Klare Sache im Innviertel
Die Bundesliga-Erfolgsserie von Titelverteidiger Red Bull Salzburg ist am Sonntag auch im Innviertel weitergegangen. Zum Abschluss der 22. Runde, der zweiten im Frühjahr, fuhr die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia mit einem klaren 6:1 über Ried den sechsten Sieg in Serie ein. Die Tabellenführung, die der Meister vor einer Woche mit dem 2:0 gegen St. Pölten erstmals in dieser Saison übernommen hatte, wurde so furios verteidigt.
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In einem einseitigen Spiel avancierte der Japaner Takumi Minamino mit einem Triplepack zum 2:1 (23.), 3:1 (24.) und 4:1 (58.) sowie einem Assist zum Mann des Tages. Kapitän Jonatan Soriano hatte die Salzburger davor mit 1:0 (10.) in Führung gebracht, Marvin Egho den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (11.) und damit das Ehrentor der Rieder erzielt. Josip Radosevic (71.) und Hee-Chan Hwang (81./Elfmeter) erhöhten schließlich noch zum 6:1-Endstand.
Minamino in Ried in Galaform
Der dritte Treffer von Minamino zum 4:1 machte ihn endgültig zum Mann des Spiels und zum sportlichen Sargnagel der schwachen Rieder.
Für die insgesamt hoffnungslos unterlegenen Gastgeber war es im ersten Match unter Neo-Sportdirektor Franz Schiemer die vierte Ligapleite en suite. Die rote Laterne, die Ried erst am Samstag von Mattersburg (2:1 gegen WAC) „überreicht“ worden war, blieb dem Team von Trainer Christian Benbennek damit natürlich erhalten.
Spektakulärer Start mit zwei Toren
Es war ein munterer Beginn, der sich den Zuschauern in der Keine-Sorgen-Arena bot. Bei für Februar prächtigen Wetterbedingungen gab der Rieder Mittelfeld-„Ankurbler“ Marcel Ziegl (3.) den ersten (zu hoch angetragenen) Torschuss ab. Auf der anderen Seite setzte sich Hwang (5.) links durch, sein Stanglpass wurde von der Abwehr der Innviertler in höchster Not aus der Gefahrenzone befördert. Ried-Stürmer Egho (6.) zielte nach schöner Vorarbeit von Dieter Elsneg nur noch knapp über das Tor.
Salzburg-Goalgetter Soriano wollte da natürlich nicht nachstehen, der spanische Routinier machte es allerdings besser, sprich präziser und außerdem per Kopf. Nach einer Flanke von Valon Berisha von links wollte Mathias Honsak im Strafraum klären, köpfelte allerdings direkt vor das eigene Tor, wo Soriano schon lauerte. Abseits wäre es gewesen, wenn der Ball nicht von einem Rieder gekommen wäre. So aber stellte der Torjäger mit seinem achten Saisontreffer staubtrocken auf 1:0 (10.).
Soriano erzielt das erste Tor für Salzburg
Mit dem Treffer von Soriano geht Red Bull Salzburg erstmals in Führung.
Lange währte die Freude beim Titelverteidiger in dieser abwechslungsreichen Phase nicht. Denn nur eine Minute später glich der 22-jährige Egho ebenfalls per Kopf zum 1:1 (11.) aus. Bei einer Freistoßflanke von Thomas Bergmann reagierte der Youngster perfekt, was man von der Salzburger Abwehr und Keeper Alexander Walke nicht behaupten konnte. Ried war wieder im Spiel.
Minamino glänzt mit Doppelschlag
Es ging spektakulär weiter: Zunächst scheiterte Soriano (17.) aus einem Freistoß vom Sechzehner einmal an der Mauer und dann an Gebauer. Ein weiterer Nachschuss von Minamino fand auch nicht den Weg ins Netz. Der Japaner sollte in den folgenden Minuten ins Zentrum des Geschehens rücken. Der Meister fuhr einen Konter über Andreas Ulmer, dessen Diagonalvorlage Minamino im Strafraum direkt vor die Füße fiel. Sein Abschluss war scharf und zog Gebauer, der die Hände nicht schnell genug nach oben bekam, über den Kopf. Das 2:1 (23.) war Minaminos siebentes Saisontor.
Minamino bringt Salzburg auf Siegerstraße
Minamino erzielt das 2:1 für den überlegenen Meister.
