Aufholjagd kostet zu viel Kraft
Die Kombinierer Bernhard Gruber und Wilhelm Denifl haben am Freitag bei der nordischen Ski-WM in Lahti eine Medaille im Teamsprint nur knapp verpasst. Das ÖSV-Duo zeigte nach ihrem fünften Zwischenrang nach dem Springen in der Loipe zwar eine starke Leistung, musste sich schlussendlich aber 0,5 Sekunden hinter den drittplatzierten Japanern mit Platz vier begnügen.
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Gold ging an das favorisierte Team aus Deutschland. Eric Frenzel und Johannes Rydzek setzten sich nach einem Sprung und dem Langlauf über 2 x 7,5 Kilometer vor Norwegen mit Magnus Moan und Magnus Krog durch. Für Rydzek war es die vierte Goldmedaille bei den Welttitelkämpfen in Lahti - das ist Rekord.

APA/AFP/Jonathan Nackstrand
Rydzek stieg mit seinem vierten Gold in Lahti zum WM-Superstar auf
„So knapp dran tut weh“
Gruber und Denifl hatten ihre Medaillenchancen wahrscheinlich schon beim Springen vergeben, 28 Sekunden Rückstand in der Loipe aufzuholen, kostete offensichtlich zu viel Kraft. „Wir haben alles versucht. Schade, so knapp dran tut weh“, sagte Gruber im ORF-Interview. „Ich bin zum Schluss nicht mehr ganz mitgekommen. Es zählen halt nur die ersten drei. Von der Leistung her bin ich zufrieden.“
Auch Denifl konnte seine Enttäuschung nicht verbergen. „Scheiße. Ich kann es nicht anders sagen. Es ist voll bitter. Wir waren dabei, wir haben es probiert. Die ersten zwei Runden waren okay, in der vierten Runde bin ich dann überrascht worden. Es ist dann schwer, hinterherzulaufen. Die Sprünge war auch nicht optimal“, ärgerte sich der 36-jährige Tiroler.
Vorentscheidung auf der Schanze
Das bei den letzten Titelkämpfen im Val di Fiemme 2013 noch zweitplatzierte ÖSV-Duo hatte nach Sprüngen auf 123,5 (Gruber) und 120,5 Meter umgerechnet 28 Sekunden auf den führenden Titelverteidiger Frankreich eingebüßt. „Mir ist leider im letzten Flugdrittel ein bisschen der linke Ski weggegangen, da habe ich noch zwei, drei, vier Meter hergeschenkt, leider. Das wäre jetzt eine richtige Bombe gewesen, schade“, so Gruber, der sich mit Team-Bronze von Sonntag tröstete.
Kombinierer verfehlen Medaille knapp
Ganz knapp an einer Medaille vorbei schrammten Österreichs Kombinierer bei der WM in Lahti: Wilhelm Denifl und Bernhard Gruber landeten im Teamsprint nach einer Aufholjagd in der Loipe auf Platz vier.
Auch Denifl, von dem man eine höhere Weite erhofft hätte, konnte auf der Schanze nicht sein volles Potenzial ausschöpfen. „Das ist jetzt brutal schnell gegangen, das kann auch wieder ganz schnell in die andere Richtung gehen“, sagte er zum starken Schneefall. „Du musst es eh nehmen, wie es ist“, ergänzte der 36-jährige Teamoldie, der mit dem Team nicht zum Einsatz gekommen war.
Im Finish fehlt die Kraft
Trotzdem schaute es in der Loipe zunächst gar nicht so schlecht aus. Da das Spitzenquartett mit Titelverteidiger Frankreich, Japan, Deutschland und Norwegen bummelte, schaffte Gruber auf seiner zweiten Runde den Anschluss. Denifl fiel in der Folge zurück, Gruber gelang es aber neuerlich, die Lücke zuschließen. Dabei musste der 34-jährige Gasteiner aber viel Kraft investieren. Vielleicht zu viel.
Bei seinem letzten Einsatz ging es nur noch um Bronze, Deutschland und Norwegen waren davongezogen. Gruber hatte im Finale keine schlechte Position, im Zielsprint hatte aber Akito Watabe, der Einzel-Vizeweltmeister, knapp das bessere Ende für sich. Mit seinem Bruder Yoshito jubelte er über die ersten Medaille Japans bei der dritten Austragung dieses Bewerbs. Dem ÖSV-Duo blieb neuerlich nur „Blech“.
Cheftrainer Christoph Eugen ärgerte sich auch. „Da hinten rauf war der Japaner ein bisserl stärker. Wenn Berni da um zwei Meter weiter dabei ist, ist er im Windschatten drinnen, dann schaut es im Zielsprint anders aus, weil Akito schon ein bisschen müde war“, konstatierte Eugen. „Wir haben alles versucht, aber man muss den Japanern gratulieren, sie waren um einen Tick stärker.“ Für die ÖSV-Kombinierer ist die WM nun vorüber, am Samstag erfolgt die Heimreise.
Rydzek steigt zum WM-Topstar auf
Rydzek stieg indessen zum Topstar der WM auf. Der 25-Jährige eroberte mit dem vierten Lahti-Gold seine insgesamt sechste Goldmedaille und ist nun alleiniger Spitzenreiter in der „ewigen“ WM-Bestenliste. Er ließ auf der letzten Schleife im Stadion dem Norweger Krog keine Chance. „Wir haben einen genialen Job gemacht“, freute sich der Oberstdorfer. Für Frenzel war es nach dem Team-Sieg der zweite Titel in Finnland und der insgesamt fünfte.
Nordische Ski-WM in Lahti
| Teamsprint Kombination: |
| 1. |
Deutschland |
Eric Frenzel / Johannes Rydzek |
29:01,8 |
2/6* |
| 2. |
Norwegen |
Magnus Krog / Magnus Moan |
+ 1,0 |
4/1 |
| 3. |
Japan |
Yoshito Watabe / Akito Watabe |
10,2 |
3/8 |
| 4. |
Österreich |
Bernhard Gruber / Wilhelm Denifl |
10,7 |
5/5 |
| 5. |
Frankreich |
Francois Braud / Maxime Laheurte |
11,5 |
1/10 |
| 6. |
Italien |
Samuel Costa / Alessandro Pittin |
1:10,6 |
8/3 |
| 7. |
Finnland |
Eero Hirvonen / Ilkka Herola |
1:10,7 |
6/11 |
| 8. |
Tschechien |
Tomas Portyk / Miroslav Dvorak |
1:26,4 |
9/7 |
| 9. |
USA |
Bryan Fletcher / Taylor Fletcher |
1:48,1 |
12/2 |
| 10. |
Polen |
Adam Cieslar / Pawel Slowiok |
1:48,7 |
11/4 |
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