Lerch

Scherb (r.) fiebert schon dem Auftakt entgegen

Dort feilte man zuletzt an taktischen Alternativen. In der Vergangenheit setzten die Vorarlberger meistens auf eine Fünferkette, im Frühjahr könnte es zumindest phasenweise eine Rückkehr zur Viererkette geben.

„Das Reinhören in die Mannschaft hat ergeben, dass man hin und wieder auf eine Viererkette zurückgreifen sollte, also haben wir versucht, diese Basics zurückzuholen. Eine Alternative mehr in petto schadet nie“, sagte Scherb. Zwar bleibe die Variante mit drei Innenverteidigern voraussichtlich die Einserformation, „aber die Gegner bereiten sich immer besser auf uns vor, also dürfen wir uns nicht überraschen lassen“, so Scherb.

In der Pause nichts verlernt

Für den 47-Jährigen bedeutet das Engagement bei den Vorarlbergern seine Premiere im Oberhaus. Davor war Scherb jahrelang für den SKN St. Pölten tätig gewesen, von 2008 bis zu seinem Abschied 2013 in der Ersten Liga. „Wenn man einmal im Profibereich war, ist es kein großer Unterschied, ob du eine Bundesliga-Mannschaft oder ein Topteam aus der zweithöchsten Liga betreust“, sagte der Coach.

Auch seine über dreijährige Auszeit vom Trainerjob sieht Scherb nicht als Problem. „Es hat genau zwei Trainingseinheiten gedauert, dann war alles wieder da und ich habe gemerkt, wie sehr mir das alles gefehlt hat. Jetzt freue ich sehr, dass die Meisterschaft endlich losgeht.“

Auftakt gegen die Admira

Im ersten Spiel wartet am Samstag auswärts die Admira, eine Woche später folgt das Heimspiel gegen seinen Ex-Club St. Pölten - zumindest laut Spielplan spricht also wenig dagegen, dass sich die Vorarlberger noch länger an der Spitze halten können.

Auf die Dauer wird es aber wohl schwer, die Topclubs in Schach zu halten, wie auch dem Niederösterreicher bewusst ist. „Mittelfristig wollen wir ‚the best of the rest‘ werden und uns hinter den großen vier (Salzburg, Rapid, Austria, Sturm, Anm.) etablieren.“

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