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Polizei verhindert Schlimmeres

Borussia Dortmund hat am Samstag in der 19. Runde mit dem 1:0 über RasenBallsport Leipzig nicht nur einen wichtigen Prestigesieg über den Aufsteiger gefeiert, sondern auch den Rückstand auf den überraschenden Tabellenzweiten auf acht Punkte verkürzt. Der BVB-Sieg wurde aber durch einige eigene Anhänger getrübt, die vor dem Spiel Leipziger Fans - darunter Frauen und Kinder - attackierten.

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Einige Dortmunder Hooligans hatten vor dem Anpfiff der Partie im Signal-Iduna-Park mitgereiste Fans des aufgrund des Red-Bull-Geschäftsmodells ungeliebten Aufsteigers mit Steinen und Dosen beworfen. Insgesamt waren 8.500 Leipziger Fans zum ersten Auswärtsspiel des Jahres mitgereist. Es sei „eine extreme Aggressivität und Gewaltbereitschaft der Dortmunder Anhängerschaft gegenüber den Gästen festgestellt“ worden, hieß es vonseiten der Polizei. Auch „kleine Kinder, Frauen oder Familien“ seien ins Visier der Randalierer geraten.

Verletzte und Beleidigungen

Nur mit Mühe konnten die Polizisten eine weitere Eskalation der Situation vermeiden. Trotzdem gab es mehrere Verletzte, darunter vier Polizisten. „Es wurden insgesamt 28 Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruchs, Sachbeschädigung, Beleidigung, Widerstands sowie räuberischen Diebstahls gefertigt“, teilte die Polizei mit.

Dortmund Fans wähernd dem Spiel gegen Leipzig

APA/AP/Martin Meissner

Auf der Südtribüne des Signal-Iduna-Parks dominierten Spruchbänder gegen den Aufsteiger

Auch im Stadion wurde vonseiten der Dortmunder Fans gegen das Geschäftsmodell der Leipziger mit Spruchbändern protestiert. Viele davon waren klar unter der Gürtellinie. So wurde Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick als „Burnout Ralle“ beschimpft und dazu aufgefordert sich aufzuhängen. Auch Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz war Zielscheibe der Schmähungen. Der Aufsteiger, in den Augen vieler Fans ein Widerspruch zum traditionellen Vereinswesen in Deutschland, wurde in Anlehnung an das Logo des Konzerns als „Bullshit“ bezeichnet.

„Übergriffe beschämend“

RB Leipzig verurteilte die Vorfälle in einer Aussendung am Sonntag auf das Schärfste und forderte Borussia Dortmund zum Handeln auf. „Die Übergriffe von Dortmunder Fans gegen gegnerische Zuschauer, gegen die Polizei, aber auch Beleidigungen und Straftaten gegen Kinder und Frauen sind nicht tragbar und beschämend für ganz Fußball-Deutschland“, hieß es. Auch von Dortmunder Seite zeigte man kein Verständnis für die Hooligans: „Der BVB verurteilt diese Gewalt auf das Schärfste.“

Leipzig stellte klare Forderungen an die Verantwortlichen des BVB, namentlich Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Präsident Reinhard Rauball. „Wir erwarten von Herrn Watzke und Herrn Rauball, dass diese von mehreren Tätern verübten Vorfälle - die diese Saison erstmals unsere Fans betrafen - lückenlos im Interesse der gesamten Bundesliga aufgeklärt werden.“ Nach Information von RB Leipzig konnten auch die verletzten Fans die Heimreise antreten. Dortmund kündigte eine Aufarbeitung der Geschehnisse an.

Aufatmen bei Dortmunds Trainer

Sportlich war es für Dortmund nach Wunsch gelaufen. Sogar der ansonsten reservierte Trainer Thomas Tuchel ließ seinen Emotionen freien Lauf. Mit Freudensprüngen feierte der BVB-Coach den Siegestreffer von Pierre-Emerick Aubameyang. Am Ende der Zitterpartie ließ er sich gar zu einer spöttischen Geste Richtung Leipziger Bank hinreißen. „Wenn diese spezielle Energie da ist, wenn Druck drauf ist, dann packt es mich eben auch“, kommentierte der Trainer, gab sich aber reumütig. „Das kann man sich natürlich komplett sparen.“

Die Kampfansage seines Teams an den in Dortmund besonders unbeliebten Gegner versetzte Tuchel ins Schwärmen. „Das fühlt sich überragend an. 4:0 verkleidet als 1:0, super Spiel, super Energie, mit hoher Energie verteidigt. Wir haben nur vergessen, den Deckel drauf zu machen“, sagte er mit Verweis auf den fahrlässigen Umgang seiner Mannschaft mit Torchancen. Erst nach der hektischen Schlussphase, in der den Gästen der vermeintliche Ausgleich von Federico Palacios-Martinez wegen einer Abseitsstellung verweigert wurde, beruhigten sich die Gemüter.

Hasenhüttl bleibt gelassen

Auch Ralph Hasenhüttl verzichtete nach Sichtung der TV-Bilder auf weitere Proteste gegen die Entscheidung von Schiedsrichter Tobias Stiele. Trotz der dritten Auswärtsschlappe seines Teams in Serie wirkte der steirische RB-Trainer am Ende erstaunlich gelassen. Angesichts des Fehlens von gleich vier Stammkräften - darunter auch Marcel Sabitzer - konnte er das 0:1 verschmerzen. „Ich war schon oft stolz auf mein Team. Heute bin ich es besonders. Wir haben einen heißen Kampf geboten, egal, wie gebeutelt wir waren“, sagte Hasenhüttl.

Dass seine Mannschaft die große Chance verspielte, den Abstand auf den Tabellenführer Bayern München auf einen Zähler zu verkürzen, interessierte Hasenhüttl nur am Rande. Immerhin scheint der Vorstoß des Aufsteigers in die Champions League bei noch immer satten acht Punkten Vorsprung selbst auf ein so hochgehandeltes Team wie Dortmund nicht wirklich in Gefahr. „Eine Niederlage in Dortmund wird uns nicht zurückwerfen. Es war eine tolle Erfahrung, vor allem für die jungen Spieler“, befand der RB-Trainer.

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