Sky-Teamarzt schwänzt Befragung zu Doping

Die Britische Anti-Doping-Agentur (UKAD) hat dem Radrennstall Sky, dessen Manager Dave Brailsford und dem ehemaligen Tour-de France- und Olympiasieger Bradley Wiggins schwere Vorwürfe gemacht. Sky-Teamarzt Robert Freeman war am Mittwoch der Ladung vor den Parlamentsausschuss zu Untersuchungen der Unregelmäßigkeiten rund um das Erfolgsteam nicht gefolgt.

Deshalb konnte er zu mysteriösen Medikamentenlieferungen an die Adresse von Wiggins im Jahr 2011 nicht Stellung nehmen. Der Mediziner hätte die verlangten Aufzeichnungen ohnehin nicht vorlegen können, weil sie mit seinem 2014 in Griechenland gestohlenen Laptop verschwunden seien.

Schwierige Untersuchung

Die UKAD-Vorstandsvorsitzende Nicole Sapstead beklagte eine „Verschleierung“ bei der Untersuchung über mögliche Dopingverstöße. Sapstead bemängelte, dass auch Dokumentationen von Dopingproben des zu Beginn dieses Jahres zurückgetretenen Wiggins „nicht existieren oder nur stückhaft“.

Das Team Sky, das unter der Prämisse des sauberen Radsports gegründet wurde, habe sich merkwürdig verhalten: „Vom ersten Moment an gab es eine spürbare Abwehrhaltung gegenüber unseren Bemühungen“, sagte sie der britischen Zeitung „Independent“.

Wiggins gewann die Tour de France 2012 als erster Brite. Sein Sky-Teamkollege Chris Froome siegte 2013, 2015 und 2016.