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Hirscher und Co. räumen ab

Österreichs Herren sind bei der WM in St. Moritz sehr erfolgreich gewesen. ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher freute sich über sechs Medaillen. Es war das erfolgreichste Abschneiden seit Bormio 2005, als es achtmal Edelmetall für das Herren-Lager im ÖSV gab. Als Doppelweltmeister strahlte Marcel Hirscher.

„Sehr zufrieden, natürlich“, sagte Puelacher im Gespräch mit der APA. „Wir sind überall um die Medaillen mitgefahren, im Super-G hat es leider nicht geklappt.“ Es habe etwas stockend begonnen mit dem Super-G, da habe er sich mehr erwartet. „Natürlich war da die gute Fahrt von Vinz, aber die anderen waren nicht so parat, wie ich es gerne gehabt hätte.“ Vincent Kriechmayr landete als Bester an der fünften Stelle, Hannes Reichelt wurde Zehnter.

Das Herrenteam bei der Siegerehrung

APA/EXPA/Johann Groder

Nach dem triumphalen Abschluss im Slalom war der Jubel im ÖSV-Herren-Team grenzenlos

Die Steigerung folgte gleich in der Abfahrt. Der Kärntner Max Franz beendete mit Bronze eine lange Durststrecke. „Nach zwölf Jahren haben wir endlich wieder eine Medaille auf der Abfahrt gewonnen“, so Puelacher. „Und dann kam die Kombi, das war ein bisserl unglücklich mit dieser einen Hundertstelsekunde. Und unglücklich auch mit der Piste. Da war es für Romed, der eine super Abfahrt gefahren ist, unmöglich, eine Medaille zu machen.“

Grandioser Ausklang rundet starke WM ab

Hirscher hatte im Slalom mit Nummer drei gute Pistenverhältnisse, der als Abfahrtsschnellster mit Nummer 30 kommende Romed Baumann hingegen war wie alle anderen auch chancenlos. Gold ging überraschend an den Schweizer Luca Aerni, der den Torlauf eröffnet hatte. Nur 0,01 Sekunden dahinter kam Hirscher zu Silber. „Superhappy“ war Puelacher mit dem Riesentorlauf, der Gold für Hirscher und Silber für Roland Leitinger brachte.

Die WM-Highlights aus St. Moritz

Mit insgesamt neun Medaillen, darunter dreimal Gold, viermal Silber und zweimal Bronze, ist Österreich die erfolgreichste Nation in St.Moritz.

Die Hoffnung auf einen guten Ausklang wurde erfüllt - am Sonntag kamen im Slalom Gold für Hirscher und Silber für Manuel Feller dazu. Ein „bitterer Beigeschmack, weil das Letzte immer in Erinnerung bleibt“, wie es Puelacher formulierte und 2015 in Beaver Creek passierte, blieb erspart. Damals kam nur Reinfried Herbst als Zwölfter in die Wertung. Benjamin Raich und Mario Matt im ersten sowie Hirscher als Halbzeitleader und Michael Matt schieden aus.

WM fast perfekt organisiert

Favoritensiege sah Puelacher in der Abfahrt durch Beat Feuz und im RTL und Slalom durch Hirscher. Nicht gerechnet habe er mit dem Kanadier Erik Guay im Super-G, Aerni in der Kombi und den Franzosen im Teambewerb, da seien die Schweden Favoriten gewesen. Zu dem im RTL neben Hirscher als Goldtipp gehandelten Alexis Pinturault meinte der ÖSV-Herren-Chef: „Du kannst Topfavorit sein, aber wenn es dir nicht läuft, bist Siebenter.“ Auch der Norweger Henrik Kristoffersen ging zweimal als Vierter leer aus.

Die WM, meinte Puelacher, sei auf dem Berg perfekt organisiert gewesen. Enttäuschend fand er die Präparierungen der Einfahrpisten für die Speed-Bewerbe und den Riesentorlauf. „Mit dem Wetter hat man auch mehr oder minder Glück gehabt, es waren faire Rennen.“ Auch das Drumherum habe gepasst, man habe ein gutes Hotel mit einem Gemeinschaftraum gehabt, wo sich die Athleten aus dem Herren- und Damen-Team trafen.

Markus Waldner, Renndirektor des Skiweltverbandes (FIS) für die Herren, lobte das Publikum. Tausende nahmen den Aufstieg nach Salastrains - von Moritz-Dorf dauert das 40 Minuten, von Moritz-Bad eine Stunde - zu Fuß in Angriff. Bedauern äußerte er darüber, dass am Abfahrt-Samstag nach der Absage die 40.000 Zuschauer im Zielbereich nach langem Warten keinen Läufer gesehen hatten.

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