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Stamford Bridge vor Abriss

Die Anhänger von Premier-League-Spitzenreiter Chelsea dürfen sich schon bald auf eine neue Heimstätte freuen. Wie Londons Bürgermeister Sadiq Khan am Montag mitteilte, winkte er die Pläne für das 500 Mio. Pfund (579 Mio. Euro) teure Prestigeprojekt als letzte Bauinstanz durch. „Ich bin zuversichtlich, dass das neue Stadion ein Juwel in Londons Sportkrone sein wird“, sagte das Stadtoberhaupt.

Errichtet wird das neue Stadion nach den Plänen des Schweizer Architekturbüros Herzog & de Meuron auf dem Platz des Stamford-Bridge-Stadions, wo seit 1877 Fußball gespielt wird. Die Kapazität wird von derzeit 41.600 auf 60.000 Zuschauer erhöht. Optisch erinnern die Entwürfe der Stararchitekten, die auch die Allianz Arena in München sowie das „Vogelnest“-Nationalstadion in Peking entworfen haben, mit ihren 264 Ziegelsteinsäulen an eine gigantische Kathedrale bzw. „finstere Trutzburg“.

„Wir sind über die Entscheidung hocherfreut“, teilte der 1905 gegründete Club auf seiner Website mit. „Dies ist der nächste Meilenstein auf dem Weg zum Neubau. Wir werden nun die nächsten Schritte setzen und über die Fortschritte im Planungsprozess laufend informieren.“ Das alte Stadion wird abgerissen und das neue an gleicher Stelle wieder aufgebaut. Zum Teil über jenen Eisenbahn- und U-Bahn-Trassen, die bis jetzt immer ein Hindernis beim Ausbau des Stadions waren. 2018 ist ein Umzug in das Wembley-Stadion geplant.

Rendering von Chelseas neuem Stadion

Herzog and de Meuron

Das neue Stadion von Chelsea gleicht einer Festung

Langer Weg bis zum neuen Stadion

Bis zur Zustimmung von Londons Bürgermeister war es aber ein langer Weg. Davor musste noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, gehört das Grundstück doch einigen eingefleischten Fans. Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch kaufte 2003 zwar den Club für 210 Millionen Euro und pumpte bisher geschätzt über zwei Milliarden Euro in den Verein, das Spielfeld sowie der Vereinsname gehören allerdings weiter der von 13.000 eingefleischten Fans gebildeten unabhängigen Gesellschaft der Chelsea Pitch Owners (CPO).

Der Verein, der Anfang der 1990er Jahre gegründet wurde, um Chelsea in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit vor dem Bankrott zu retten und nicht zum Spielball profitgieriger Spekulanten werden zu lassen, legte sich lange gegen die Neubaupläne quer. Ende Jänner stimmten aber 84,5 Prozent der Mitglieder für eine Verlängerung des Pachtvertrags mit Chelsea um 999 Jahre und machten damit endgültig den Weg frei.

„Wir glauben, dass die Pläne ein Weltklassestadion garantieren und die kühne architektonische Gestaltung die Umgebung bereichern werden“, hieß es in einer CPO-Stellungnahme. „Als von Fans organisierte Vereinigung und Eigentümer des Grundstücks ist es unsere Aufgabe - einzigartig für einen Topclub in England - sicherzustellen, dass der Club immer dort bleibt, wo er seit 1905 spielt.“

Mit Umzug gedroht

Aufgrund des Widerstands der CPO hatte Chelsea zwischenzeitlich an einen Umzug gedacht. So bestätigte der Club 2012 sein Interesse, das Gelände der Battersea Power Station zu kaufen und dort ein neues Stadion zu bauen. Die Battersea Power Station, die von 1933 bis 1983 in Betrieb war, ist ein berühmtes Gebäude im Nachbarstadtteil südlich der Themse und eines der größten Ziegelgebäude Europas. Ihre vier riesigen Kaminschlote, die etwa auf dem Plattencover „Animals“ der britischen Band Pink Floyd verewigt sind, sowie die Turbinenhalle sollten erhalten und in die neue Architektur des Stadions integriert werden.

Premier League

27. Runde

Samstag, 4. März:
Manchester United Bournemouth 1:1
Leicester City * Hull City 3:1
Stoke City ** Middlesbrough 2:0
Watford *** Southampton 3:4
West Bromwich Crystal Palace 0:2
Swansea City Burnley 3:2
Liverpool Arsenal 3:1
Sonntag, 5. März:
Tottenham **** Everton 3:2
Sunderland Manchester City 0:2
Montag, 6. März:
West Ham Chelsea 1:2
* Fuchs spielte durch (Tor zum 1:1)
** Arnautovic bis zur 65. Minute (2 Tore)
*** Prödl spielte durch
**** Wimmer auf der Bank

Tabelle

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