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ÖSV hofft auf Trendwende bei Heim-WM

Die Gastgeber müssen sich in der zweiten Woche der Biathlon-WM in Hochfilzen steigern. Julian Eberhard, Lisa Theresa Hauser und Co. kamen bisher aufgrund von zu vielen Schießfehlern nicht an ihre Bestleistungen dieser Saison heran. Die Topstars tun hingegen das, was sie schon seit Beginn des Winters tun: Sie sammeln Siege und Podestplätze.

Die Weltcup-Spitzenreiter Martin Fourcade und Laura Dahlmeier halten nach drei Rennen bereits bei jeweils dreimal Edelmetall. Eine Verdoppelung ist bis Sonntag noch möglich. Fourcade machte seinen Medaillensatz mit der erfolgreichen Titelverteidigung in der Verfolgung komplett. „Ich wollte ein Gold, das habe ich jetzt, damit ist die WM jetzt schon sehr gut“, sagte der Franzose.

Fourcade legt Fokus auf Staffel

Für das 20-km-Einzel am Donnerstag und den abschließenden Massenstart am Sonntag ist der Seriensieger erneut Favorit. Besonders gerne wolle er jedoch endlich auch mit der Mannschaft den Titel holen. „Mein Fokus liegt auf der Staffel, weil ich diese Gefühle auch mit meinen Teamkollegen teilen möchte“, so der mittlerweile elffache Weltmeister.

Wie für Fourcade war der Montag auch für die anderen Asse ein Ruhetag. Dahlmeier gönnte sich eine Auszeit mit „ausschlafen, Physiotherapie, das Handy ausschalten und weg von den Langlaufskiern“. Am Mittwoch im 15-km-Einzel will die Deutsche nachlegen. „Wir haben uns schon noch einiges vorgenommen. Die WM läuft für mich wirklich phänomenal mit zwei Goldmedaillen, einer silbernen, alles, was jetzt noch kommt, ist eine Zugabe.“

Eberhard glaubt an Medaillenchance

Die in der Nähe von Hochfilzen wohnenden ÖSV-Athleten verbrachten den Ruhetag zu Hause. Eberhard, mit den Rängen sieben und acht wie auch schon im bisherigen Saisonverlauf bester Österreicher, versuchte in Saalfelden abzuschalten. Er glaubt nach wie vor an seine Medaillenchance. „Es war immer ein Fehler zu viel. Ich bringe sehr gute Leistungen bei maximalem Druck, das wird mich noch weit bringen.“ Das gelte auch für die noch folgenden, schießlastigen Bewerbe, betonte der Sprint-Sieger von Oberhof.

ÖSV-Biathlet Julian Eberhard

GEPA/Philipp Brem

Julian Eberhard hat den Kampf um Edelmetall noch nicht aufgegeben

Obwohl das restliche ÖSV-Team noch deutlicher von Edelmetall entfernt war, wollte Mannschaftsführer Markus Gandler das bisherige Abschneiden nicht schlechtgeredet wissen. „Als Enttäuschung sehe ich es nicht. Wir wissen, dass eine Medaille nach dem Saisonverlauf schwer ist, wir zählen aber in allen weiteren Rennen zum erweiterten Favoritenkreis. Natürlich hätten auch wir die Medaille gern“, stellte Gandler im Gespräch mit der APA klar.

Bessere Zwischenbilanz als 2016 in Oslo

Mit Eberhard sei er sehr zufrieden. „Er hat noch selten solche Rennen gezeigt, es fehlt eben der besagte eine Schuss.“ Besonders erfreulich sei die ausgesprochen gute Laufform von Eberhard, Dominik Landertinger und Simon Eder. Nun brauche man aber auch noch „das nötige Quäntchen Glück“. Außerdem sei die bisherige WM-Bilanz besser als zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr in Oslo. „Und dann haben wir zwei Medaillen gemacht.“ Diese hatten Landertinger mit Silber und Eder mit Bronze im Einzel geholt.

Landertinger setzt auf Laufform

Landertinger, am Samstag 17. und am Sonntag mit vier Strafrunden nur 21., genießt den „Luxus“, sich in den eigenen vier Wänden für die weiteren Aufgaben zu sammeln. „Ich habe jetzt Zeit, abzuschalten und mich neu zu fokussieren. Ich darf mich nicht drausbringen lassen und werde im Einzel voll angreifen“, sagte der Hochfilzener. Flüchtigkeitsfehler hätten bessere Ergebnisse verhindert, seine Laufform sei hingegen top. „Man muss das Positive herausholen, läuferisch läuft es richtig gut. Schießtechnisch leider noch nicht so.“ Deshalb werde er das Gewehr zwei Tage beiseitelegen.

ÖSV-Biathlet Dominik Landertinger

GEPA/Mathias Mandl

Dominik Landertinger verspricht für Donnerstag vollen Angriff

Eder verbesserte sich in der Verfolgung zwar vom 22. auf den zwölften Rang, drei Schießfehler dürfen dem Saalfeldner in den nächsten Rennen aber nicht mehr passieren. Hauser, Österreichs beste Dame, landete zweimal außerhalb der besten 20. Gandler gibt Zuversicht, dass auch für sie die Lieblingsrennen erst kommen. „Im Einzel und Massenstart hat sie jedes Mal eine super Chance.“ Zugegebenermaßen laufe es für Hauser seit einer Krankheit um den Jahreswechsel aber „nicht mehr ganz so rund“.

Überhaupt nicht rund lief es bisher für Routinier Daniel Mesotitsch, der zweimal lediglich 50. wurde. Umstellungen im Herren-Team gibt es aber trotzdem nicht. David Komatz, Lorenz Wäger und Sven Grossegger sind weiterhin nur Ersatz. Bei den Damen ersetzt Christina Rieder im Einzel Katharina Innerhofer. Hauser, Dunja Zdouc und Fabienne Hartweger sind erneut dabei.

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