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„Das Problem liegt sehr viel im Kopf“

Lassaad Chabbi hat am Donnerstag bei seiner Vorstellung als neuer Trainer von tipico-Bundesliga-Schlusslicht SV Guntamatic Ried viel Optimismus versprüht. „Ich habe das Wort Abstieg von meiner Festplatte gelöscht“, betonte der 55-Jährige im VIP-Club der Keine Sorgen Arena.

Der mit einem auch für die Erste Liga und bis Ende Mai 2019 gültigen Vertrag ausgestattete gebürtige Tunesier mit österreichischem Pass leitete Donnerstagnachmittag zum ersten Mal ein Training bei den Innviertlern. Bereits am Samstag folgt mit dem Heimspiel gegen den Dritten Austria Wien die erste Bewährungsprobe. „Man kann auch nach einem Monat Vorbereitung verlieren, aber genauso nach 48 Stunden Vorbereitung gewinnen“, erklärte Rieds Neo-Coach.

Neuer Ried-Trainer Chabbi optimistisch

Optimistisch präsentiert sich der neue Ried-Trainer Lassaad Chabbi bei seinem Amtsantritt. Das Wort Abstieg nimmt der 55-Jährige beim aktuellen Bundesliga-Schlusslicht nicht in den Mund.

Erfahrung mit abstiegsbedrohten Clubs

Auf Letzteres hofft der Vater von Sturm-Graz-Stürmer Seifedin Chabbi natürlich, es wäre ein Befreiungsschlag nach fünf Niederlagen in Folge. „Ich bin überzeugt, dass wir am Samstag ein gutes Spiel sehen. Ich kenne die Mannschaft, habe mir die letzten Spiele auch auf Video angesehen, sie hat Qualität“, so Chabbi. Größtes Problem sei aktuell das fehlende Selbstvertrauen. „Das Problem liegt nicht in den Füßen, sondern sehr viel im Kopf“, meinte Chabbi.

SV Ried-Sportdirektor Franz Schiemer, Lassaad Chabbi, neuer Ried-Trainer und Geschäftsführer Roland Daxl

APA/Daniel Scharinger

Für Ried-Manager Schiemer (l.) und Geschäftsführer Daxl (r.) ist Chabbi (M.) die optimale Trainerwahl

Er sollte wissen, wie man dieses löst. Im März 2015 hatte er den abstiegsbedrohten Erste-Liga-Club Austria Lustenau übernommen, als Ligaachter nur zwei Punkte vom Tabellenende entfernt. Bei seinem Trainerdebüt gab es einen 3:1-Sieg gegen den damaligen Leader Mattersburg, am Ende schaute Rang sieben heraus. 2016 folgte Saisonrang fünf, und diese Saison sind die Vorarlberger als Dritter nach 21 Runden noch im Aufstiegsrennen.

Chabbi für Schiemer optimaler Kandidat

„Ich habe mich schon als Trainer in Liefering mit Lustenau beschäftigt. Chabbis Mannschaft war immer gut eingestellt, es war eine klare Handschrift zu erkennen. Als er im März 2015 in Lustenau anfing, hatten sie dort eine ähnliche Situation wie wir jetzt. Und er hat aus Austria Lustenau einen Aufstiegsaspiranten gemacht“, sagte Schiemer. Für ihn kam nur ein Coach mit Erfahrungen im Kampf gegen den Klassenerhalt infrage. „Es gibt nicht viele Trainerkandidaten, die für uns in der jetzigen Situation geeignet sind“, schilderte Schiemer.

Chabbi coacht erstmals einen Club im Oberhaus. Zuvor hatte er als Assistenztrainer in seiner Heimat Tunesien (2005/06) sowie in Katar (2014) Erfahrungen gesammelt. In Österreich war er vor seinem Lustenau-Engagement für den FC Bludenz (2006/07) sowie lange Jahre in der Vorarlberger Akademie (2007 - 2014) tätig. „Ich kenne den österreichischen Fußball sehr gut, denn ich bin ja nicht neu hier, sondern ein typischer Vorarlberger“, meinte Chabbi.

Selbst bezeichnet er sich als Teamtrainer. „Ich bin kein Alleinherrscher, mit einer Hand kann man nicht klatschen, sondern nur Watschen geben“, erklärte Chabbi, der sich noch am Donnerstag mit dem Mannschaftsrat austauschen wollte. Die Kicker werden dabei auch eine Sache vermittelt bekommen: „Ich sage den Spielern immer, dass Fußball nicht nur ein Spiel, sondern auch ein Beruf ist. Fußball ist Arbeit, es geht auch um Arbeitsplätze.“

Frühere Trennung wäre besser gewesen

Seinen Arbeitsplatz bei Ried verloren hat Christian Benbennek. „Wir haben trotzdem ein sehr gutes Verhältnis“, sagte Ried-Geschäftsführer Roland Daxl, der am Montag nach eigenen Angaben über drei Stunden mit dem Deutschen geredet hatte. Sich erst jetzt vom Deutschen zu trennen sei im Nachhinein gesehen nicht das Beste gewesen.

„Wenn ich vorher gewusst hätte, dass wir keine Punkte machen, wäre es gescheiter gewesen, den Trainer schon vor Weihnachten zu wechseln“, ist sich Daxl bewusst. Nun hat Chabbi 13 Partien Zeit, um die Innviertler von der roten Laterne zu befreien. Die Rieder liegen punktegleich hinter dem SV Mattersburg am Tabellenende.

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