Das achte ließ nicht lange auf sich warten - genauer zwei Minuten: Hwang und Berisha spielten die in dieser Szene konfus wirkenden Rieder auf der linken Seite aus. Der Querpass von Berisha in den Rücken der Abwehr fand Minamino, der aus vollem Lauf zum 3:1 (25.) traf. Das Match schien nun zugunsten des klaren Favoriten zumindest vorentschieden, auch weil es die Innviertler den abgebrühten Gästen viel zu leicht gemacht hatten. Beinahe hätte Minamino (39.) den lupenreinen Hattrick geschafft, als er in der 39. Minute gerade noch am erfolgreichen Abschluss gehindert wurde.
Auch das 3:1 geht auf das Konto von Minamino
Eine Minute nach dem ersten gelingt Minamino sein zweiter Treffer zum 3:1.
Salzburger Draufgaben in Hälfte zwei
Nach der Pause war schnell klar, dass sich Salzburg die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen würde. Im Gegenteil: Ried hatte es Gebauer zu verdanken, dass man nicht gleich (49.) noch ein Tor kassierte. Der Routinier reagierte bei einem Schuss von Hwang und dem nachfolgenden Kopfball von Berisha zweimal hervorragend. So blieb es Minamino vorbehalten, in der 58. Minute seinen dritten Treffer des sonnigen Nachmittags zum 4:1 nachzulegen.
Ried-Verteidiger Dennis Chessa hatte ungewollt die dafür entscheidende Kopfballstafette über Soriano eingeleitet. Minamino stand am Fünfer frei und schoss unbedrängt ein. Die Rieder Gegenwehr war nun endgültig erloschen. Ein herrlicher Volley von Soriano (64.) hätte seine starke Vorstellung krönen können, zog aber an der kurzen Ecke vorbei. Dafür bejubelte der 22-jährige Kroate Radosevic sein erstes Bundesliga-Tor für Salzburg. Er traf nach Vorarbeit des Mannes des Spiels, Minamino, präzise in die lange Ecke zum 5:1 (71.). Das war noch immer nicht der Endstand.
Auch Radosevic darf jubeln
Nach Vorarbeit von Minamino erzielte Radosevic das 5:1.
Denn zehn Minuten vor Schluss brachte Prada den blendend aufgelegten Hwang im Strafraum zu Fall - und sah dafür die Rote Karte. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Gefoulte selbst sicher zum 6:1 (81.). Damit hatte es Ried nun überstanden. Die Bilanz gegen Salzburg bleibt schlimm: Aus den letzten 17 Aufeinandertreffen konnte nur eines gewonnen werden.
Harald Hofstetter, ORF.at
Stimmen zum Spiel:
Christian Benbennek (Ried-Trainer): „Die ersten 20 Minuten haben gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Auch dass wir nach dem 0:1 sofort zurückgekommen sind, war ein gutes Zeichen. Vor dem 1:2 ist passiert, für das jegliche Erklärung fehlt. Wir sind überspielt worden, waren immer zu weit weg vom Gegner und sind wie ein Dominohaufen zusammengefallen. Wichtig ist, dass wir uns schnell wieder aufrichten. Es ist klar, dass bei sechs Gegentoren und dem Abstiegskampf über den Trainer diskutiert wird, aber wir kommen aus dieser Situation nicht heraus, wenn wir unruhig werden. Dass bei uns allen die Alarmanlagen auf Rot sind, ist aber klar.“
Oscar Garcia (Salzburg-Trainer): „Nur mit den ersten 20 Minuten bin ich heute nicht zufrieden, da hat Ried fast alle Zweikämpfe gewonnen. Es war etwas glücklich, dass wir die ersten Chancen auch gleich verwertet haben. In der zweiten Hälfte war das 4:1 entscheidend, dann war es für uns viel leichter.“
Tipico-Bundesliga, 22. Runde
Sonntag:
Ried - Salzburg 1:6 (1:3)
Keine-Sorgen-Arena, 4.260 Zuschauer, SR Weinberger
Torfolge:
0:1 Soriano (10.)
1:1 Egho (11.)
1:2 Minamino (23.)
1:3 Minamino (25.)
1:4 Minamino (58.)
1:5 Radosevic (71.)
1:6 Hwang (81./Elfmeter)
Ried: Gebauer - Bergmann (46./Marcos), Reifeltshammer, Prada, Chessa - Ziegl (69./P. Zulj), Trauner - Möschl, Elsneg, Honsak (74./Walch) - Egho
Salzburg: Walke - Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer (63./Schwegler) - Minamino, Laimer (63./Radosevic), Samassekou, V. Berisha - Soriano (75./Leitgeb), Hwang
Rote Karte: Prada (80./Torraub)
Gelbe Karten: Ziegl, Prada bzw. Laimer, Schwegler
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